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  • "Alles Schunkeln!": Wilde Weiber stürmen die Rathäuser - Straßenfastnacht beginnt

    Rheinland-Pfalz. Sturm auf Rathäuser und Jagd auf Krawatten: Pünktlich um 11.11 Uhr hat an Weiberdonnerstag die Straßenfastnacht in Rheinland-Pfalz offiziell begonnen und das Narrenvolk erobert Rathäuser und schnappt sich dei Stadtschlüssel. In Mainz wurde ausgelassen am Fastnachtsbrunnen geschunkelt und gesungen. Meist in Gruppen mit den gleichen Kostümen feierten etwa Punks, Bienchen und Kannibalen auf dem Schillerplatz zu «Humba, Humba, Humba, Täterää» und «Im Schatten des Doms». Eine Horde wilder Hexen entführte Integrationsministerin Irene Alt (Grüne).

    Wolf, nimm dich vor diesen Rotkäppchen in Acht: Ann-Kathrin Singer aus Gensingen und Sabrina Konrad aus Bad Sobernheim sind ebenso verrucht wie goldig.
    Wolf, nimm dich vor diesen Rotkäppchen in Acht: Ann-Kathrin Singer aus Gensingen und Sabrina Konrad aus Bad Sobernheim sind ebenso verrucht wie goldig.
    Foto: Benjamin Stoess

    Rheinland-Pfalz. Singen, schunkeln, tanzen: An Weiberfastnacht beginnt für die Narren an diesem Donnerstag der Höhepunkt der fünften Jahreszeit. In vielen Städten wollen «wilde Weiber» oder Möhnen die Rathäuser stürmen und so symbolisch für die tollen Tage die Herrschaft übernehmen. Ein Blick auf die Wettervorhersage zeigt jedoch: Ein warmes Kostüm kann nicht schaden.

    Clownsfigur
    Die Narren entführten Irene Alt.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    Und wer sich eher heiß als warm fühlen will: In Koblenz stürmen die Narren am Freitagnachmittag die Behörden. Zuerst ist gegen 14.30 Uhr die Bundeswehr im Bundesbehördenhaus am Rheinufer dran, dann folgt das Rathaus. "Dabei kommt es dann auch zur Schlüsselübergabe", sagt ein Stadtsprecher. Auf dem Jesuitenplatz wird anschließend die Machtübernahme durch die Jecken kräftig gefeiert. In den Koblenzer Clubs geht dann die Post ab, die Städte rundherum lassen sich auch nicht lumpen und Hardcore-Weiberfastnachter fahren eh nach Mülheiim-Kärlich.

    Karnevalistinnen küssen sich
    Die Jecken feiern heute Weiberfastnacht.
    Foto: Oliver Berg/Archiv - DPA

    Beck hat keine Chance gegen Dauner Möhnen

    Auch in Daun in der Eifel ist was los: Selbst ein Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat die Erstürmung des Dauner Rathauses durch närrische Weiber nicht verhindern können. Eigens zur Verstärkung war Beck am Weiberdonnerstag zu seinem Parteifreund Wolfgang Jenssen in die Vulkaneifel gereist. Doch trotz heftigen Gerangels und bitterer Wortgefechte - die Möhnen rissen den goldenen Stadtschlüssel an sich. «Nach 31 Minuten haben sie es dann doch geschafft», sagte Beck.

    Kleiner Trost: Für seine «Tapferkeit» habe er zwei Orden verliehen bekommen. Schon am Eingang des Rathauses stürzten sich die mit Scheren bewaffneten Weiber auf seinen roten Schlips. "Der ist jetzt so kurz, dass man gar nichts mehr abschneiden kann", sagte Beck.

    Polit-Narren kämpfen mit Möhnen-Hexen um die Intergrationsministerin

    Hexen nahmen das Integrationsministerium in Mainz ein und verschleppten Ministerin Alt (Grüne) auf den Dorfplatz von Weiler bei Bingen. Dort wurde sie in den Hexenstall - ein solider Holzkäfig - gesperrt. Erst nach aufreibender Verfolgungsjagd konnte Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) - "ein landesweit bekannter, finanzkräftiger Ehrenmann aus der unmittelbaren Nachbarschaft von Alts neuem Ministerium" - sie befreien. Dafür wurde ein Lösegeld von 111 Euro fällig. Die gelungene Rettung sei ein "Beleg für das reibungslose und vertrauensvolle Zusammenwirken der rheinland-pfälzischen Landesregierung", erklärte Barbaro und reimte anschließend launig:

    Sie ist doch das Liebste was wir haben

    Und trägt so gerne bunte Farben.

    Sie strotzt nur so vor Energie

    Und hat der Männer Sympathie.

    Und - würd ich sie heute nicht befreien

    Die Weiber in Meenz hörn net uff zu schreien.

    In Mainz ist jetzt sowieso "Alles Schunkeln"

    Da wird sich auf dem Schillerplatz in der Innenstadt wieder ein feierndes Meer aus fröhlichen Narren bilden. Das Mainzer Altstadt-Rathaus war bereits Ende Januar von den Narren eingenommen worden.

    Notruf bittet um Aufmerksamkeit während den närrischen Tagen

    Zwar möchte der Frauennotruf Koblenz keine Panik verbreiten, doch möchte dieser Frauen vor sogenannten K.-o.-Tropfen warnen. Um ein böses Erwachen nach der Party zu verhindern, informiert der Notruf hier, wie Frauen sich am besten gegen das hinterhältige, perfide und höchst gefährlich Betäuben schützen können.

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