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  • WesterwaldWesterwald: Sicherheit wird im Karneval großgeschrieben

    Machen verschärfte Sicherheitsvorkehrungen dem heimischen Sitzungskarneval zu schaffen? Eine Umfrage unter Veranstaltern im Kreis und in den Nachbarregionen kommt zu keinem eindeutigen Trend. Klar wird aber, dass viele Vereine und Gesellschaften von sich aus auf Nummer sicher gehen - damit das närrische Programm und die anschließende Party unbeschwert über die Bühne gehen können.

    Über ausgelassene Stimmung - wie hier bei einer Karnevalssitzung in Bad Marienberg - freuen sich die Ausrichter. Doch inzwischen hat auch die Sicherheit bei Veranstaltungen ihren Preis.  Archivfoto: Röder-Moldenhauer
    Über ausgelassene Stimmung - wie hier bei einer Karnevalssitzung in Bad Marienberg - freuen sich die Ausrichter. Doch inzwischen hat auch die Sicherheit bei Veranstaltungen ihren Preis. Archiv
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

    Eindeutig ausgeschilderte und leicht zu erreichende Notausgänge, eine nicht zu enge Bestuhlung, die Fluchtwege ermöglicht: Es war nicht zuletzt die Tragödie bei der Love-Parade in Duisburg 2010, als bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben kamen, die viele Betreiber von Hallen und Sälen aufgerüttelt hat - und so manchen Veranstalter mit schärferen Sicherheitsauflagen konfrontierte.

    Für Helmut Hönig vom Hundsänger Carnevalverein (HCV) sind die Auflagen seitens der Verbandsgemeinde für die Veranstaltungen in der Ollmersch-Halle klar und unmissverständlich. "Es ist genau vorgeschrieben, wie viele Personen in die Halle dürfen, und daran halten wir uns auch", erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichzeitig lässt das HCV-Vorstandsmitglied aber auch keinen Zweifel daran, dass im Verein genügend Sensibilität vorhanden ist, um Risiken zu minimieren. So arbeitet man etwa beim Altweiberball mit einem Sicherheitsdienst zusammen. "Im Laufe der Jahre lehrt einen auch die Erfahrung, welche Vorkehrungen man selbst treffen sollte", so Hönig.

    Bezogen auf das Unglück von Duisburg hat Kai-Uwe Hurtner von der Karnevalsgesellschaft Grau-Blau Höhr-Grenzhausen keine Veränderungen im Verhalten der Sitzungsgäste gemerkt. "Unsere Halle wird in regelmäßigen Abständen vom TÜV überprüft sowie von der Bauaufsicht der Kreisverwaltung. Alle geforderten oder ergänzenden Maßnahmen, die zur Sicherheit der Halle und somit auch zur Sicherheit der Gäste beitragen, werden unverzüglich von uns realisiert", erläutert er auf Anfrage. So werde man in diesem Jahr vernetzte Rauchmelder installieren und sich Gedanken über eine autarke Notbeleuchtung für die Notausgänge machen. "Es ist uns wichtig, dass sich unsere Gäste in der Grau-Blau-Narrhalla wohlfühlen", spricht der Vorsitzende wohl den meisten Veranstaltern aus der Seele.

    Mit Verständnis reagiert Helmut Hohl, Vorsitzender des Carneval Comité Oberlahnstein (CCO) und Pressereferent im Verband Rheinische Karnevals-Korporationen (RKK), auf einen reformierten Fluchtwegeplan der Stadtverwaltung für die Stadthalle, auch wenn damit Einnahmeeinbußen verbunden sind. "Durch breitere Gänge sind uns in Lahnstein im Laufe der vergangenen Jahre rund 120 Plätze weggefallen", rechnet er vor. Neben einer Nottreppe vom Saal auf die Empore ist jetzt auch beim Einsatz von Nebelmaschinen oder Pyrotechnik eine zusätzliche Brandwache erforderlich.

    Jan Ehrhardt, Vorsitzender der KG "Wenter Klaavbröder" in Windhagen (Kreis Neuwied), führt noch einen weiteren Grund an, warum Sicherheitsanforderungen heute höher sind als noch vor ein paar Jahren. "Das hat auch mit den Erwartungen der Leute zu tun", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. "Viele junge Menschen wollen heute Partys feiern und orientieren sich weg von der klassischen Karnevalssitzung", so seine Erfahrung.

    "Wir tun alles, was möglich ist", berichtet Heiko Schüler von der Karnevalsgesellschaft Altenkirchen. Insbesondere bei den Veranstaltungen im Festzelt Weyerdamm "trifft die KG eine Vielzahl privater Sicherheitsvorkehrungen", so der Geschäftsführer. Auch bei der Sitzung in der Stadthalle sind die Vorgaben seit Jahren klar: "Sechs Plätze pro Tisch, mehr geht nicht", rechnet Schüler vor.

    Auch nicht erst seit der Love-Parade-Katastrophe wird das Thema Sicherheit bei der Karnevalsgesellschaft Wissen großgeschrieben. Breite Gänge gehören für Sitzungspräsident und Pressereferent Jürgen Thielmann schon länger zum Programm. "Die Sitzungsplätze sind nicht zuletzt durch den Online-Verkauf klar kontingentiert", schließt er ein übervolles Kulturwerk aus.

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