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    Rheinland-PfalzDebeka-Affäre weitet sich aus: neue Hinweise auf Weitergabe von Daten

    Die Datenaffäre der Debeka ist in der Versicherungsbranche offenbar kein Einzelfall. Auch andere Versicherungen sollen von Behördenmitarbeitern Adressen neuer Kollegen bekommen haben, um so gezielt neue Kunden anzuwerben.

    Das Verwaltungsgebäude der Debeka in Koblenz.
    Das Verwaltungsgebäude der Debeka in Koblenz.
    Foto: Sascha Ditscher

    Wie selbstverständlich von einzelnen Staatsdienern Mitarbeiterlisten weitergegeben wurden, dokumentieren zudem vertrauliche Unterlagen, die der Rhein-Zeitung zugespielt wurden. Wir veröffentlichen die Dokumente erstmals in unserem Dossier: Das System Debeka.

    Beim Landesdatenschutzbeauftragten Edgar Wagner gingen Informationen ein, wonach auch Mitbewerbern des Koblenzer Marktführers aus dem Beamtenapparat wertvolle Adressen von potenziellen Neukunden übermittelt werden. Hinweise auf Versicherungen, die möglicherweise illegal mit Staatsdienern kooperieren, leitete Wagner an die Behörden andere Länder weiter.

    Wagner konzentriert sich auf den Fall in Rheinland-Pfalz und geht fest davon aus, dass es bei der Debeka zu „Pflichtverletzungen“ bis in die nahe Gegenwart gekommen ist. Er prüfe noch, ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorliege, sagte er unserer Zeitung. In jedem Fall drohten hohe Bußgelder. Gleichzeitig will Wagner im Gespräch mit Landesregierung und Kommunen klären, welche Praktiken der Zusammenarbeit mit Behörden und Beamten im Land gesetzlich abgestellt werden müssen.

    Nach den vertraulichen Unterlagen, die unserer Zeitung zugingen, dürfen Versicherungen derzeit noch bei offiziellen Dienstterminen verdeckt oder offen um Neukunden werben. Offenbar konnten Außendienstmitarbeiter zumindest in der Vergangenheit darauf vertrauen, dass ihnen Daten zugehen – wie im Jahr 2000 auf offiziellem Dienstbogen die Namen und Adressen aller Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Brohltal. Außerdem kursierten Listen mit Adressen und Geburtsdaten von Schulabgängern.

    Nach Informationen des Handelsblatts gehören auch Dienste für Versicherungen wie die BHW, DBV. Huk Coburg oder Signal Iduna zum höchst lukrativen „Nebenverdienst“ von Beamten: In Hessen soll ein Oberkommissar in sieben Jahren bei vier Versicherungen mehr als 500.000 Euro kassiert haben. Wie die Debeka distanzierten sich auch BHW und Signal Iduna von illegalem Adresshandel.

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

     

     

     

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