Koblenzer Stadtgeschichte

Teil 64: Bomben vernichten die blühende Stadt

Koblenz - Die massiven Luftangriffe des Jahres 1944 hatten verheerende Folgen für die Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz. Das ist unbestritten. Dennoch ist die weit verbreitete Aussage, dass Koblenz zu 87 Prozent zerstört wurde, nicht richtig. Diese Quote bezieht sich nur auf die Alt- und Innenstadt. Dagegen gab es in den Stadtteilen zahlreiche Häuser, die unversehrt blieben oder nur leicht beschädigt wurden. Der Krieg hinterließ Narben, die noch immer spürbar sind. mehr ...

Teil 63: Die dunklen Seiten der Stadtgeschichte

Koblenz - Nur die wenigsten Koblenzer ahnten, dass die Erfolge der Nationalsozialisten auf tönernen Füßen standen. Dabei zeichnete sich schon 1937 ab, dass das "System Hitler" finanziell am Ende war. Es kommt nicht von ungefähr, dass schon damals hinter den Kulissen offen über Krieg gesprochen wurde. Gleichzeitig begann die Hochrüstung der Wehrmacht. mehr ...

Teil 62: Trügerische Zwischenblüte der Stadt Koblenz - Koblenz im Sommer 1933: Die Nationalsozialisten hatten nach der Selbstaufgabe des Zentrums die Macht komplett an sich gerissen. Sozialdemokraten und Kommunisten waren bereits zu schwach, um ernsthaft Widerstand zu leisten. Und wer es dennoch wagte, musste damit rechnen, inhaftiert zu werden. mehr ...
Teil 61: Koblenz wird eine "braune" Stadt

Koblenz - Ein ungewöhnlich harter Winter und eine Grippewelle: Das waren neben der schlechten wirtschaftlichen Situation die Probleme, mit denen sich die Koblenzer im Januar 1933 auseinandersetzen mussten. Die sogenannte "Machtergreifung" verlief in der Provinzhauptstadt relativ unspektakulär. Auch wenn die Nationalsozialisten zunehmend Flagge zeigten, ahnten die wenigsten, was sich hinter den Toren des Rathauses abspielte. mehr ...

Teil 60: Stadtverwaltung wird zum Unternehmen

Koblenz - Die Goldenen 20er-Jahre hat es nie gegeben. Es ist grundfalsch, das aufblühende und weltweit gefeierte kulturelle Leben in der Hauptstadt Berlin auf die Situation eines ganzen Volkes zu übertragen. Der Alltag sah für die Deutschen völlig anders aus. Die glanzvollen Bälle und Revuen jener Zeit kannten sie bestenfalls vom Hörensagen. Zwar hatten die meisten eine Arbeit, doch wurde selbst für herausgehobene Posten so schlecht bezahlt, dass selbst Beamte im höheren Dienst Probleme hatten, ihren Familien mehr als die Grundversorgung zu bieten. Und in Koblenz kamen noch eine Reihe von Sonderfaktoren dazu, die die Situation weiter erschwerten. mehr ...

Teil 59: Kemperhof ersetzt das Bürgerhospital

Koblenz - Die Zeiten waren unruhig, die Kassen knapp: Aus heutiger Sicht ist es schon erstaunlich, mit welcher Ruhe Verwaltung und Politik in den frühen 20er-Jahren den Ausbau der "Gesundheits-Infrastruktur" in Koblenz vorantrieben. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stand dabei der Bau eines neuen großen Krankenhauses. mehr ...

Teil 58: Wohnungsnot als neue Herausforderung

Koblenz- Zwar war die Hyperinflation des Jahres 1923 für die Politik ein willkommenes Instrument, das Reich von finanziellen Verpflichtungen zu befreien, doch engte die Währungsreform auch Handlungsspielräume ein. Wichtige Investitionen mussten aufgeschoben werden. Ergebnis: Das größte Problem der Nachkriegszeit, die Wohnungsnot, konnte nur schleppend gelöst werden. Dabei waren Hauseigentümer in einer vergleichsweise komfortablen Lage. mehr ...

Teil 57: Ein Schicksalsjahr für alle Koblenzer

Koblenz - Als die US-Truppen Ende Januar 1923 auf der Festung Ehrenbreitstein ihre Fahne einholten und die Befehlsgewalt an die Franzosen übergaben, standen die Zeichen auf Sturm. Denn Hunger und die Folgen des Ruhrkampfes führten dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Koblenzern und der neuen Besatzungsmacht dramatisch verschlechterte. mehr ...

Teil 56: Bürger und US-Soldaten arrangieren sich

Koblenz - Niederlage, Revolution und eine neue Besatzungsmacht: Das Jahr 1918 war für die Koblenzer nicht nur entbehrungsreich, sondern auch der Beginn einer ungewissen Zukunft. Dabei hätte es für sie schlimmer kommen können: Während andere Regionen im Deutschen Reich am Rande eines Bürgerkrieges standen, blieb es an Rhein und Mosel weitgehend ruhig - die massive Präsenz von US-Soldaten in der Stadt hatte durchaus ihre positiven Seiten. mehr ...

Teil 55: Verzweiflung, Tod und eine Revolution

Koblenz - Der Krieg forderte auch von den Koblenzern große Opfer. Und so mancher ließ an der Front sein Leben. Peter Geis hatte Glück und überlebte. Zahlreiche Briefe hat der Schreinermeister in die Heimat geschickt, die sein Großneffe Hans-Jürgen Geis heute sorgfältig aufbewahrt. Die wertvollen Privatdokumente zeigen, wie schnell der Anfangsoptimismus der jungen Soldaten von der brutalen Realität erstickt wurde. mehr ...

Teil 54: Krieg ließ zunächst die Kassen klingeln

Koblenz - Für Wladimir Iljitsch Uljanov, besser bekannt unter dem Kampfnamen Lenin, war die Sache klar: Der russische Revolutionär analysierte den Ersten Weltkrieg als imperialistischen Krieg imperialer Mächte. Mit diesem Urteil lag er grundsätzlich nicht falsch. Denn der Waffengang, an dem sich schließlich mehr als 40 Staaten beteiligten, war in erster Linie ein Ergebnis des Expansionsdrangs der führenden europäischen Mächte, der eng mit massiven wirtschaftliche Interessen verwoben war. Der schreckliche Krieg mit insgesamt rund 17 Millionen Opfern sollte auch Koblenz für immer verändern. mehr ...

Teil 53: Drehscheibe für Handel und Handwerk

Koblenz - Nicht nur für Dr. Konrad Adenauer war der 28. Oktober 1929 ein großer Tag. Damals unterschrieb der Kölner Oberbürgermeister einen Vertrag, der bis auf den heutigen Tag wirkt. Denn es ging um nicht weniger als eine gewaltige Industrieansiedlung. Was bis heute nur die wenigsten wissen: Die Domstadt war gar nicht die erste Wahl. Der Investor wollte sich eigentlich in der Provinzhauptstadt Koblenz niederlassen. mehr ...

Teil 52: Evangelische Christen formieren sich

Koblenz - Auch wenn der letzte Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus aus rein ökonomischen Erwägungen Protestanten gestattet hatte, sich in seinem Erzstift niederzulassen, blieb Koblenz eine fast rein katholische Stadt. Das änderte sich erst mit der Übernahme des Rheinlands durch die Preußen. Ihre neue Provinzhauptstadt wurde für zahlreiche auswärtige Beamte und Militärs zur Wahlheimat. mehr ...

Teil 51: Der lange Kampf für bessere Schulen

Koblenz. Ein moderner, wachstumsorientierter Staat braucht gut ausgebildete Bürger: Es kommt daher nicht von ungefähr, dass auch in Preußen das lange vernachlässigte Schulwesen eine neue Bedeutung erhielt. In Koblenz sind zwei Bauprojekte des frühen 20. Jahrhunderts zu einem Symbol für die neue Bedeutung der Bildungspolitik geworden: das 1907 im Auftrag der Stadt fertiggestellte Kaiser-Wilhelm-Realgymnasium und das 1909 vollendete Königliche Lehrerinnenseminar auf dem Oberwerth. mehr ...

Teil 50: Bauherren und Planer entdeckten Oberwerth

Koblenz - Obwohl die Raumnot in Koblenz Architekten und Ingenieure vor immer größere Herausforderungen stellte, spielte die Insel Oberwerth in ihren Überlegungen lange keine wichtige Rolle. Dabei hatte es schon, wie das neue Werk des Landeshauptarchivs Koblenz über den Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen zeigt, im späten 18. Jahrhundert Pläne gegeben, die Flussinsel mit dem Festland zu verbinden und neu zu nutzen. Realisiert wurde jedoch nichts. mehr ...

Teil 49: Private Selbsthilfe lindert Wohnungsnot

Koblenz. Zwar hatten die Koblenzer mit dem Verzicht des Militärs auf die Stadtbefestigung viel erreicht, doch war der Ausbau neuer Wohngebiete nicht so leicht zu schultern. Die Kommune war durch den Ausbau von Wasserversorgung, Kanalisation und Straßen in erheblichem Umfang gefordert. Es kommt nicht von ungefähr, dass es zunächst Widerstände gegen die Eingemeindung von Moselweiß gab. Dabei hatte sich das einstige Dorf längst in eine Wohngemeinde verwandelt. Doch die Furcht, viel Geld für den Ausbau der Infrastruktur in die Hand nehmen zu müssen, war anfangs groß. mehr ...

Teil 48: Die Provinzhauptstadt wird elektrisch

Koblenz. Die rasanten technischen Entwicklungen im 19. Jahrhundert setzten auch die Verantwortlichen in Koblenz unter Druck. Mussten sie sich doch nicht nur mit einer neuen "Gesundheitsinfrastruktur" auseinandersetzen, sondern auch mit einem neuen Transportmittel: der Straßenbahn. In der Provinzhauptstadt ist der Aufbau eines funktionierenden öffentlichen Verkehrs übrigens nicht von der Entstehung der Stromversorgung zu trennen. mehr ...

Teil 47: Das Denkmal - Wahrzeichen der Stadt

Koblenz - "Da stand - Tschingbumm! - ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg. Sah man näher hin, so entdeckte man, dass es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist […]" Die beißende Kritik von Kurt Tucholsky am eigentlichen Wahrzeichen der Stadt hat lange die Bewertung des insgesamt 37 Meter hohen Monuments am Deutschen Eck beeinflusst. Die Wissenschaft ist gerechter. Das Monumentalwerk am Zusammenfluss von Rhein und Mosel wird nicht nur als Gesamtkunstwerk gewürdigt, sondern auch als technische Meisterleistung. mehr ...

Teil 46: Der Staat investiert, und die Stadt blüht auf

Koblenz - Koblenz war als Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz Sitz wichtiger Zivilbehörden. Dennoch lag - sieht man einmal von der Eisenbahn ab - der Schwerpunkt der baulichen Aktivitäten lange im militärischen Sektor. Die meisten Bereiche der kommunalen und staatlichen Verwaltung mussten sich erstaunlich lange mit Provisorien begnügen. In der Regel wurden die Gebäude aus kurfürstlicher Zeit (wie zum Beispiel das Schloss) einfach weitergenutzt. Mit den steigenden Anforderungen an den modernen Staat funktionierte dieser bescheidene Ansatz nicht mehr. mehr ...

Teil 45: Alt-Koblenzals Stadt der Eskapaden

Koblenz - Prostitution ist ein Thema, das mindestens so alt wie die Geschichte der Stadt selbst ist. Meist wurde das "Gewerbe" geduldet. Nicht selten verdienten die Kommunen sogar daran. Das zeigen die Quellen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Zu Problemen kam es vor allem dann, wenn das Militär im Spiel war. Je größer die Garnison, desto höher die Zahl der Dirnen, die gutes Geld verdienen wollten: Das ist eine griffige Formel, die besonders für die Festungsstadt Koblenz gilt. Dort führten die Behörden einen schier aussichtslosen Kampf gegen das Milieu. Dabei ging es übrigens weniger um Moral und gute Sitten, sondern vor allem um die Gesundheitsfürsorge. mehr ...

Teil 44: Stadt verbietet das Schlachten im Haus

Koblenz - Neben Wasserversorgung, Kanalisation und der Neuordnung des Krankenhauswesens gab es für die Kommunen im Bereich der Stadthygiene zwei weitere große Herausforderungen: der Kampf gegen die "wilden" Hausschlachtungen und die Einführung einer professionellen Müllabfuhr. Und wieder waren die Koblenzer Stadtväter mit vielen teuren Problemen konfrontiert. mehr ...

Teil 43: Unrat aller Art zwingt Stadt zum Handeln

Koblenz - Die Ärzte stritten, die Ingenieure handelten: Während die medizinische Forschung verzweifelt nach den Ursachen der "neuen" Infektionskrankheiten suchte, zwang die Realität in den europäischen Städten des 19. Jahrhunderts die Verantwortlichen, gewaltige Projekte auf den Weg zu bringen, um die sanitären Verhältnisse zu verbessern. Neben der Wasserversorgung gab es ein weiteres großes Thema: die Kanalisation. Auch in Koblenz kamen trotz der desolaten finanziellen Lage der Kommune die Dinge in Bewegung. mehr ...

Teil 42: Gas und Wasser für Stadt im Aufbruch

Koblenz - Lebten um 1800 noch 23 Millionen Menschen in den deutschen Staaten, sollte die Bevölkerungszahl bis zur Reichsgründung rapide steigen. Bereits 1875 wurden 43 Millionen Menschen gezählt, bis 1914 sollten es 67 Millionen werden. Auf der Suche nach Arbeit zogen viele in die Städte. Dort war die vorhandene Infrastruktur diesem Ansturm nicht mehr gewachsen. Die örtlichen Verwaltungen standen vor allem im großen Bereich der Stadthygiene vor großen Herausforderungen. Auch in Koblenz. mehr ...

Teil 41: Trotz der Erweiterung: Altstadt bleibt beliebt

Koblenz - Der lange aussichtslose Kampf um die Aufgabe der Stadtbefestigung zwang Bauwillige, innerhalb der Umwallung nach freien Grundstücken zu suchen. Diese gab es vor allem noch in der östlichen Altstadt. Hier bot sich für Investoren die Chance, nach eigenen Vorstellungen zu bauen. mehr ...

Teil 40: Festung Koblenz - Die Fesseln fallen

Koblenz. Die Bemühungen der Koblenzer, die Fesseln der preußischen Stadtbefestigung abzustreifen, reichen bis in die 50er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Dennoch blieb den Vorstößen der Oberbürgermeister und der Koblenzer Handelskammer lange der Erfolg versagt. Die Lebensbedingungen in Koblenz verschlechterten sich weiter, die Bebauungsdichte nahm zu. mehr ...

Teil 39: Die Versorgung für Kranke wird besser Koblenz - Nicht nur in Koblenz, sondern auch in den Kommunen der unmittelbaren Umgebung wurden die Kapazitäten im Bereich der Krankenpflege während des 19. Jahrhunderts deutlich ausgebaut. Die neuen Pflegeorden spielten dabei eine maßgebliche Rolle. mehr ...
Teil 38: Staat zwingt zum Ausbau des Hospitals

Koblenz. In der klassischen Geschichtsschreibung werden die gewaltigen Investitionen in die kommunale Infrastruktur sehr gern vernachlässigt. Dabei zählen der Aufbau der Trinkwasserversorgung und der Kanalisation sowie die ersten Schritte hin zu einer modernen Energiewirtschaft zu den großen Leistungen des 19. Jahrhunderts. Messbar werden die enormen Fortschritte zunächst vor allem im Gesundheitssektor. So nahm das Krankenhauswesen zuvor unbekannte Dimensionen an - auch in Koblenz. mehr ...

Teil 37: Konflikt von Staat und Kirche eskaliert

Koblenz - Die katholische Kirche und das Königreich Preußen: Das war ein ganz spezielles Verhältnis, das in den 1870er-Jahren zum offenen Konflikt mutierte. Der sogenannte Kulturkampf sollte nicht nur das Rheinland, sondern ganz Deutschland verändern. mehr ...

Teil 36: Koblenzer kämpfen für Stadterweiterung

Koblenz - Lebten um 1800 noch 90 Prozent der rund 23 Millionen Menschen in den deutschen Staaten auf dem Land oder in Kleinstädten, sollte sich das im Laufe des 19. Jahrhunderts ändern: Einerseits sorgten die Fortschritte in Landwirtschaft und Technik für ein kräftiges Bevölkerungswachstum, anderseits setzte eine Landflucht ein, weil nur die Städte Menschen Arbeit und Brot versprachen. Von dieser Entwicklung waren vor allem die neuen industriellen Ballungsräume wie das Ruhrgebiet, Sachsen und natürlich auch die Rheinprovinz betroffen. mehr ...

Teil 35: Eisenbahn prägt das Gesicht der Stadt

Koblenz - Der 31. März 1836 ist ein ganz besonderes Datum, das auch für Koblenz weitreichende Folgen haben sollte. An diesem Tag wurde nämlich die Preußisch-Rheinische Eisenbahngesellschaft ins Leben gerufen. Die Gründung erfolgte nur knapp vier Monate nach der Jungfernfahrt der ersten "Dampfstrecke" Nürnberg-Fürth.

Die Tatsache, dass die auf der Strecke eingesetzte legendäre Lokomotive "Adler" von den britischen Eisenbahnpionieren Robert und Georg Stephenson konstruiert und in Newcastle gebaut worden war, zeigt: Die damals noch landwirtschaftlich geprägten und als industriell rückständig geltenden deutschen Staaten waren mit der Entwicklung relativ spät dran. Sogar die in weiten Teilen noch nicht entwickelten Gebiete der Vereinigten Staaten von Amerika waren schneller. Und bereits 1837 wurden die ersten Eisenbahnstrecken in Australien, Russland und Kuba in Betrieb genommen. In jenem Jahr gab es in Deutschland neben der "Pionierstrecke" in Franken gerade mal neun Kilometer der geplanten Strecke Leipzig-Athen. mehr ...

Teil 34: Bürger kämpfen gegen das soziale Elend

Koblenz - Das Scheitern liberaler und frühsozialistischer Ideen in Europa hatte nicht nur politische Folgen. Tief beunruhigt durch die gravierenden Umwälzungen ruderte auch die katholische Kirche zurück. Verkünder der aus heutiger Sicht befremdlichen Thesen wurden vor allem ein Mann: Giovanni Maria Mastai-Ferretti (1792-1878), besser bekannt als Pius IX. 1846 gewählt, versuchte der neue Papst dem drohenden politischen Ende des Kirchenstaates durch einen theologischen Fundamentalismus entgegensteuern. mehr ...

Teil 33: Der schwarz-rot-goldene Traum platzt

Koblenz - Bürger versöhnen sich mit den Soldaten und erheben sich gemeinsam gegen die Obrigkeit: Diese Schreckensversion führender Militärs konnte in den Revolutionsjahren 1848 und 1849 durchaus Wirklichkeit werden. Denn ein Sturm der Entrüstung gegen die verkrusteten Strukturen der Nachkongressära fegte durch die deutschen Staaten. Bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen waren damals nicht selten. In Koblenz blieben dagegen Unruhen aus. Doch auch in der Provinzhauptstadt war die Begeisterung für Freiheit und Gleichheit groß. mehr ...

Teil 32: Karneval - Zerstreuung in harten Jahren

Koblenz - Die Sehnsucht nach Freiheit und die wachsende Unzufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen machten auch die Koblenzer wütend. Und obwohl es im Vorfeld der Revolution von 1848 zahlreiche politische Kundgebungen in der Provinzhauptstadt gab, blieben gewalttätige Auseinandersetzungen aus. Die Menschen schätzten ihre Chancen realistisch ein. Und so mancher suchte Trost beim Karneval. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft ausgerechnet im Krisenjahr 1847 gegründet wurde - also vor genau 165 Jahren. mehr ...

Teil 31: Revolution als Weg aus dem Elend

Zustrom der verarmten Landbevölkerung, Übergriffe der Militärverwaltung sowie die Vetternwirtschaft preußischer Beamter und schließlich das Fehlen einer freiheitlich-liberalen Verfassung: Das war eine gefährliche Mischung, die viele Koblenzer verärgerte und 1848 das Fass zum Überlaufen brachte. In Frankreich war erneut eine Revolution ausgebrochen, die auch die deutschen Staaten in ihren Grundfesten erschüttern sollte. mehr ...

Teil 30: "König Cholera" klopft an die Pforten

Koblenz. Pocken, Tuberkulose, Typhus, Diphtherie und Grippe: Angesichts der großen politischen Ereignisse wird oft vergessen, dass die wahren Herren im Europa des 19. Jahrhunderts die tödlichen Infektionskrankheiten waren. Und gerade die Festungsstadt Koblenz mit ihren beengten Lebensverhältnissen war ein idealer Hort für Epidemien. Entsprechend groß war die Aufregung, als eine neue Seuche die Stadt bedrohte: die Cholera, die in England sogar als "König" bezeichnet wurde. mehr ...

Teil 29: Der "schlanke" Staat vergisst die Armen

Koblenz. Seine malerische Lage auf einem Felssporn erhebt das "mittelalterliche" Schloss Stolzenfels zum wohl wichtigsten Symbol der Rheinromantik: Der steinerne Zeuge einer bewegten Zeit verführt leicht dazu, die ersten Jahrzehnte der preußischen Herrschaft milde zu bewerten. In Wirklichkeit war das Verhältnis der neuen Herren zur Bevölkerung gespannt. Das lag nicht nur an den konfessionellen Gegensätzen, sondern vor allem an den nicht zu unterschätzenden sozialen Spannungen. mehr ...

Teil 28: Mächtige Festung bringt neue Lasten

Koblenz. Britische Künstler des 19. Jahrhunderts waren vom romantischen Rheintal mit seinen malerischen Städten und Burgen begeistert. Aber auch die Festung Ehrenbreitstein wurde zu einem beliebten Motiv. Doch die eindrucksvolle Szenerie, die sich in zahlreichen Gemälden widerspiegelt, täuscht über die tatsächliche Situation hinweg. Denn nicht nur aus Sicht der Bevölkerung legten die Preußen in ihrer neuen Rheinprovinz alles andere als einen Traumstart hin. Die neue Ära begann, wie die alte geendet hatte - mit schwer zu ertragenden Belastungen für die Menschen. mehr ...

Teil 27: Koblenz wird Zentrum der Rheinprovinz

Koblenz. Die Russen befreien Koblenz: Was auf den ersten Blick exotisch wirkt, hat bei näherer Betrachtung nicht nur eine militärische, sondern auch eine rechtliche Dimension. Nach der siegreichen Völkerschlacht vom 16. bis 19. Oktober 1813 hatten sich die Siegermächte auf die sogenannte Leipziger Konvention geeinigt. mehr ...

Teil 26: Russen zwingen Franzosen zum Abzug

Koblenz - Genialer Feldherr und Vordenker des modernen Staatsaufbaus oder größenwahnsinniger Massenmörder? Je mehr man sich mit der „Ära Napoleon“ beschäftigt, desto schwieriger wird es, diese Frage zu beantworten. Zweifellos waren Soldaten für den Kaiser „Menschenmaterial“, das er jederzeit zu opfern bereit war. Denn seine „Grande Armée“ war multinational und nichts anderes als Instrument einer eiskalten Machtpolitik. Doch zeigt das Koblenzer Beispiel, dass es in dieser Zeit auch hoffnungsvolle Ansätze gab. mehr ...

Teil 25: Napoleon und die Folgen für Koblenz

Koblenz - Seit der Flucht des Adels und führender Kaufleute infolge der französischen Besetzung war in Koblenz ein Vakuum entstanden. Dazu kam die wirtschaftliche Not der Bürger. Zum einen mussten die Koblenzer hohe Abgaben leisten, zum anderen waren traditionelle Absatzgebiete westlich der neuen Rheingrenze weggebrochen. Es kam nicht von ungefähr, dass die Militärherrschaft als drückend, willkürlich und mitunter auch als chaotisch empfunden wurde. mehr ...

Teil 24: Koblenz - Zentrum der Royalisten

Koblenz - Koblenz am 23. Oktober 1794: Französische Truppen marschieren in die Stadt, die zuvor sang- und klanglos kapituliert hatte. Die Welt des alten Kurfürstentums Trier ist zerschlagen, das Zentrum französischer Royalisten ist Geschichte. Die Besetzung unter Befehl des Generals François Sévérin Marceau (1769–1796) leitet für die Residenzstadt eine Zeitenwende ein. mehr ...

Teil 23: Das Schloss - Klasizismus als Notlösung

Koblenz - In der Barockzeit trieben die Landesherren den systematischen Ausbau von Straßen und Plätzen voran. Ihre gestalterischen Ideen betrafen nicht selten die gesamte Stadt. Geradlinige Straßen und Plätze, die von monumentalen Kirchen und Palästen ausgingen, sollten vor allem in den Hauptstädten das Bild bestimmen. Individuelle Züge untergeordneter Gebäude waren jetzt nicht mehr gefragt. Auch wenn in Koblenz vieles an den finanziellen Realitäten scheiterte, ist dieses planerische Ideal noch heute im Grundriss der Innenstadt ablesbar. mehr ...

Teil 22: Koblenz wird eine Barockstadt

Koblenz - Auch wenn die Koblenzer Innenstadt im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, ist sie neben Ehrenbreitstein für viele ein Musterbeispiel für den Aufbauwillen der Barockzeit. Zwar ist das nur bedingt richtig, weil ein großer Teil der erhaltenen historischen Gebäude in Koblenz deutlich jünger ist, doch spiegeln gerade die Gebäude rund um den Jesuitenplatz den Wandel der Baukunst im 18. Jahrhundert wider. mehr ...

Teil 21: Koblenz profitiert auf Kosten von Trier

Koblenz - Die kriegerischen Auseinandersetzungen des 17. Jahrhunderts hatten gezeigt, dass die zersplitterten rheinischen Territorien den Großmächten nichts entgegenzusetzen hatten. Die Kurfürstentümer Mainz, Köln und Trier machten da keine Ausnahme. Sie wurden geduldet, hatten aber mit der Neuordnung der Landkarte im 18. Jahrhundert wenig zu tun. Ein Nachteil für Koblenz war das nicht. Ganz im Gegenteil. Mit der Verschiebung der politischen Schwerpunkte nach Osten wurde die Hauptstadt des Niedererzstiftes für die Kurfürsten immer wichtiger. mehr ...

Teil 20: Ein neues Zentrum für den alten Kurstaat Koblenz - Zwangen den Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck (1676–1711) wegen der Dauerbedrohung durch Frankreich zunächst militärische Gründe, den beschleunigten Wiederaufbau von Koblenz zu fordern, so war es später vor allem der Wunsch, möglichst schnell ein repräsentatives Stadtbild zu erhalten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Nach der erfolgreichen Abwehr der Franzosen hatte sich der Schwerpunkt des Erzstiftes endgültig an den Rhein verlagert – auch wenn der Status von Trier als Landeshauptstadt nicht gefährdet war. Die Verschiebung war bereits mit der Erbauung der Philippsburg in Ehrenbreitstein nach Plänen des Architekten Georg Ridinger von 1623 bis 1629 als Residenz des Kurfürsten Philipp Christoph von Sötern eingeleitet worden. mehr ...
Teil 19: Ein sinnloser Krieg und seine Folgen

Koblenz. Der Pfälzische Erbfolgekrieg brachte auch für Koblenz Tod und Zerstörung, war aber auch ein Wendepunkt in der Stadtentwicklung. Denn erst im Zuge des Wiederaufbaus entwickelte sich der Kern dessen, was wir heute als Altstadt bezeichnen. Wie gravierend die im Herbst 1688 eingeleiteten Einschnitte jedoch waren, lässt sich mithilfe der Quellen nur schwer rekonstruieren. Denn die schriftliche Überlieferung hat ihre Tücken. Zum einen gingen wichtige Dokumente in den Kriegswirren verloren, zum anderen müssen Daten gründlich überprüft werden.  mehr ...

Teil 18: Fürchterliche Jahre für Koblenz

Koblenz - Der Westfälische Frieden beendete zwar den Dreißigjährigen Krieg und beruhigte den konfessionellen Dauerkonflikt, doch machte er das Reichsgebiet endgültig zu einem Flickenteppich von kleinen und kleinsten Territorien, in denen die Landesherren machen konnten, was sie wollten. Habsburg war geschwächt, Frankreich und Schweden konnten als Garanten des Friedens fast nach Belieben schalten und walten. Dazu kam das Ausscheiden der Schweiz und der Niederlande aus dem Reichsgebiet. Das Alte Reich war zum todkranken Patienten geworden, dessen Siechtum sich allerdings noch bis 1806 hinziehen sollte. mehr ...

Teil 17: Grauen des Krieges erreicht Koblenz „Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehret, das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun, die Jungfern sind geschändt, und wo wir hin nur schaun, ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret“: Diese traurige Bilanz, die Andreas Gryphius (1616–1664) in seinem Gedicht „Tränen des Vaterlandes” zog, betrifft im besonderen Maße auch Koblenz. Denn im 17. Jahrhundert wurde die Stadt zum Spielball der großen Mächte. mehr ...
Teil 16: Koblenzer erheben sich - und scheitern

Koblenz - Große Entdeckungen, gravierende politische Umwälzungen, enorme Fortschritte in Kultur und Wissenschaft, aber auch religiös motivierte Verfolgungen, Folter und rauchende Scheiterhaufen: Das 16. Jahrhundert konnte widersprüchlicher nicht sein. Die konfessionellen Gegensätze erschütterten weite Teile Europas in den Grundfesten. mehr ...

Teil 15: Das alte Weltbild wankt - und Koblenz? Koblenz - Eigentlich war der Ablasshandel für alle Beteiligten eine praktische Sache. Der Sünder zahlte für die Vergebung, und die Kirche konnte ehrgeizige Projekte angehen – so zum Beispiel den Petersdom in Rom, dessen Grundstein am 18. April 1506 gelegt worden war. Doch der Handel mit diesen „Freifahrtscheinen“ sollte bizarre Dimensionen annehmen und die Welt der Kirche in ihren Grundfesten erschüttern. Und das sollte auch im Kurfürstentum Trier deutlich zu spüren sein. mehr ...
Teil 14: In Koblenz wird große Politik gemacht Koblenz - Ein Kaiser zwischen allen Stühlen, ein kriegslüsterner König und ein kluger Erzbischof: Das sind die Hauptakteure einer großen Zusammenkunft, die im September 1338 in Koblenz über die Bühne gehen sollte. Rund 17 000 Menschen sollen sich damals in der eher kleinen Stadt an Rhein und Mosel zusammengefunden haben, die neben einer strategisch günstigen Lage genau die baulichen Rahmenbedingungen zu bieten hatte, die für die Durchführung eines Hoftages erforderlich waren. mehr ...
Teil 13: "Machtmensch" Balduin prägt Koblenz Koblenz - An die Preußen erinnert man sich ungern, während über die Jahrhunderte unter trierischer Herrschaft heute schon fast ehrfürchtig gesprochen wird. Historische Argumente für eine solche Verklärung gibt es nicht. Denn die Trierer Erzbischöfe waren knallharte Machtmenschen, denen es vor allem darum ging, ihr Herrschaftsgebiet zu festigen. Platz für bürgerliche Freiheitswünsche war da wenig. Das bekamen die Koblenzer spätestens seit dem 13. Jahrhundert zu spüren. mehr ...
Teil 12: Die falschen Gesichter des Koblenzer Mittelalters

Koblenz - Im späten 13. Jahrhundert war Koblenz eine voll funktionsfähige Stadt. Auch wenn Bauhandwerker die mittelalterliche Mauer noch nicht vollständig fertiggestellt hatten, präsentierte sich das von ihr umschlossene, insgesamt 42 Hektar große Areal im Bereich der heutigen Alt- und Innenstadt relativ gut geschützt. Dazu kam, dass sich das Zentrum an Rhein und Mosel zu einer zweiten Hauptstadt der Trierer Erzbischöfe entwickelte. mehr ...

Teil 11: In Koblenz wird der Weg zur Macht frei Koblenz - Am Rhein wurde gerade im Mittelalter deutsche und europäische Geschichte geschrieben. Das lag vor allem daran, dass der Strom schon damals eine der zentralen Adern Europas war. Dort pulsierte das wirtschaftliche Leben. Weil die Straßen meist schlecht waren, wichen Händler auf das Wasser aus. Die Folge: Der Fluss wurde weit intensiver befahren, als es heute der Fall ist. Darauf hat der Historiker Prof. Dr. Stefan Weinfurter hingewiesen. mehr ...
Teil 10: Wie Koblenz sich zur Stadt entwickelt Koblenz - Seit wann ist Koblenz Stadt? Trotz intensiver Forschungen kann diese Frage nicht eindeutig beantwortet werden. Denn eine förmliche urkundliche Stadtrechtsverleihung hat es für die Siedlung an Rhein und Mosel nie gegeben. Der seit 1018 erzbischöfliche Ort macht allerdings keine Ausnahme. In den früheren römischen Kastellorten sind die Übergänge fließend. Die Stadtwerdung kann selten auf Jahr und Tag datiert werden. Deswegen können Entwicklungen nur im großen gesamteuropäischen Zusammenhang betrachtet werden. mehr ...
Teil 9: Zeitenwende an Rhein und Mosel

Koblenz - Zeitenwende an Rhein und Mosel: Im Dezember 1018 gehört das Krongut Koblenz der Vergangenheit an. Fortan haben die Trierer Erzbischöfe das Sagen. Daran wird sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nichts mehr ändern.

Die Weichen für diese Entwicklung waren früh gestellt worden. Bereits in der Regierungszeit Ludwig des Frommen war der Einfluss des Klerus gewachsen. Schon die komplizierte Gründungsgeschichte des Stifts St. Kastor zeigt: Bereits Erzbischof Hetti hatte ein großes Machtbewusstsein und drängte darauf, den Einfluss Triers am Rhein auszubauen und zu festigen. Allerdings sollte sich gerade am Beispiel von Koblenz zeigen, dass sich der Klerus im 9. und 10. Jahrhundert nicht gegen die ostfränkischen Könige stellte. Ganz im Gegenteil: Er trug dazu bei, deren Macht zu festigen. Denn die nach dem Aussterben der ostfränkischen Karolinger auf den Thron gehobenen Herrscher hatten keinen leichten Stand. mehr ...

Teil 8: Der lange Kampf um das Frankenreich Koblenz - 1. Juni 860. Koblenz, das spätestens seit dem Vertrag von Verdun als grenznahe Stadt wieder eine große strategische Bedeutung hat, wird Schauplatz eines denkwürdigen Schauspiels: Die Könige Ludwig der Deutsche, Karl der Kahle und Lothar II. treffen sich, um für die drei seit 17 Jahren bestehenden Teilreiche vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen. Gesprächsstoff haben die drei Herrscher genug. Denn spätestens seit der Zeit Ludwigs des Frommen, der von 817 bis 840 regierte, dürfen die familiären Verhältnisse mit Fug und Recht als zerrüttet bezeichnet werden. mehr ...
Teil 7: Streit um Basilika St. Kastor

Koblenz - Für die Erforschung des Königsguts Koblenz im frühen Mittelalter lohnt es sich vor diesem Hintergrund, einen Blick nach Ingelheim zu werfen: Dort hatte bereits 787 Karl der Große sein Winterquartier aufgeschlagen. Eine karolingische Pfalz ist für die Zeit nach 814 überliefert. Es war also Kaiser Ludwig der Fromme, der den Standort am Rhein aufwertete. Und vielleicht hatte er am Zusammenfluss von Rhein und Mosel Ähnliches im Sinn. mehr ...

Teil 6: Wo stand die älteste Kirche der Koblenzer Altstadt? Koblenz - Für die Franken spielte Koblenz zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Im heutigen Stadtgebiet entstanden mehrere kleine, aber voneinander unabhängige Siedlungen. Der Bereich des spätantiken Kastells war ungewohnt. An dieser Situation sollte sich lange nichts ändern. Erst im Laufe der Zeit gewann der einstige Kastellort an Rhein und Mosel. Dieser Wandel ist eng mit den frühen Kirchen verbunden. mehr ...
Teil 5: Koblenzer Steinkastell war kein Königssitz

Koblenz - Koblenz im Jahre 585: Auf einer ihrer Reisen durch die fränkischen Herrschaftsgebiete besuchen die Merowingerkönige Childebert II. von Austrien und Guntram von Neustrien auch das „castrum Confluentis“. So schreibt es Gregor von Tours in seiner „Geschichte der Franken“, einer christlichen Universalhistorie, in deren Mittelpunkt das Geschlecht der Merowinger steht. Wo die Herrscher weilten, lässt der wohl bekannteste Autor des 6. Jahrhunderts jedoch offen. mehr ...

Teil 4: Krise Roms veränderte auch Koblenz Koblenz - In der Florinspfaffengasse liegt ein Schlüssel zum Tor zur späten Römerzeit. Das Vorhaben der Barmherzigen Brüder, an ihrem Gründungsort ein neues spirituelles Zentrum zu errichten, eröffnet Wissenschaftlern neue Möglichkeiten, die letzten Rätsel der frühen Stadtgeschichte zu lösen. In den vergangenen Wochen haben Mitarbeiter der Direktion Landesarchäologie Fundamente eine großen Gebäudes freigelegt, das offenbar vom späten 3. bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts nach Christus bewohnt wurde. Keramikfunde machen diese Einordnung möglich. mehr ...
Teil 3: Holzkastell sicherte die Römersiedlung Koblenz - Kaiser Augustus war am Boden zerstört: Drei Legionen aufgerieben, die meisten der rund 20 000 Soldaten tot. „Quintili Vare, legiones redde – Quintilus Varus, gib die Legionen zurück“, soll der Imperator gerufen haben, der einmal mehr durch seinen Frieden als durch seine Feldzüge bekannt werden sollte. So steht es zumindest in der achtbändigen Kaiserbiografie des Sueton.

Wie dem auch sei: Der Aufstand germanischer Stämme unter Führung des Cheruskers Arminius, der in der berühmten vernichtenden Niederlage der Römer an einem herbstlichen Tag des Jahres 9 nach Christus gipfelte, sollte auch direkte Auswirkungen auf Koblenz haben. mehr ...

Teil 2: Gründeten Kelten das alte Koblenz? Koblenz - Obwohl die Römer nach wie vor als Gründer von Koblenz gelten, beflügeln die jahrtausendealten neuen archäologischen Funde aus dem Stadtgebiet die Fantasie. Ist das heutige Oberzentrum im Kern noch viel älter als gedacht? Die Frage liegt in der Tat auf der Hand – auch wenn man nicht so vermessen sein sollte, den Menschen der Jungsteinzeit die Gründung einer größeren Siedlung zuzuschreiben. Beim Blick in die Eisenzeit wird das ganz anders. Denn jetzt meldet sich ein Volk zu Wort, das wie kein anderes die Urgeschichte Westeuropas geprägt hat: die Kelten. mehr ...
Teil 1: Wie alt ist unsere Stadt wirklich? Teil 1: Wie alt ist unsere Stadt wirklich? Koblenz - Wie alt ist unsere Stadt? Als 1992 ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert wurde, schien die Antwort auf diese Frage klar auf der Hand zu liegen: Es waren die Römer, die vor 2000 Jahren den günstigen strategischen Ausgangspunkt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel für sich zu nutzen wussten. Erst eine Holzbefestigung, dann eine Siedlung und schließlich ein steinernes Kastell, aus dem schließlich die mittelalterliche Stadt entstand: Dieser Entwicklungsstrang wurde immer wieder gern ins Spiel gebracht. Als Beweis dienten die spärlich fließenden schriftlichen Quellen der Antike. Dieser scheinbar fest gefügte Dreiklang bedarf jetzt dringend einer Korrektur. Koblenz ist nämlich deutlich älter als lange angenommen. mehr ...

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Sebo-RZ-Regionales-B-Stadtgeschichte Unser Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf. Er ist promovierter Historiker und Bauhistoriker.
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