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  • Buga 2031 im Mittelrheintal: "Machbar", sagt eine Vorstudie

    Oberwesel. Eine Vorstudie kommt zum Ergebnis: Die Bundesgartenschau 2031 im Welterbe Mittelrheintal ist machbar. Auf einer Pressekonferenz in Oberwesel wurden die Inhalte der Studie vorgestellt, hier fassen wir sie zusammen und stellen die Studie zum Download bereit.

    Vorstandsmitglieder des Vereins Freunde der Buga 2031 präsentieren mit Innenminister Roger Lewentz (3. von rechts) und dem St. Goarshausener Stadtbürgermeister Heinz-Peter Mertens (2. von rechts) die offizielle Buga-Fahne. 
    Vorstandsmitglieder des Vereins Freunde der Buga 2031 präsentieren mit Innenminister Roger Lewentz (3. von rechts) und dem St. Goarshausener Stadtbürgermeister Heinz-Peter Mertens (2. von rechts) die offizielle Buga-Fahne. 
    Foto: Sascha Ditscher

    Von Michael Stoll

    Die Buga 2031 am Mittelrhein ist als großes Modernisierungsprojekt für das Welterbe zwischen Koblenz und Bingen/Rüdesheim auch machbar. Dies ist das Ergebnis einer Vorstudie, die jetzt in Oberwesel der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Für eine Bundesgartenschau beiderseits des Rheins gibt die Studie bereits etliche Ideen vor: Favorisiert wird ein Dreiklang der gärtnerischen Leistungsschau im südlichen, zentralen und nördlichen Teil des Tals, die saisonal – etwa durch die Obstbaumblüte im Frühjahr – im Fokus der Aufmerksamkeit stehen.

    Spektakulär ist die Vision einer „schwimmenden Buga“ mit mobilen Gärten und Ausstellungen auf Schiffen, die Städte und Dörfer entlang der 67 Stromkilometer miteinander verbinden. Größte Herausforderung der dezentralen Schau dürfte die Frage sein, wie Besucher problemlos an und über den Rhein, vom Tal auf die Höhen, und von Nord nach Süd kommen. Hier fordert die Studie zukunftsfähige Lösungen wie zum Beispiel Wassertaxis, Unterwasserröhren und, ja, auch eine Mittelrheinbrücke.

    Livestream #Buga2031 Vorstudie Pressekonferenz

    Posted by Rhein-Zeitung on Donnerstag, 19. Mai 2016

     

    Die Buga 2031 wird also nach den jetzt vorliegenden Überlegungen nicht an einem zentralen Punkt, etwa der Loreley, sondern im gesamten UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal „spielen“. Mehr aber ist nicht drin, gleichwohl sich ja viele Städte und Gemeinden nördlich von Koblenz für eine Ausweitung stark machen. Die Autoren der Vorstudie hingegen legen sich fest: Die jüngste Bundesgartenschau in der Havelregion habe deutlich gemacht, welche Rolle zu große Entfernungen für Erfolg oder Nichterfolg einer solchen Veranstaltung spielen. Fazit: Die Gebietskulisse des Welterbes sei „eine sinnvolle Größenordnung, die nicht überschritten werden sollte“.

    Bei dieser Einschätzung mag der Auftraggeber ein Wörtchen mitgeredet haben: Innenminister Roger Lewentz hat ja bezüglich der Buga-Idee von Anfang an nur das Welterbe im Blick gehabt. Wer sich aber allein die offenen Fragen nach der Lenkung der Besucherströme vor Augen hält, der wird nüchtern konstatieren müssen, dass die Umsetzung eines funktionablen Mobilitätsmanagements für das Welterbe schon eine gigantische Aufgabe ist. Es bleibt also bei der Kernidee, mit der Lewentz vor gut einem Jahr überraschte. Binnen kürzester Zeit war die Region begeistert – das erfolgreiche Vorbild der Koblenzer Gartenschau immer vor Augen. Als Weckruf für die Region wird eine Buga am Mittelrhein gesehen, als Chance, das Wir-Gefühl im Tal zu stärken und mithilfe dieses Zukunftsprojekts die wirtschaftliche und demografische Schieflage zu meistern.

    Wie eine Buga Entwicklungsprozesse in Gang setzen kann, auch das ist in Koblenz abzulesen. Bis heute profitiert die Stadt von der Schau. Eine solche Impulswirkung erhofft man sich auch von der Buga 2031, denn ausgerechnet im Welterbe geht es Teilen der Hotellerie und Gastronomie nicht gut, braucht der Tourismus Anstöße, fehlt es an Arbeit für junge Menschen, müssen Dörfer und Städte saniert, wegweisende Verkehrskonzepte erdacht werden. All dies haben die Verfasser der Studie auf dem Schirm:

    Eine grundlegende Erneuerung und Sanierung von Städten wie St. Goarshausen, attraktivere Uferbereiche und Promenaden etwa in Lahnstein, die Aufwertung historischer Baukultur. Der Ansatz ist jedoch nicht musealer Natur, sondern als riesiges Wirtschaftsprogramm gedacht: Jeder Euro, den die öffentliche Hand investiert, soll das doppelte und dreifache an privaten Investitionen nach sich ziehen. Und dass man mit einer gut gemachten Gartenschau unterm Strich sogar Geld verdienen kann, auch dies hat Koblenz im Jahre 2011 bewiesen.

    Damit die Menschen in Massen kommen, muss die Buga 2031 über Monate hinweg ein echter „Bringer“ sein. Die Autoren der Vorstudie erkennen im Dreiklang des nördlichen Tals vom Deutschen Eck bis zum Rheinbogen bei Osterspai und Filsen, des zentralen Tals von Kamp-Bornhofen/Boppard bis Oberwesel und des südlichen Tals von Kaub bis Bingen/Rüdesheim nicht nur gegliederte, in sich stimmige Erlebnisräume, die Besucher tageweise für sich entdecken können. Wichtig ist ihnen auch, dass in den einzelnen Abschnitten je nach Saison gärtnerische Höhepunkte mit großer Anziehungskraft geschaffen werden: Die Obstblüte im nördlichen Tal als Kernmotiv „Frühlingserwachen“, unter dem Schlagwort „Sommerschatten“ der Staudenzauber im zentralen Tal, und die Farbspiele des „Goldenen Herbst“ im südlichen Tal.

    Flankiert von Events fürs große Publikum, etwa auf der Loreley, fasziniert vor allem eine außergewöhnliche Idee der Studie: die schwimmende Gartenschau. Ausstellungen auf großen Schiffen, ein Blumenmeer auf Pontons, mobile Veranstaltungsbühnen, Badeboote und Gastronomieschiffe, die jeweils für einige Tage oder Wochen an verschiedenen Standorten anlegen und damit alle Städte und Dörfer entlang des Mittelrheins in das Geschehen integrieren können. Wer dieses einmalige Projekt erleben will, der, so die Absicht, muss schon zur Buga an den Mittelrhein kommen.

    Kopie von Beschlussvorschlag: Buga 2031 wird Thema in den Welterbe-KommunenSpektakel auf dem Wasser: Die schwimmende Gartenschau Mobilität: Mit dem E-Bike zur Burg, per Taxi ans andere Rheinufer Buga 2031: Von der Obstblüte über den 
Sommerschatten bis zum goldenen Herbst Buga 2031: Auf dem Rhein sollen Gärten wachsen weitere Links
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