Bürgermeisterwahl in Rengsdorf: CDU gibt Kandidatensuche auf
Rengsdorf - Am 12. März läuft die Meldefrist für Bewerber um das Amt des Rengsdorfer Verbandsgemeinde-Bürgermeisters ab. Die Union hat die Suche aber bereits jetzt die Suche nach einem eigenen Kandidaten eingestellt und befürwortet stattdessen Hans-Werner Breithausen von der SPD.
Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh
„Für die am 22. April stattfindende Urwahl zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf wird die CDU keinen eigenen Kandidaten aufstellen“, schreibt der Gemeindeverbandsvorsitzende Michael Jäger in einer aktuellen Presseerklärung.
Stattdessen, so heißt es weiter, „wird die CDU Rengsdorf für diese Wahl Hans-Werner Breithausen als den für die Verbandsgemeinde Rengsdorf geeigneten Bürgermeisterkandidaten befürworten“. Diese Entscheidung sei auf der jüngsten Vorstandssitzung des CDU-Gemeindeverbands „nach starker und kontroverser Diskussion, letztendlich aber mit den Stimmen aller Anwesenden“, getroffen worden. Die Unionsspitze begründet ihren Schritt damit, dass die CDU nie einen reinen Zählkandidaten gegen SPD-Bewerber Breithausen aufstellen wollte. Einen adäquaten Konkurrenten hat die Partei aber trotz intensiver Suche nicht gefunden. Hauptgrund: der völlig überraschende Rückzug des zunächst favorisierten Martin Bierbrauer.
Zur Erinnerung: Der aus Hadert stammende Diplom-Verwaltungswirt hatte sich in Rengsdorf bei der Union vorgestellt und wollte sich auch den Grünen präsentieren. Wenn auch nie offiziell bestätigt, gab es in der Verbandsgemeinde Bemühungen, ihn als Kandidaten einer parteiübergreifenden Koalition gegen den SPD-Bewerber aufzubauen. Doch dazu kam es nicht mehr, nachdem durch RZ-Recherchen bekannt geworden war, dass sich Bierbrauer in seiner thüringischen Wahlheimat gerade erst für sechs Jahre als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal wiederwählen lassen hatte.
Als daraufhin dort Kritik an seinen geheim gehaltenen Wechselüberlegungen laut wurde, ließ Bierbrauer die Rengsdorfer Christdemokraten im Regen stehen und teilte mit, nicht zu kandidieren. Als Grund gab er an, dass ihm „etwas Persönliches dazwischengekommen“ sei. Mit dieser öffentlich bekannten Vorgeschichte war es für die Union dann natürlich extrem recht schwer geworden, einen Kandidaten zu finden, der sich und dem sie zutrauen konnten, dem SPD-Kandidaten in der seit Jahrzehnten rot regierten VG ernsthaft die Stirn zu bieten.
Apropos SPD-Kandidat: Die CDU hat Hans-Werner Breithausen bereits vorab von ihrem Schritt informiert. „Ich war erst überrascht und habe mich dann über die Befürwortung gefreut. Schön, dass es damit auch von dieser Seite eine klare Aussage gibt“, kommentierte dieser die Nachricht im Gespräch mit der RZ. Zu siegessicher wollte er sich aber noch nicht geben: „Wir müssen abwarten, was sich noch tut. Es sind noch vier Wochen Frist“, erinnerte er.
An seiner Wahlkampfführung will er aber ohnehin nichts ändern: „Wir haben eine klare Linie gefunden, und die ziehen wir jetzt auch wie besprochen durch. So werde ich auch die letzten 14 Tage vor der Wahl durch die Gemeinden laufen und mich vorstellen“, versprach der Sozialdemokrat. Schließlich sei es in jedem Fall eine wichtige Aufgabe, die Wähler zu mobilisieren. Und dabei hofft er durchaus auch auf Stimmen aus dem Nicht-SPD-Lager: „Ich bin für alle Parteien offen und habe allen Fraktionen meine Zusammenarbeit angeboten. Das wird auch so bleiben“, stellte er klar.












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