Stadtwerke Neuwied: Wird jetzt auch Stefan Herschbach (CDU) entmachtet?
Neuwied - Nachdem Dirk Hillesheim (SPD) als Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied fristlos entlassen wurde, geht es jetzt dem noch verbliebenen Mann an der Spitze des Unternehmens an den Kragen: Stefan Herschbach (CDU) könnte seine fehlende Qualifikation zum Verhängnis werden.
Für Sigurd Remy ist in der Gänsekeulen-Affäre der Fall klar: Die CDU – allen voran deren Fraktionschef Martin Hahn – hat ein einziges Ziel verfolgt: Sie wollte Dirk Hillesheim (SPD) von der Spitze der Stadtwerke Neuwied (SWN) vertreiben. „Die wollten nur: Kopf ab“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Remy im RZ-Gespräch. An echter Aufklärung sei der Union nicht gelegen gewesen. Und Remy sagt auch: „Wenn Dirk Hillesheim wirklich etwas Relevantes getan hätte, dann hätten wir ihn selbst abgeschossen.“Wie es rechtlich zu bewerten ist, dass die Lebensgefährtin von Dirk Hillesheim in der Deichwellenküche die Gänsekeulen für ihre Gastwirtschaft brutzeln durfte, das wird letztlich das Landgericht zu entscheiden haben. Während Sigurd Remy betont, dass Dirk Hillesheim die Nutzung der Küche von Anfang an bezahlen wollte, sieht Grünen-Fraktionschef Ralf Seemann in der Aktion „keine Bagatelle“. Für ihn ist klar: „Nach allem, was passiert ist, war Hillesheim nicht mehr zu halten.“ Daher, so Seemann im gemeinsamen RZ-Gespräch mit Sigurd Remy, sei er für eine Vertragsauflösung gewesen und nicht für eine Entlassung. Im Übrigen legt er Wert auf die Feststellung, Hillesheim zwar zu mögen, mit ihm jedoch nicht befreundet zu sein.
Nachdem sich langsam der Pulverdampf in der Gänsekeulen-Affäre legt, richtet sich der Blick zaghaft Richtung Zukunft. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie es an der Spitze der Stadtwerke weitergeht. Bis auf Weiteres führt CDU-Mann Stefan Herschbach dort die Geschäfte allein. Da er als Jurist allerdings alles andere als ein Energiefachmann ist, bringt Sigurd Remy mehrere Möglichkeiten ins Spiel: Stefan Herschbach will er am liebsten wieder im Bundeswehrbeschaffungsamt in Koblenz sehen. Sollte Herschbach diesen Rückzug nicht von allein antreten, sieht Remy für den Unionsmann eine andere Verwendung: Er könnte künftig die Servicebetriebe allein leiten. „Dort kann er wenigstens keinen Schaden anrichten“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende. An die Spitze der Stadtwerke gehöre dann ein ausgewiesener Fachmann. Das wäre das Ende der SWN-Doppelspitze.
Auch Ralf Seemann meldet Zweifel an der Qualifikation von Stefan Herschbach an. „Ich habe von ihm noch keine einzige innovative Idee gehört“, sagt der Grüne. Herschbach sei nur gut, wenn es darum geht zu strukturieren. Man muss jetzt laut Seemann die Frage stellen dürfen, ob Stefan Herschbach in der Lage ist, die Fragestellungen eines kommunalen Energieversorgers zu beantworten.












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