Gänsekeulen-Affäre bei den Stadtwerken Neuwied ist für die SPD nur eine "Dummheit"
Neuwied - Die "Gänsekeulen-Affäre" von Stadtwerkegeschäftsführer Dirk Hillesheim trübt die vorweihnachtliche Freude in Neuwied. Die SPD versucht, den Fall herunterzuspielen und spricht nun von einer "Dummheit".
Die SPD steht in Treue fest zu Dirk Hillesheim. Das hat SPD-Fraktionsvorsitzender Sigurd Remy im RZ-Gespräch deutlich gemacht. Der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied steht in der Kritik, seit die sogenannte „Gänsekeulen-Affäre“ durch die Rhein-Zeitung öffentlich gemacht wurde. Remy sagte, er habe keinen Zweifel daran, dass am Ende der Überprüfung nichts an seinem Parteigenossen hängen bleibe.
Andere sind sich da nicht so sicher, wollen aber erst einmal eine saubere Aufklärung der Sachverhalte. So macht sich die CDU-Fraktion dafür stark, den Vorgang durch eine Anwaltskanzlei juristisch und arbeitsrechtlich umfassend und kurzfristig prüfen zu lassen. „Wir erwarten insbesondere eine juristische Bewertung hinsichtlich der durch Herrn Hillesheim genehmigten und angeordneten Nutzung der Küche der Deichwelle durch seine Lebensgefährtin und die erst nach Bekanntwerden des Sachverhaltes am 29. November geäußerte Absicht, die entstandenen Kosten zu erstatten“, heißt es in einem Schreiben an Oberbürgermeister Nikolaus Roth. Ebenso solle das bei einem Gespräch in der Deichwelle gegenüber zwei Mitarbeitern „konkret aufgezeigte „Droh-Szenario“ des Verlustes des Arbeitsplatzes“ aufgeklärt werden.
Für SPD-Fraktionschef Sigurd Remy ist das, was Dirk Hillesheim getan hat, alles nicht so schlimm. „Das war zwar eine Dummheit, aber kein Vergehen“, sagte Remy der RZ. Zu einer Affäre sei der Fall erst durch die Rhein-Zeitung geworden. Er sehe das als „Angriff gegen die SPD“. Remy: „Die SPD ist sich einig: Wir sprechen Dirk Hillesheim auch jetzt schon unser Vertrauen aus.“ Er habe auch keinen Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Geschäftsführers. Andere hingegen beobachten mit Sorge, dass Hillesheims Arbeitskraft aufgrund privater Probleme derzeit stark eingeschränkt ist. Sigurd Remy hält dagegen: „Dirk Hillesheim ist eine von den tragenden Säulen des Unternehmens.“
Der SPD-Fraktionsvorsitzende empörte sich außerdem über die RZ: „Aus einer Blödheit eine Affäre zu machen, ist schon eine Kunst.“ Die von der CDU geforderte Untersuchung will Remy jedoch nicht verhindern. „Wir wollen nichts unter den Teppich kehren.“ Im nächsten Satz bezeichnete er eine Untersuchung gleichwohl als „Pipifax“, es liege doch alles auf der Hand, und er wisse ohnehin, was bei der Untersuchung herauskomme.












Diesen Artikel versenden