40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Politik in Rheinland-Pfalz
  • » "Wahlzeit!" Maren und Rosheen: Wählen will gelernt sein
  • "Wahlzeit!" Maren und Rosheen: Wählen will gelernt sein

    Für junge Leute unter 18 ist derzeit auch "Wahlzeit!" - nur eben ein wenig früher. Mit den  Juniorwahlen und dem dazugehörigen Wahlkampf beschäftigen sich in Mainz besonders intensiv auch zwei 17-jährige Gymnasiastinen; sie haben zum Podiumsgespräch politische Hochkaräter eingeladen.

    Sie sind aktiv in der "Wahlzeit!": Seit Monaten arbeiten Maren Mehler (links) und Rosheen Spiess für die Juniorwahl an ihrer Schule in Mainz.
    Sie sind aktiv in der "Wahlzeit!": Seit Monaten arbeiten Maren Mehler (links) und Rosheen Spiess für die Juniorwahl an ihrer Schule in Mainz.
    Foto: Harry Braun

    Von unserer Redakteurin Claudia Renner

    Mainz. Das Gymnasium Theresianum in der Landeshauptstadt hat Mainzer Bundestagskandidaten zur Podiumsdiskussion eingeladen. Aus dem Gewimmel der Vorbereitungen für diesen Anlass tauchen zwei Schülerinnen auf: Maren Mehler und Rosheen Spiess, beide 17, beschäftigen sich besonders intensiv mit der Bundestagswahl. Sie organisieren die Juniorwahl an ihrer Schule.

    Bei dieser bundesweiten Initiative des gemeinnützigen Bildungsvereins Kumulus wird die Bundestagswahl an einem festgelegten Schultag kurz vor dem echten Wahltermin an der Schule simuliert. Auch und gerade Schüler unter 18 können abstimmen wie bei der richtigen Wahl. Das Ergebnis wird für jede Schule ausgewertet. Das klingt einfach, aber Maren und Rosheen sind seit Monaten mit den Vorbereitungen beschäftigt.

    Etwas für die Gemeinschaft tun

    „Das war ein Vorschlag von unserem kommissarischen Schulleiter für eine ,Besondere Lernleistung'“, berichtet Maren. Die Besondere Lernleistung mündet in eine umfangreiche Hausarbeit, deren Note später in die Abiturwertung eingeht. Doch das ist nicht alles: „Man tut etwas für die Gemeinschaft“, ergänzt Rosheen sofort. Stets scheint die eine zu wissen, was die andere noch sagen wollte. „Ja“, sagen sie lachend auf die Frage der Reporterin, „wir sind auch privat befreundet.“

    Bereits im Mai wurden alle an der Juniorwahl Beteiligten eingeladen und ein Zeitplan hierzu erstellt. Begleitend wird das Thema Bundestagswahl im Sozialkundeunterricht behandelt. Das Lehrmaterial kommt von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB). „Wir haben uns ausgesucht, was wichtig ist und was die Schüler lernen sollen“, erzählt Rosheen. Damit hat das junge Orga-Team die Lernschwerpunkte für den Unterricht mitgestaltet.

    Juniorwählen können alle Schüler ab der achten Klasse, denn ab dieser Stufe steht im Theresianum Sozialkunde auf dem Stundenplan. Damit gibt es rund 500 Wahlberechtigte. Da die Schule regelmäßig an den Juniorwahlen teilnimmt, ist der kommende Urnengang, wie Maren sagt, „für die 12er und 13er nicht das erste Mal. Für die Jüngeren schon.“ „Die meisten haben noch nicht so den Kontakt zu Politik“, fügt Rosheen hinzu.

    Für die Kandidatenrunde, zu der an diesem Tag Ursula Groden-Kranich (CDU), Michael Hartmann (SPD) und Tabea Rößner (Grüne) erwartet werden, haben die beiden schon ganz früh die Parteien angeschrieben. „Da stand noch gar nicht fest, wer kandidiert“, sagt Maren. Die Parteien, die teilnehmen wollten, hätten sich schnell gemeldet. „Manche leider gar nicht“, bedauert Rosheen.

    Am Freitag, 20. September, ist es dann so weit. Maren und Rosheen werden aber nicht hinter Wahlurnen sitzen und aufpassen, dass ihre Mitschüler ihre Wahlzettel korrekt einwerfen. Die Schule hat sich für die Onlinewahl entschieden, die Software stellt die BpB zur Verfügung. Aber: „Wir kümmern uns darum, dass jeder Schüler seine Wahlbenachrichtigung in die Klasse bekommt“, sagt Rosheen. Darauf stehen ein Code und eine persönliche Nummer (PIN), damit niemand mehrfach wählen kann. „Die gibt’s aber erst am Wahltag selbst, damit sie niemand daheim vergisst.“ „Die Wahl ist freiwillig, man muss nicht teilnehmen“, stellt Rosheen klar. „Aber wir haben die Lehrer gebeten klarzumachen, wie wichtig es ist.“

    Über Politik selbst informiert

    Politisch interessiert sind beide. „Es wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Ich habe dann angefangen, mich selbst zu informieren“, sagt Rosheen und nutzt die Gelegenheit, ein wenig Kritik loszuwerden: „Medien hetzen gern gegen Parteien“, findet sie. Dabei sei es doch klar, dass die Parteien von dem, was sie vor Wahlen versprechen, das wenigste in vier Jahren umsetzen können.

    Sie selbst versuche aber nicht, in eine Partei zu kommen. „Es gibt bei jeder etwas, was einem nicht so zusagt.“ Maren sagt, sie habe beim Vorbereiten der Juniorwahl dazugelernt. „Ich habe meine eigene Meinung gefestigt.“

    Ihre Wahlprognose für die Schule? Maren lacht: „Ich glaube, viel Grüne.“ Rosheen rechnet mit vielen Stimmen für die CDU, „weil unsere eine christliche Schule ist“. Vor allem würden wohl die großen Parteien gewählt, weil die am bekanntesten sind, schätzt sie.

    Der Schulgong ertönt zur großen Pause. Maren und Rosheen müssen los. Die Kandidaten zur Podiumsrunde können jeden Augenblick eintreffen.

    "Wahlzeit": Engagierte Schulen gesucht! - Aktionen und Fotos
    Anzeige
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Zur Stunde
    Onliner vom Dienst:
    Marcus Schwarze

    Anzeigen: 0261/98362003
    Abo: 0261/9836 2000
    Red.: 0160/97829699
    Mail | Twitter | Brief

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Wetter
    Sonntag

    21°C - 30°C
    Montag

    17°C - 27°C
    Dienstag

    14°C - 26°C
    Mittwoch

    14°C - 26°C
    epaper-startseite
    Anzeige
    Hartmut Wagner

    Hartmut Wagner berichtet vom Koblenzer Landgericht