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    Das Schreiben der Goethe-Schule an die Eltern

    Sehr geehrte Eltern, ein neues Schuljahr mit drei neuen ersten Klassen hat begonnen - doch dieses Jahr ist es bedauerlicherweise anders als in den vergangenen Jahren.Die bisherige offene, positive und tolerante Stimmung der Schulgemeinschaft der Goethe-Schule ist durch die Durchsetzung persönlicher Ansprüche belastet worden.

    Wie an den Informationsabenden erläutert, wird die Klasseneinteilung grundsätzlich von der Wohnortnähe und dem Wohngebiet bestimmt, damit die Kinder Schulweggemeinschaften bilden können. Weitere Einflussgrößen sind die Hort- und außerschulische Betreuung sowie notwendige pädagogische Erfordernisse.

    Dieses bewährte Verfahren der Klassenbildung wurde von einem Vater nicht akzeptiert. Er erklärte nicht nur gegenüber der Schulleitung sehr offen und unmissverständlich, dass er die Zuordnung seiner Kinder zu einer Klasse ablehne. Er hätte „aus dem Bauch heraus das Gefühl", dass seine Kinder wegen der Mitschüler mit Migrationshintergrund nicht mit der entsprechenden Qualifikation/Empfehlung die Grundschule verlassen würden.

    Unserer Meinung nach grenzt es schon an Diskriminierung, wenn die Zuordnung zu einer Klasse deswegen abgelehnt wird, weil sich darin zu viele Kinder mit Migrationshintergrund befinden und daher angeblich die persönliche Entwicklung der eigenen Kinder behindert werde.

    Auch Kinder mit Migrationshintergrund oder mit einem nicht-deutschen Namen finden sich in der Gruppe der Leistungsträger an der Goethe-Schule. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Migrantenkinder gleichermaßen wie deutsche Kinder zum Unterrichtserfolg beitragen.

    Es ist schon bedenklich nahe an Ausländerfeindlichkeit, das Niveau einer Klasse von dem Ausländeranteil abhängig zu machen.

    Das Fortkommen einer Klasse wird durch weitere Faktoren bestimmt: die Individualität jedes einzelnen Kindes im Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten, das Engagement, die Familie, Lehrkräfte , büdungspolitische Vorgaben und strukturelle Rahmenbedingungen sowie ein Vertrauens- und respektvoller Umgang zwischen Schule und Elternhaus. Auftrag der Schule ist es, sowohl Kinder mit deutschsprachigen Eltern als auch Kinder mit Eltern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, gleichermaßen zu fordern und zu fördern.

     

     

    Dieser Verpflichtung wird in der Goethe-Schule seit Jahren mit viel Engagement nachgekommen.

    Heute sind es die Migrantenkinder, die angeblich die Entwicklung der eigenen Kinder stören. Sind es morgen vielleicht Schüler mit Lerneinschränkungen oder anderen Defiziten, die auf Elternwunsch nicht einer bestimmten Klasse zugeordnet werden dürfen, damit persönliche Ansprüche keinesfalls beschränkt werden ?

     

    Das darf und kann nicht sein!

    Es entspricht nicht dem demokratischen Grundverständnis, sich solch einem diskriminierenden Diktat zu beugen.

    Daher ist die Schulleitung dem Wunsch einer Umsetzung der Kinder in eine andere Klasse nicht nachgekommen.

    Wir finden es bedauerlich, dass von einigen wenigen Personen für die Verwirklichung persönlicher Gedankenkonstrukte und Befindlichkeiten eine Stimmung der Fremdenfeindlichkeit geschürt wird. Ebenso bedauerlich ist es, dass einige Eltern auf diesen Zug springen und herabwürdigend von einer „Ghetto-Klasse" sprechen!

    Alle Klassen haben unterschiedliche Kinder mit individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten. In jeder Klasse wird gefordert und gefördert und es entspricht nicht unserem pädagogischen Grundverständnis Eliteklassen zu bilden. Wir stehen für gemeinsames Lernen über ethnische und soziale Grenzen hinweg!

    Begegnen wir gemeinsam dieser aufgetretenen negativen Erscheinung und engagieren wir uns weiterhin für vorurteilsfreies Lernen in der Goethe-Schule!

    Wir hoffen, dass wir mit diesem Brief an Sie ein wenig Licht in den Nebei von Gerüchten und Spekulationen bringen und diesem diskriminierenden Aktionismus begegnen konnten.

     

    Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit und ihr Engagement!

    Vater holt Kinder aus "Ghetto-Klasse"Schule schafft den Klassenverband
    Rheinland-Pfalz
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