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    NorkenWesterwälder Osterbrauch: In Norken werden Eier geschibbelt

    Es gibt die verschiedensten Traditionen rund um das Osterfest. Eine besondere findet seit mehr als 130 Jahren im Westerwalddorf Norken statt: Hier werden Eier geschibbelt.

    Beim Eierschibbeln in Norken kommt es auf das richtige Ei an. Schon mehr als 130 Jahre wird in Norken geschibbelt. Archivfoto: Röder-Moldenhauer
    Beim Eierschibbeln in Norken kommt es auf das richtige Ei an. Schon mehr als 130 Jahre wird in Norken geschibbelt. Archiv
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserer Reporterin Larissa Schütz

    Ostersonntag und Ostermontag ist es wieder so weit: In Norken rollen die bunten Eier. Das Eierschibbeln, der Lieblingswettkampf der Norkener, hat eine lange Tradition und findet in dieser Form nur in der Ortsgemeinde im Westerwald statt.

    Bunt bemalte Eier landen in Norken nicht nur im Osternest. An zwei Tagen im Jahr werden mit den gefärbten Hühnererzeugnissen richtige Wettkämpfe ausgetragen. Am Ostersonntag treten die Erwachsenen im Eierschibbeln gegeneinander an, am Ostermontag sind es die Kinder. Seit über 130 Jahren folgt man diesem Brauch. Wie es dazu kam, dass das Eierschibbeln in Norken so populär wurde, ist nicht mehr bekannt. Fakt ist: Schibbeln gehört zum Ort wie Tennis zum Londoner Stadtteil Wimbledon. In den 60er-Jahren wurde der Schibbelclub gegründet, dessen Mitglieder sich um die Organisation und den reibungslosen Ablauf kümmern. Mittlerweile zählt der Verein fast 130 Mitglieder, jedes Jahr werden es mehr.

    Die „Wettkampfarena“ ist ein Waldstück in der Gemarkung Norken, Schibbelrain genannt. Hier steht auch die Schibbelhütte, das Kontrollzentrum des österlichen Wettkampfes. Von hier aus werden die Eier gerollt. Außerdem können die Teilnehmer sich an der langen Theke der Hütte mit kühlen Getränken stärken. Das Doping mit Gerstensaft ist beim Schibbeln in Norken nicht verboten, ganz im Gegenteil.

    Schibbeln bedeutet, dass Eier über zwei rund drei Meter lange Leisten, die parallel und schräg in der Erde stecken, einen kurzen Hang heruntergerollt werden. Die Regeln haben sich im Laufe der langen Zeit nicht geändert und sind relativ einfach. In der ersten Runde legen alle Teilnehmer ein Ei, das sogenannte Setzei. Das wird über die Leisten gerollt und bleibt am Fuße des Hangs liegen. Diese Setzeier müssen in den anschließenden Durchgängen mit dem Schibbelei getroffen werden. Pro Treffer gibt es einen Punkt. Die Anzahl an Durchgängen variiert und hängt vom Wetter oder der Anzahl der Teilnehmer ab. Schlechtes Wetter hält die Norkener übrigens nicht davon ab, dem beliebten Brauch zu frönen. Es wurde schon bei Sturm, Regen und sogar Schnee geschibbelt. Eröffnet wird der Wettkampf von dem amtierenden Champion, dem Schibbelkönig. In diesem Jahr eröffnet Bianca Schmidt den Wettkampf der Erwachsenen am Ostersonntag.

    Über Sieg und Niederlage entscheidet das richtige Ei. Das perfekte Schibbelei sollte keine Spitze haben, sondern eher rund und nicht zu leicht sein. Auch die Lage des Dotters ist entscheidend, denn die lässt das Ei entweder gleich- oder eben ungleichmäßig schibbeln. Viele Schibbler suchen schon Wochen vorher nach dem perfekten Ei, mit dem sie sich die Krone des Schibbelkönigs holen wollen.

    Das Schibbeln für die Erwachsenen beginnt am Ostersonntag, 27. März, um 14 Uhr. Die Kinder starten am Ostermontag, 28. März, um 10 Uhr.

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