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    MainzChatten bei Facebook: Leherer verschickt Nacktbild an seine Schülerin (16)

    Was sich im späten Frühjahr des vergangenen Jahres zwischen einer 16-jährigen Schülerin und einem Lehrer abgespielt hat, dürfte wohl jede Mutter und jeden Vater schockieren.

    Das Gericht verurteilte den Lehrer einer Geldstrafe. Nun ist sein Beamtenstatus in Gefahr. Foto: dpa
    Das Gericht verurteilte den Lehrer einer Geldstrafe. Nun ist sein Beamtenstatus in Gefahr.
    Foto: dpa

    Lehrer und Schülerin, die beide an der selben Mainzer Schule sind, chatten über Facebook miteinander. Der Inhalt ihres Austauschs ist allerdings alles andere als harmlos. Der Lehrer mailt der 16-jährigen ein Bild von sich mit eindeutigem sexuellen Inhalt. Geheim halten lässt sich so etwas nicht. Am Freitag saß der 44-Jährige wegen der Verbreitung von pornografischen Materials an Minderjährige auf der Anklagebank.

    Zu deuteln gab es an dem Geschehen nichts. „Der Angeklagte räumt die Tat ein“, betonte der Verteidiger des Lehrers gleich zu Beginn der Verhandlung im dunkel getäfelten Saal 16 des Mainzer Amtsgerichts. Auch der Inhalt des Fotos, auf dem der Angeklagte vor einem Foto der Schülerin zu sehen ist, ist unzweideutig. Die Staatsanwaltschaft fasste es aus der Sicht des Angeklagten mit einem Satz zusammen: „Ich benutze dein Bild als Masturbationsvorlage.“

    Doch ist so ein Bild Pornografie? Und ist es jugendgefährdend? Diese Fragen stellte der Anwalt des 44-Jährigen. Er verwies darauf, dass das Foto in der heutigen stark sexualisierten Mediengesellschaft „untergeht“. Darüber hinaus betonte er, dass die Schülerin das Foto während des Chats von ihrem ehemaligen Lehrer angefordert hatte. Wenn die 16-Jährige zudem Bilder, auf denen sie in Unterwäsche zu sehen ist, verbreite, dann komme dem Jugendschutz in diesem speziellen Fall kaum mehr eine große Bedeutung zu, so die weitere Argumentation des Anwalts. Deshalb plädierte er auf eine Einstellung des Verfahrens.

    Doch damit konnte er Richter Manfred Kretschmann nicht überzeugen: „Wenn das keine Pornografie ist, dann ist nichts Pornografie.“ Gerade als Lehrer an einer Schule mit Kindern und Jugendlichen habe der Angeklagte eine besondere Verantwortung, so Kretschmann weiter. Und die Verbreitung solcher Fotos habe nichts mit der Art von Wissensvermittlung zu tun, die Lehrer zu leisten hätten. Deshalb verurteilte das Gericht den 44-Jährigen zu einer Geldstrafe von 4800 Euro.

    Mit diesem Urteil dürfte der Fall aber noch nicht erledigt sein. Der Anwalt hatte bereits während der Beweisaufnahme angedeutet, dass sein Mandant im Falle einer Verurteilung eine Revision anstrebe. Zudem gibt es noch ein dienstrechtliches Verfahren. Es scheint zweifelhaft, dass der 44-Jährige seinen Beamtenstatus behalten kann. Vielleicht sollte er sich eine Empfehlung der Staatsanwaltschaft zu Herzen nehmen. Sie riet ihm zu einem Wechsel in die Erwachsenenbildung.

     

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