Coup: Martinimarkt zieht von Honnef nach Linz
Linz - Das gelungenste, weil bestgefüllte Marktereignis der Region, der Bad Honnefer Martinimarkt, zieht um nach Linz: Das kann für die Bunte Stadt nicht nur ein Erfolg werden - es ist schon jetzt ein gelungener Coup. Von Donnerstag, 25., bis Sonntag, 28. Oktober, wird Michael Schuch die Veranstaltung nach Linz bringen, die in Bad Honnef um die 75 000 Besucher jährlich lockte: Es ist das letzte Wochenende des Jahres mit langen, auf Touristen zugeschnittenen Öffnungszeiten, der Abschluss der Saison. Wie kommt es zu dem Standortwechsel, der der Marke "Linz am Rhein" viel Attraktionspotenzial zuspielt?
Schuch musste sich eine Alternative suchen, da er sein "Baby", das er in Bad Honnef großgezogen hatte, dort nach Personalwechseln bei lokalen Institutionen nicht mehr wie gewohnt gedeihen lassen konnte: Hatte der Martinimarkt seit 1996 den kompletten Raum des Marktplatzes und vor der katholischen Kirche St. Johann Baptist gefüllt, musste der Kirchplatz auf Wunsch des Pfarrers zuletzt frei bleiben, worunter das Ambiente der Veranstaltung stark litt.
Um den Martinimarkt so gekonnt wie den Weihnachtsmarkt in Ahrweiler und den Markt in der Töpferstadt Adendorf gestalten zu können, ist also ein Umzug geboten. "Ich hatte sieben Anfragen aus anderen Städten", erzählt Schuch - bis nach Xanten im Norden von Nordrhein-Westfalen reicht das Interesse. Für Linz hat er sich wegen der guten Lage entschieden. Und dieser Grund hat viele Aspekte: Von seinem Wohnort Bad Neuenahr aus ist die Bunte Stadt für Schuch gut zu erreichen. Viel wichtiger aber: "das historische Ambiente, die Struktur der Altstadt und genug Parkplätze sowohl für Aussteller als auch für Besucher". Was für ein Glück dieser Martinimarkt für Linz ist, beschreibt Stadtbürgermeister Adi Buchwald: "Wie Männer das so an sich haben, gehe ich eigentlich nicht gern über Märkte. Aber in Bad Honnef hatte ich ein richtiges Aha-Erlebnis: Was man da alles kaufen, anfassen, essen und trinken kann! Meine 89-jährige Mutter hat zum Beispiel einen Muff gesucht - und dort gefunden!" Zudem hat Buchwald die gelungene Symbiose des lokalen Einzelhandels mit den Marktbeschickern beeindruckt: "Alle waren gut drauf."
Von einem schönen Markt nimmt man das Gefühl für eine schöne Stadt mit nach Hause, die man erneut besuchen möchte. Auf diesen Marketingeffekt hoffen auch die Linzer Akteure, wollen dafür alle an einem Strang ziehen: Die Werbegemeinschaft organisiert mit und konnte schon bei der Planung mit der Unterstützung von Feuerwehr und Ratsfraktionen rechnen, sagt Vorsitzender Martin Flöck. Sogar die Bad Honnefer stehen dahinter, sagt Thomas Herschbach von der Touristikgesellschaft: "Sie verstehen, dass Schuch sich einen neuen Standort gesucht hat."
Für Linz möchte der Fachmann das Bad Honnefer Konzept sogar noch dekorativ verbessern. Eine Facette wird jedoch auf jeden Fall mitimportiert: der Rindenmulch, auf dem die Besucher weich und leise zwischen den Ständen umherschlendern und dabei gleichzeitig das Pflaster polieren. 50 bis 60 Buden sollen auf dem Marktplatz, Burgplatz und dem Parkplatz hinter der Burg bereitstehen, Kunsthandwerk, Kulinarik und Erlebnis bieten.














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