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    KoblenzBundeswehrreform: Koblenz verliert Heeresführung - aber stärkt Sanitätsbereich

    Das Rätselraten über die Zukunft der Bundeswehr und ihrer Verwaltung in Koblenz ist beendet. Seit Mittwoch ist amtlich: Das Oberzentrum ist nicht so stark betroffen wie von Pessimisten befürchtet. Unter dem Strich werden „nur“ 420 Dienstposten abgebaut. Das heißt: Die Zahl der Beschäftigten wird von aktuell 7550 Beschäftigten auf 7130 sinken.

    Fest steht aber auch, dass in der alten Festungsstadt eine fast 200-jährige Tradition endet: Mit der Verlegung des Heeresführungskommandos nach Strausberg im östlich von Berlin gelegenen Landkreis Märkisch-Oderland verliert Koblenz endgültig seine besondere Bedeutung als „oberste Kommandostadt“ für das Heer. Die personellen Folgen der Verlagerung für Koblenz: 572 militärische und 46 zivile Mitarbeiter des Heeresführungskommandos, dem insgesamt 83 500 Soldaten in den nachgeordneten Dienststellen unterstellt waren, müssen umziehen – oder sie erhalten neue Aufgaben. Als Ausgleich zum Verlust der zentralen „Steuerungseinheit“ wird das derzeit in der Rheinkaserne stationierte Sanitätsführungskommando gestärkt, das eine der beiden höheren Kommandobehörden des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist. So sollen die Nebenstandorte in Koblenz konzentriert werden.
    Warum gerade die Kleinstadt Strausberg mit ihren rund 26 000 Einwohnern? Hauptargument für die Entscheidung dürfte wohl die Nähe zu Berlin und Potsdam sein, wo auch das Einsatzführungskommando der Bundeswehr angesiedelt ist. Während in Potsdam bekanntlich die Auslandseinsätze koordiniert werden, sind in Strausberg weitere zentrale Einrichtungen der Bundeswehr wie die Akademie für Information und Kommunikation, der Bereich 5 des Zentrums Innere Führung und das Sozialwissenschaftliche Institut angesiedelt. Der Konzentration der Bundeswehr auf Strausberg begann bereits in den 90er-Jahren, denn die Stadt hat eine militärische Vorgeschichte. Hier war auch das Kommando der Luftstreitkräfte der DDR angesiedelt – und bis 1994 die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.
    Die Reform hat für Koblenz auch ihre guten Seiten. Denn jetzt sind die Spekulationen über den Umzug des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) auf die Bonner Hardthöhe endgültig vom Tisch. Das bereits seit einigen Jahren deutlich „verschlankte“ BWB bleibt in Koblenz – allerdings gibt es eine Fusion: Die Behörde mit ihren rund 2700 Beschäftigten und das IT-Amt mit weiteren 1000 Mitarbeitern verschmelzen zu einer Agentur für Ausrüstung und Nutzung. Die ebenfalls dem BWB zugeordnete Wehrtechnische Dienstelle (WTD 51) mit 160 Beschäftigten bleibt als Erprobungsstelle in Metternich erhalten. Ob und wie sich die Strukturreform auf die Mitarbeiterentwicklung beim BWB auswirkt, steht noch nicht fest. Aus der Pressestelle war zu vernehmen, dass es nicht um einen Personalabbau, sondern vielmehr um die Optimierung von Abläufen geht. Damit ist klar: Das der Hauptabteilung Rüstung im Bundesministerium der Verteidigung unterstellte BWB bleibt die zentrale Behörde für die Ausrüstung der Bundeswehr. Insgesamt wirken an den sechs Standorten und dem Marinearsenal sowie einer Verbindungsstelle in den USA 9400 Mitarbeiter.
    Welche Auswirkung die Neuorganisation auf die Koblenzer Bundeswehr-Immobilien haben wird, ist noch nicht bekannt. Wie beispielsweise die Falckenstein-Kaserne, der bisherige Sitz des Heeresführungskommandos, künftig genutzt wird, ist noch unklar.

    „Ich bin erleichtert. Ich würde sagen, wir sind 
mit einem blauen Auge 
davongekommen", kommentiert der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig die Neuigkeiten für den Standort Koblenz.

    Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

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