Neuwieder Stadtrat wirft Ex-Stadtwerke-Chef zum zweiten Mal raus
Neuwied - Der bereits vor vier Wochen abberufene Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied, Dirk Hillesheim (SPD), erhält erneut Post von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Inhalt: schon wieder eine außerordentliche Kündigung.
Die Kündigung sprach am Donnerstagabend die Gesellschafterversammlung des Unternehmens, bestehend aus Oberbürgermeister Nikolaus Roth (SPD), weisungsgemäß aus. Diesem Beschluss waren Abstimmungen in Sondersitzungen des Stadtrates und des Aufsichtsrats vorausgegangen.Im Vergleich zur Gänsekeulen-Affäre, die Hillesheim vor einem Monat den Job gekostet hat, gab es im aktuellen Fall einige feine Unterschiede. Der wesentlichste: Die Entscheidung des Stadtrats fiel diesmal einstimmig aus. Selbst Hillesheims Genossen konnten diesmal nicht gegen eine Kündigung stimmen; sie enthielten sich stattdessen – wie auch die Grünen und der Linke Gustav Gehrmann.
Dass diejenigen, die Ende Dezember noch die Hand für Hillesheim gehoben hatten, nun anders votierten, liegt an der Eindeutigkeit, mit der es die Stadtväter im aktuellen Fall zu tun hatten. Dirk Hillesheim wird vorgeworfen, dass er der Freundin der Tochter seiner Lebensgefährtin auf Kosten der Stadtwerke einen Privatlehrer beschafft hat, der ihr helfen sollte, nicht noch einmal durch die Abschlussprüfung ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau zu rasseln. Die junge Frau hatte Hillesheim zu diesem Zeitpunkt als Aushilfe in der Deichwellen-Gastronomie beschäftigt.
So kam denn auch das juristische Gutachten, das die Stadtwerke in Auftrag gegeben hatten, zu dem Schluss, dass hier eine schwere Pflichtverletzung vorliegt und die Kündigung gerechtfertigt ist. Das Prozessrisiko wurde als gering eingestuft. Für die SPD bleibt es nach Auskunft von Fraktionsgeschäftsführer Michael Mang dennoch fraglich, „ob der Beweis erbracht werden kann“. Man habe sich nun enthalten, „um einer gerichtlichen Klärung nicht im Weg zu stehen“.
Ralf Seemann von den Grünen erklärte, er verurteile das Verhalten von Dirk Hillesheim und stellte fest: „Die Dinge häufen sich.“ Eine Weiterbeschäftigung sei daher unmöglich. Aber: „Ich hätte mir einen anderen Weg gewünscht.“ Er sei für eine Suspendierung und gütliche Trennung gewesen. Für Karl-Josef Heinrichs (FWG) hingegen war dies „eine klare Sache“. Das Fehlverhalten Hillesheims werte er als hundertprozentigen Kündigungsgrund. Dietrich Rühle von der FDP hätte auch lieber einen Vergleich mit dem Geschäftsführer gehabt; die staatsanwaltlichen Ermittlungen hätten diesem aber im Weg gestanden.












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