Gänsekeulen-Affäre: Ist Neuwieds Stadtwerke-Chef noch zu halten?
Unwirksame Kündigung
Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, hatte Geschäftsführer Hillesheim die Bereichsleiterin der Deichwelle, Annette Engel-Adlung, angewiesen, seiner Lebensgefährtin die Nutzung der Deichwellen-Küche zu gestatten. Dieser Aufforderung ist die Bäderchefin offenbar nachgekommen. Dirk Hillesheim wird nun vorgeworfen, über Inventar der Stadtwerke so zu verfügen, als sei dieses sein Privateigentum, und Mitarbeitern gegenüber nicht erst diesmal fragwürdig aufgetreten zu sein. In diesem Zusammenhang liegt der RZ ein Schreiben eines Mannes vor, in dem er die Hintergründe einer fristlosen Kündigung beleuchtet, die Dirk Hillesheim im März 2010 ausgesprochen hatte.
Der Mann war seit 13 Jahren bei den Stadtwerken, später bei den Servicebetrieben, beschäftigt, als ihm Hillesheim fristlos kündigte. „Es ist Fakt, dass mir seitens Herrn Hillesheim eine Straftat, in dem Fall Körperverletzung, unterstellt wird. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise auf diese Straftat“, schreibt der Mann. Mit dem angeblichen Vorfall sei er erst fünf Tage nach der vermeintlichen Tat konfrontiert und dann sofort freigestellt worden. Das Arbeitsgericht hat die Kündigung später für unwirksam erklärt; Hillesheim hat alle Vorwürfe vor Gericht zurückgezogen. Unterm Strich blieb ein wirtschaftlicher Schaden für die Servicebetriebe, der sich im sechsstelligen Bereich bewegen dürfte. Zu ausstehenden Gehaltszahlungen in Höhe von 50 000 Euro kamen eine Abfindung von 30 000 Euro sowie Lohnneben- und Gerichtskosten.
Dirk Hillesheim selbst wollte sich der RZ gegenüber zum jetzigen Zeitpunkt zu den Vorwürfen nicht offiziell äußern, machte aber am Telefon einen sehr mitgenommenen Eindruck. Gesprächsteilnehmer berichten aber, Hillesheim habe den Gebrauch der Küche für private Zwecke eingeräumt. Auch Kommunalpolitiker halten sich mit Stellungnahmen noch zurück. Etliche sehen allerdings für Dirk Hillesheim bei den Stadtwerken keine Zukunft mehr, weil sie die Autorität des Geschäftsführers tief erschüttert sehen und ernsthafte Zweifel daran haben, dass die beiden Geschäftsführer nach den Vorkommnissen noch vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Sie plädieren für einen Auflösungsvertrag, von dem Hillesheims Parteigenossen jedoch nichts wissen wollen.












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