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    Kamp-Bornhofen300 Seiten Ärger: Bahnlärmprotokoll reist nach Mainz

    Mehr als 300 Seiten stark ist die Dokumentation, die den Ärger und die Sorgen der Menschen entlang der Rheintrasse beschreibt. Jetzt haben Vertreter der Bürgerinitiative (BI) im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn dieses Protokoll Innenminister Roger Lewentz (SPD) übergeben.

    Kamp-Bornhofen. Mehr als 300 Seiten stark ist die Dokumentation, die den Ärger und die Sorgen der Menschen entlang der Rheintrasse beschreibt.

    Jetzt haben Willi Pusch und weitere Vertreter der Bürgerinitiative (BI) im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn dieses Protokoll Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Bahnhof von Kamp-Bornhofen übergeben (die RLZ berichtete). Zahlreiche Städte und Gemeinden im Mittelrheintal und im Rheingau hatten die BI beim Erstellen dieser Arbeit unterstützt. 

    Die Dokumentation belegt eindrucksvoll die Situation der Bürger, die entlang der Schienentrasse leben. Ein Hauptproblem dabei sind die Güterzüge, die auch in der Nacht mit unzumutbaren Lärmpegeln von bis zu 110 Dezibel rattern und die Menschen um den Schlaf bringen. 1615 Mal fühlten sich laut Protokoll Menschen durch extremen Lärm betroffen, 792 Mal durch schwere Erschütterungen.

    Da die Befragung der Bürger aber nicht haushaltsdeckend vonstatten ging, gehen Pusch und seine Mitstreiter davon aus, dass noch mehr Menschen als aus der Dokumentation hervorgeht erheblich gesundheitlich geschädigt werden. Vor allem, wenn man die Lärmkartierung für Schienenwege des Eisenbahnbundesamtes aus dem Jahr 2007 mit einbezieht.
    Die Belastungen und Schäden durch nicht mehr zeitgemäßes rollendes Material und Minimalwartung der mehr als 150 Jahre alten Bahntrassen seien dabei noch nicht berücksichtigt. In manchen Orten würden bis zu 200 Metern von der Trasse entfernte Bauwerke zum Schwingen gebracht und der Boden zum Zittern gebracht.

    Nach Erachten der BI könnten ein Großteil der in der Dokumentation aufgeführten, durch den Schienengüterverkehr hervorgerufenen Beanstandungen schnell gemildert werden. Denn: Es gibt bereits Maßnahmen, die den Lärm nachweislich eindämmen. Auch Veränderungen an der Trasse und an den Zügen könnten die Pein der Bürger lindern.

    „Voraussetzung dafür wäre, dass die Bundesregierung und die Deutsche Bahn AG ihren sozialen und volkswirtschaftlichen Verpflichtungen gerecht wird und nicht bloß den betriebswirtschaftlichen Aspekten Rechnung trägt“, sagt Willi Pusch. „Diesbezügliche Entscheidungen müssen sich auch – und das in erster Linie – an der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen und dem Erhalt der als Unseco-Welterbe anerkannten Region orientieren.“

    Die längerfristige Lösung könne allerdings nur eine Alternativtrasse zur Entlastung des Rheintals sein. Die BI unterstützt die von Ministerpräsident Kurt Beck und Innenminister Lewentz vorgeschlagene Alternativstrecke für den Schienengüterverkehr längs der A 61.

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