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    WesterburgBrutale Baseballschläger-Attacke von Westerburg: Täter zu langen Haftstrafen verurteilt - versuchter Mord

    Versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung: Das ist das Urteil, das das Landgericht Koblenz über zwei Männer gefällt hat, die im Dezember 2012 auf einen damals 48-Jährigen mit einem Baseballschläger brutal eingeprügelt und ihn anschließend auf der Straße liegen gelassen hatten. Damals waren die nun Verurteilten 22 und 25 Jahre alt.

    Von unserer Redakteurin Silke Müler

    Der heute 27-Jährige, der dem Opfer mindestens vier Schläge mit dem Tatwerkzeug verpasst haben soll, hat eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren erhalten. Sein Komplize, der dem Mann dem Gericht zufolge einen Faustschlag ins Gesicht versetzt hat, muss für sieben Jahre in Haft. Darin eingerechnet ist auch die Verurteilung wegen sieben Diebstählen. Der Härteausgleich - also die bereits abgesessene Strafe - wurde ebenfalls berücksichtigt.

    Die Kammer hat das Mordmerkmal der Heimtücke ausgemacht, wobei sie in dem heute 24-Jährigen lediglich einen Mitläufer sieht, der eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Aber eben auch er habe die potenziell tödlichen Schläge billigend in Kauf genommen, hieß es.
    Das Opfer war nach der Auffassung des Gerichts arglos, denn es hatte keine Abwehrverletzungen. „Der Mann hat nicht geglaubt, dass er angegriffen würde“, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Fay-Thiemann. Diese Situation hätte das Duo als Chance gesehen und sie genutzt. Was den Älteren der beiden betrifft, so hat das Gericht bei ihm als zusätzliches Mordmerkmal niedrige Beweggründe festgestellt. Die Richterin bezeichnete das Verhältnis von Anlass und Tat als krass. Das Opfer hatte Monika Fay-Thiemann zufolge Zivilcourage gezeigt und die Täter auf Unrecht hingewiesen, als diese dabei waren, an Autotüren zu rütteln - wohl in der Hoffnung, einen Diebstahl verüben zu können. Nach der folgenden verbalen Auseinandersetzung habe der damals 48-Jährige deeskalierend gewirkt, indem er aus der Situation heraus und einfach weitergegangen war, so die Richterin. Der ältere Täter soll dem Mann mehrere Meter nachgerannt sein, nachdem er zuvor den Baseballschläger geholt hatte. Um das Opfer wehrlos zu machen, soll er ihm die Beine weggetreten haben.

     

    "Sie konnten sich gut erinnern"

    Dass das Duo durch seinen vorherigen Konsum von Alkohol und Drogen zum Tatzeitpunkt in seinem Tun beeinträchtigt war, dafür hat das Gericht keine Anhaltspunkte. „Sie konnten sich gut erinnern“, unterstrich die Vorsitzende Richterin. Sie ging unter anderem auf die Videoaufzeichnung der Spielothek ein, die die Täter anschließend besucht hatten. „Darauf machen sie alles andere als einen von Alkohol und Drogen beeinflussten Eindruck“, sagte Monika Fay-Thiemann. Als weiteres Indiz wertete sie die Tatsache, dass der ältere Täter im Auto mit Sommerreifen auf schneeglatter Fahrbahn eine 180-Grad-Wende mit der Handbremse hinbekommen hatte. Das wäre vielen nicht gelungen, die keinen Alkohol getrunken hätten, urteilte die Richterin. Da die Angeklagten zum Konsum unterschiedliche Angaben gemacht hatten, konnte das Gericht den Grad des tatsächlichen Rausches der beiden in jener Dezembernacht nicht mehr ausmachen. Das Urteil enthält darüber hinaus keinen Aufenthalt in einer Entzugsanstalt. Der Jüngere hatte sich nicht untersuchen lassen, dem Älteren wird keine positive Erfolgsaussicht bescheinigt.

    Als besonders entscheidend für das Strafmaß hob Monika Fay-Thiemann die physischen und psychischen Folgen für das Opfer hervor. Auch zweieinhalb Jahre nach der Tat ist es krank geschrieben und kann seinen Beruf nicht ausüben. Ein Ohr war ihm fast abgerissen worden. Der Mann verfügt nur noch über 30 Prozent Sehkraft und zieht beim Gehen immer noch ein Bein nach. „Er kann einem leidtun“, sagte die Richterin.

    Ob die Verteidiger nun in Revision gehen, ist noch völlig offen. „Das werden wir in Ruhe klären. Das ist nicht ad hoc zu entscheiden“, sagte der Verteidiger des jüngeren Täters auf Nachfrage der WZ. Der Anwalt des älteren Verurteilten schloss eine eventuelle Revision nicht aus.

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