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  • Bundeswehr-Jet in der Eifel abgestürzt: Suche nach Unglücksursache läuft

    Laubach. Nach dem Absturz eines Tornado-Kampfjets der Bundeswehr bei einem nächtlichen Übungsflug in der Eifel suchen Experten jetzt nach der Unglücksursache. "Zurzeit gibt es keine Hinweise auf technische Gründe. Auszuschließen sind sie aber nicht", sagte der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 (TaktLwG 33) in Büchel, Oberst Andreas Korb, am Freitagmorgen.

    Vom Wrack gehen keine besonderen Gefahren aus, sagt der stellvertretende Kommodore, Oberstleutnant Dieter Nestler. Die Berufsfeuerwehr des Fliegerhorstes Büchel hat die ganze Nacht über die Wrackteile gekühlt.

    Unsere Grafik zeigt Karte des Absturzortes, technische Zeichnung und Daten zum Tornado. Quelle: dpa
    Unsere Grafik zeigt Karte des Absturzortes, technische Zeichnung und Daten zum Tornado. Quelle: dpa

    Das Wichtigste sei, dass es den beiden Piloten gut gehe. "Beide sind klar und ansprechbar. Sie sind routinemäßig durchgecheckt worden", verdeutlichte Korb. Die Männer konnten sich im Landeanflug auf den Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) kurz vor dem Crash südöstlich von Laubach mit dem Schleudersitz retten. Der Pilot landete in einem Baum und zog sich leichte Verletzungen zu. Der Copilot kam auf freiem Gelände nieder - und blieb unverletzt, wie der Sprecher mitteilte.

    Experten der Generalflugsicherheit aus Köln begannen am Freitagmorgen mit Untersuchungen an der Unfallstelle. Der Flugschreiber, die sogenannte Blackbox, ist den Angaben zufolge bereits gefunden worden.

    Der Tornado sei nicht völlig zerborsten, sondern noch weitgehend in einem Stück, sagte der Sprecher. Rund um den Absturzort in einem unbewohnten Waldstück in der Nähe der Autobahn 48 wurde eine militärische Sperrzone eingerichtet.

    Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 in Büchel, Oberst Andreas Korb. Foto: Sascha Ditscher
    Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 in Büchel, Oberst Andreas Korb.
    Foto: Sascha Ditscher

    Der Bundeswehr-Tornado gehört zum Taktischen Luftwaffengeschwader 33, das auf dem Fliegerhorst Büchel/Cochem stationiert ist. Der Absturz ereignete sich nur wenige Kilometer davon entfernt. Auf dem Fliegerhorst sind 27 Tornado-Flugzeuge stationiert. Nach Expertenvermutung lagern auf dem Stützpunkt aus den Zeiten des Kalten Kriegs noch 10 bis 20 US-Atomsprengköpfe, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Tornado-Kampfflieger bereit hält. Die Maschine war in der normalen Einflugschneise, die wir tagtäglich fliegen“, sagte Oberst Andreas Korb am Freitag.

    Nach dem Unglück war die A 48 zunächst zwischen den Anschlussstellen Laubach und Kaisersesch wegen Trümmerteilen auf der Straße voll gesperrt worden. Am frühen Freitag dann wurde der Verkehr auf je einer Fahrbahn wieder freigegeben, sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Der Verkehr laufe derzeit weitgehend normal. Die Bundeswehr sei weiter damit beschäftigt, am Rande der Straße nach Trümmerteilen zu suchen, hieß es. Weitere Menschen, Gebäude oder Autos waren von dem Unfall nicht betroffen. Die A 48 zählt laut Polizei zu den weniger stark befahrenen Autobahnen in Deutschland.

    Der Pilot musste mit einer Leiter aus den Baumwipfeln geholt werden. In welcher Flughöhe die Soldaten sich aus dem Cockpit hinauskatapultierten, sei noch unbekannt, sagte der Luftwaffensprecher. „Sie sind so getrimmt, dass sie, wenn es Probleme mit dem Flugzeug gibt, in einer Art Reflex den Schleudersitz auslösen“, sagte er. „Ich habe mit beiden Piloten sprechen können. Ihnen geht es gut“, sagte er. Sie würden nun im Krankenhaus noch einmal komplett durchgecheckt.

    Update 1: Unser Kollege meldet, dass die Flugsicherheit der Bundeswehr zur Zeit an der Absturzstelle ist und ermittelt. Das Tornado-Wrack liegt in einem Waldstück auf einer Fläche von 30 mal 30 Meter zwischen Masburg und Leienkaul.

    Update 2: Das Kampfflugzeug der Bundeswehr soll am heutigen Freitag nicht geborgen werden.

    Update 3: "Vom Wrack gehen keine besonderen Gefahren aus", sagt der stellvertretende Kommodore, Oberstleutnant Dieter Nestler. Die Berufsfeuerwehr des Fliegerhorsts Büchel hat die ganze Nacht über die Wrackteile gekühlt.

    Update 4: Die beiden Piloten der Unglücksmaschine können voraussichtlich morgen aus dem Krankenhaus entlassen werden. Das sagte ein Sprecher des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz.

    Update 5: Kurz vor dem Absturz war die Maschine 250 bis 300 km/h schnell, sagte Oberst Korb. Und: Die Piloten müssen sich dann für einen Ausstieg entscheiden, wenn eine Möglichkeit der sicheren Landung nicht gewährleistet ist.

    Update 6: Die Crew sei laut Oberst Korb „relativ erfahren“. Der Pilot ist jünger, sein Waffensystemoffizier hat mehr als 1500 Flugstunden auf dem Buckel. Die Maschine hatte laut dem Flugplan, der der RZ vorliegt, keine Waffen an Bord.

    Update 7: Die Untersuchungen nach dem Absturz des Bundeswehr-Tornados in der Eifel können laut Verteidigungsministerium bis zu sechs Monate dauern. Nach jetzigem Erkenntnisstand lägen keine technischen Ursachen für den Unfall vor, sagte eine Sprecherin des Ministeriums jetzt in Berlin

    Update 8: Leienkauls Ortsbürgermeister Burkhard Klinkner sagt: „Wir hatten einen guten Schutzengel, dass nicht mehr passiert ist.“ Die Absturzstelle liegt rund 300 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt. Klinkner hofft, dass die Bundeswehr „den Tornado jetzt noch einmal auf Herz und Nieren prüft.“

    Update 9: Zu Berichten, dass eine Software-Umstellung bei dem Absturz eine Rolle gespielt haben könnte, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums, diese Aktualisierung sei bei dem betroffenen Flugzeug noch nicht erfolgt.

    Update 10: Oberst Korb weist Zweifel am Waffensystem Tornado, das seit 1985 im Dienst ist, zurück: „Es gibt kaum ein technisches Gerät, das so gut gewartet, gehegt und gepflegt wird wie ein Kampfflugzeug.“

    Update 11: In der Umgebung wird der Tornado-Absturzl heiß diskutiert. „Stellen Sie sich vor, da fliegt mal ein Tornado auf die Autobahn“, sagt eine Verkäuferin in einer Bäckerei im nahen Kaisersesch und erzählt, dass ihre Tochter in der Nacht zuvor einen dumpfen Schlag gehört habe. Andere Anwohner haben sich auf den Weg zu dem Waldstück gemacht und versuchen, einen Blick auf das Wrack zu erhaschen. Allerdings vergeblich, denn alle Zugänge sind von Polizisten oder Feldjägern abgeriegelt. Sogar eine Luftsperrzone wurde eingerichtet.

    Update 12: Das Wrack der Maschine wird am Freitag nicht mehr geborgen. Um 14 Uhr haben sich Experten von der Flugsicherung der Bundeswehr erneut die Maschine angeschaut. Vorläufig bleibt die militärische Sperrzone zwischen der L108 und der A48 bestehen.

    Update 13: Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) teilte mit, der Absturzort liege nur wenige Flugsekunden vom Fliegerhorst entfernt. „Ein Absturz über dem Atomwaffenlager hätte eine Katastrophe verursachen können“, sagte Vorstandsmitglied Udo Buchholz nach einer Mitteilung in Bonn. „Durch diesen Absturz wird uns vor Augen geführt, welche immense Gefahr besonders vom Fliegerhorst und Atom­waffen­stützpunkt Büchel ausgeht, aber auch von den benachbarten Kriegsflughäfen Spangdahlem und Ramstein“, teilte Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft Frieden aus Trier mit.

    Update 14: Der Absturz müsse „schnellstmöglich und transparent“ aufgeklärt werden, erklärten die Grünen im Mainzer Landtag. Er mache bewusst, dass Militärstandorte auch mit Gefahren für die Bevölkerung im Umland verbunden seien. Das Geschwader in Büchel sei der einzige fliegende Verband der deutschen Luftwaffe, der auch für den Einsatz von US-amerikanischen Atomwaffen ausgebildet sei. Gerade vor diesem Hintergrund sei eine lückenlose Aufarbeitung des Unfalls notwendig. 

     

     



     

     

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