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  • Mann filmte sich beim Tierquälen: Video löst auf Facebook Hetzjagd aus

    Betzdorf. Eine einige Wochen alte Szene löst unvermittelt eine Hetzjagd und Morddrohungen aus: Am Donnerstag wurde auf Facebook ein Video hochgeladen, in dem sich ein Mann selbst beim Schlagen eines Hundewelpen gefilmt hatte. Es schlug rasant Wellen, dabei ist der Fall für die Polizei längst klar.

    In dem Video (hier ein Screenshot) ist zu sehen, wie der Mann dem Hundewelpen immer wieder Schläge verpasst.
    In dem Video (hier ein Screenshot) ist zu sehen, wie der Mann dem Hundewelpen immer wieder Schläge verpasst.

    Auch wenn es schon einige Wochen her ist und obwohl es dem jungen Hund längst wieder besser geht: Ein Video, das auf Facebook zu sehen ist, schockiert die Internetbenutzer - und ließ die Plattform einmal mehr zum Pranger werden.

    UPDATE: Die Polizei rät dem jungen Mann zum Abtauchen

    Zu sehen war ein junger Mann aus der Verbandsgemeinde Betzdorf, der auf einen kleinen Terrier einprügelt. Er hält das Tier mit der einen Hand am Genick vor die Kamera und schlägt immer wieder auf seinen Kopf und die Schnauze ein. Das Hündchen schreit und winselt laut, während er den Hund beschimpft, weil der aufs Bett gepinkelt habe. Offenbar war das Video als boshafter "Gruß" an die Ex-Freundin gedacht und an ihr Handy geschickt worden. 

    Und das schon vor etlichen Tagen: Bei der Polizei Betzdorf lag eine Strafanzeige bereits vor, ehe am Donnerstag das Video hochgeladen wurde und einen Ansturm von Anrufen auf die Polizei auslöste. Auf RZ-Anfrage bestätigten die Beamten, dass sie wegen Tierquälerei ermittelt. Man habe dem Mann den Hund weggenommen und an ein freundliches Frauchen übergeben, wo das Tier nun bleibe. 

    In dem Video sagt der Mann, nachdem er den Hund in die Ecke geschleudert hat, er mache das seit einer halben Stunde. "Und das mache ich auch mit jedem, der denkt, er müsste mich provozieren." Er stößt auch Drohungen an die Familie aus.

    Die Folge war, dass das Video in kürzester Zeit fast 1000 Mal geteilt war und es in Kommentaren Drohungen hagelte.
    Die Folge war, dass das Video in kürzester Zeit fast 1000 Mal geteilt war und es in Kommentaren Drohungen hagelte.

    Mindestens im gleichen Ton schlug es ihm nun entgegen, nachdem ein Nutzer das Video bei Facebook veröffentlicht hat. Seine persönliche Facebookseite wurde schnell mit üblen Drohungen geflutet, bis sie vom Netz geholt wurde. [Update: Die Seite ist wieder verfügbar und mit einer vierstelligen Zahl von Hasskommentaren versehen] Zuvor war dort zu lesen: "Wir werden Dich töten. Kein Entkommen, wir wissen, wo Du wohnst."  Seine Adresse und seine Anschrift wurden gepostet - verbunden mit Aufrufen, ihn zu besuchen. 

    Damit bewegen sich viele Kommentatoren selbst im strafbaren Bereich. Und auch auf denjenigen, der das Video ins Netz gestellt hat, kann Ärger zukommen. in einem ähnlichen Fall, in dem Kinder ein Kaninchen gequält hatten, hatte die Polizei Ermittlungen wegen Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen aufgenommen - gegen eine Mutter, die das Video entdeckt und ins Netz gestellt hatte. Die Polizisten damals fassungslos: "Besser und straflos wäre es gewesen, sie wäre mit ihrem Wissen und dem Video direkt zur Polizei gegangen und hätte der Kripo und nicht der Facebookgemeinde die Identifizierung des Tatverdächtigen überlassen." Und im Betzdorfer Fall ging es nicht mal um die Identifizierung, das Video war sofort mit dem Namen hochgeladen worden.

    Immerhin waren die quälenden Bilder am Abend mitsamt der unsäglichen Kommentare gelöscht. Dahinter steckte aber offenbar kein Bewusstseinswandel. Er habe zu viele Fragen bekommen, schrieb der Nutzer. Und außerdem könne man es ja zwischenzeitlich auch auf einer anderen Plattform finden. Und auch andere Facebooknutzer hatten es hochgeladen.

    Update: Auch die Seite mimikama.at greift den Fall auf und want vor eigenmächtigen Fahndungsaufrufen und deren Konsequenzen.

    Hund vor laufender Kamera geprügelt: Tierquäler aus Betzdorf muss eine Therapie machen Hundequäler-Prozess: Angeklagter kam mit Drogen ins GerichtHundequäler-Prozess: Angeklagter kam mit Drogen ins GerichtProzess um Hundequäler-Video: Angeklagter bricht zusammenProzess abgebrochen: Beim Video wurde "Hundequäler" von Betzdorf schlecht [Update]weitere Links
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    Prozesse in Koblenz: Hartmut Wagner berichtet aus dem Gerichtssaal. Er freut sich über Anregungen, Tipps oder Kritik per Mail.