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  • Ruf nach dem alten Nürburgring wird lauter

    Rheinland-Pfalz - 70 hatten sich angemeldet, rund 170 kamen. Am Ende war die Graf-Ulrich-Halle in Nürburg, also direkt an der Rennstrecke, nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Die rheinland-pfälzische CDU hatte unzählige Akteure der Region eingeladen, um über die Zukunft der Rennstrecke zu diskutieren.

    Mai 1997: Kurt Beck ist dabei, als der Ring 70 wird und in Gegenwart zahlreicher Nürburgring-Champions eine "Ehrentafel der Weltmeister" enthüllt wird. Rückbesinnung auf den Motorsport und den Mythos sehen jetzt viele Menschen als Zukunftsweg. 
    Mai 1997: Kurt Beck ist dabei, als der Ring 70 wird und in Gegenwart zahlreicher Nürburgring-Champions eine "Ehrentafel der Weltmeister" enthüllt wird. Rückbesinnung auf den Motorsport und den Mythos sehen jetzt viele Menschen als Zukunftsweg. 
    Foto: dpa

    Partei- und Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner hatte bereits im Vorfeld angekündigt, vor allem zuhören zu wollen. Das tat sie auch. Das Wort hatten die Menschen vor Ort oder diejenigen, die sich seit Jahren an ihrer Seite befinden.

    Flimm war Mann des Tages

    Ging es nach Redeanteilen, war der frühere ADAC-Präsident Otto Flimm der Mann des Tages. Als Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Ja zum Nürburgring“ kämpft er seit Jahren für eine Rückbesinnung auf den Motorsport. Rückhalt für den 83-Jährigen war allenthalben zu spüren. „Wir müssen die alte Nürburgring GmbH wiederherstellen“, sagte er gebeugt, aber nicht gebrochen. Und es klang ein wenig nach alten Zeiten, an denen sich am Ring alles um aufheulende Motoren und quietschende Reifen drehte.

    Hätte Flimm seine Grundüberzeugung auf einer Unterschriftenliste festgehalten, sie wäre wohl von allen im Raum unterschieben worden: Am Nürburgring muss der Motorsport Vorfahrt haben. Wir brauchen eine schuldenfreie Nürburgring GmbH in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Sie soll sichern, dass der Nürburgring für alle Rennsportfans zugänglich bleibt, die regionale Wirtschaft profitiert und der Breitensport zu bezahlbaren Konditionen auf und an der Rennstrecke Zukunft hat.

    Julia Klöckner versprach, diese Grundthesen in den Forderungskatalog der CDU einzuarbeiten. Doch einigen Fans der Rennstrecke war das nicht genug. „Was können wir konkret tun?“, fragte Ursula Schmitz, die Wirtin der „Pistenklause“, längst selbst eine Ring-Legende. „Bislang dachten wir, wenn wir Unterschriften sammeln, schmeißt Kurt Beck die sowieso in den Papierkorb“, so die kämpferische Gastronomin. Nun wollen die Menschen vor Ort einen neuen Anlauf beginnen. Am Rande des Treffens kam gar die Idee auf, eine Oldtimerrallye zur Staatskanzlei zu starten. Eine Art Protestzug, der in Mainz die Lobby für den Nürburgring verstärken könnte.

    „Bis zur offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang November müssen wir konkrete Vorstellungen ausgearbeitet haben“, mahnte Klöckner. Die CDU, die mit viel politischem Personal in Nürburg erschien, bietet sich als Sprachrohr der Region an. Die große Sorge der Menschen in der Graf-Ulrich-Halle: Nach der Pleite schnappt sich ein wohlhabender Investor die Rennstrecke und nutzt sie für seine elitären Interessen. Dies hat Sanierungsgeschäftsführer Thomas B. Schmidt bereits ausgeschlossen. Doch die Bürger am Ring sind skeptisch. Sie haben zu viele Fensterreden gehört.

    Eifler Billen propagiert Neuwahlen

    Und sie sind wütend. „Was für eine Schmach, dass sich der Insolvenzverwalter um diese geschichtsträchtige Rennstrecke kümmern muss“, empörte sich der Internet-Aktivist Mike Frison. Der CDU-Abgeordnete Michael Billen hält Neuwahlen des Landtags für das Gebot der Stunde. Seine Position: „Wir müssen den Bürger zum Insolvenzverwalter der Politik machen.“

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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