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  • Wahlen Viele Bürger wissen offenbar nicht so recht, welche Aufgaben das von ihnen gewählte Kreisoberhaupt hat

    Was macht der Mann an der Spitze des Kreises? Unterwegs mit Landrat Achim Schwickert

    Westerwaldkreis. Vor einigen Wochen startete unsere Zeitung eine kleine Umfrage unter knapp 800 Bürgern des Westerwaldkreises. Angesichts der am Sonntag, 7. Mai, anstehenden Wahl des Landrates fragten wir: „Wie bewerten Sie die Arbeit von Landrat Achim Schwickert?“

    Neben seinen beiden Sekretärinnen Gabriele Karwe und Monika Klees ist Büroleiterin Gudrun Bendel das wichtigste Bindeglied von Achim Schwickert in die Kreisverwaltung. Foto: Markus Müller
    Neben seinen beiden Sekretärinnen Gabriele Karwe und Monika Klees ist Büroleiterin Gudrun Bendel das wichtigste Bindeglied von Achim Schwickert in die Kreisverwaltung.
    Foto: Markus Müller

    Mehr als die Hälfte antwortete mit „gut“, nur 34 Bürger (4 Prozent) bewerteten die Arbeit mit „schlecht“. Etwas erschreckend war, wie oft die dritte Antwortmöglichkeit bei der allerdings nicht repräsentativen Befragung gewählt wurde: „weiß nicht“ kreuzten mehr als 300 Leute an. Das waren leider fast 40 Prozent der Befragten!

    Da Amtsinhaber Achim Schwickert der einzige Bewerber um das Amt ist, könnte dieses Nichtwissen dazu führen, dass nur wenige Bürger überhaupt von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, befürchten Beobachter. Das gilt insbesondere für die Verbandsgemeinden, in denen am 7. Mai nicht gleichzeitig der Bürgermeister gewählt wird. Das sind immerhin mehr als die Hälfte: Wirges, Selters, Hachenburg, Westerburg, Rennerod und Ransbach-Baumbach.

    Also, was macht der Mann (es könnte natürlich auch eine Frau sein) an der Spitze des Kreises? Wir haben uns mal seinen Tagesablauf angesehen und ihn auch auf zwei Außenterminen begleitet, die ihn zu Entscheidern auf Gemeindeebene und zu normalen Bürgern führten.

    Seit eineinhalb Jahren bereist Landrat Schwickert „seinen“ Westerwaldkreis, um sich vor Ort über Maßnahmen zu informieren oder aber auch um Hilfestellung bei Problemen zu geben. Jetzt war Wallmerod sein Ziel. Schwerpunkt war dort die Situation an verschiedenen Punkten der B 8, die das Dorf durchschneidet. Ortsbürgermeister Ulrich Ludwig äußerte den Wunsch, im Bereich der Naspa eine Überquerungshilfe einzurichten, da an dieser Stelle Bewohner des Seniorenheims die Straße überqueren müssten, um unter anderem in die Kirche zu gehen. Ein weiterer Punkt war die im Bau befindliche Apotheke und die Situation des Kirmesgeländes. Die Gemeinde ist in Verhandlungen, das Angebot der Apotheke mit einem ärztlichen Angebot zu erweitern. Dies sieht auch Schwickert so, der einem Arzt dort den Vorrang vor einem Kirmesplatz gibt: „Dafür gibt es bestimmt Alternativen.“

    Wallmerod war jetzt Zielort der Kreisbereisung des Landrates. Dort ging es unter anderem um die Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt. Foto: Markus Müller
    Wallmerod war jetzt Zielort der Kreisbereisung des Landrates. Dort ging es unter anderem um die Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt. 
    Foto: Markus Müller

    Beim Bürgergespräch machte der Landrat deutlich, wie eng die Aktivitäten auf der kommunalen Ebene – Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde und Kreis – zusammengehören und dass eine enge Abstimmung sinnvoll und nützlich ist. „Wenn wir auf höherer Ebene etwas erreichen wollen, wird zuerst die Frage gestellt, ob wir uns vor Ort einig sind“, so der Landrat. Ein gutes Beispiel sei die Frage nach einer Querungshilfe über die B 8. Hier sollten die Überlegungen der Gemeinde zu Papier gebracht und von der Verwaltung auf Machbarkeit geprüft werden. Anschließend könne man gemeinsam das Anliegen dem LBM übermitteln.

    Das Überqueren der Bundesstraße war auch in Höhn ein Thema. Hier sollte der Landrat eigentlich auf Einladung der CDU Westerburg zur Entwicklung des Westerwaldkreises sprechen. Das etwas abstrakte Thema wurde dann schnell von der Realität eingeholt, und Schwickert zeigte sich bestens informiert über die Themen, die die Höhner Bürger aktuell umtreiben, sei es nun die Ortsdurchfahrt, geplante Windkraftanlagen oder der weitere Ausbau der Umgehung. Zur Querung der B 255 äußerte der Landrat auch mal eine persönliche Meinung: „Es könnte doch auch eine Unterführung werden.“ Und schon einen Tag später zeigt sich, dass auch ein Landrat nicht alles weiß: Das Land hat längst zugunsten einer Ampel entschieden.

    Doch gerade beim abendlichen Gespräch in Langenhahn wird deutlich, was ein Landrat für vielfältige Aufgaben hat: Breitbandversorgung, Sicherung des täglichen Bedarfs, Straßenbau, Firmenentwicklung, Rohstoffsicherung, Gewässerschutz, Baurecht, Straßenverkehr und vieles mehr. Im Zweifelsfall ist der Landrat auch immer die vorerst letzte Instanz, wenn die Bürger sich mit der Kreisverwaltung streiten. Dazu kommt die Vertretung des Kreises in vielen überregionalen Gremien.

    Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

    Landrat vertritt Kreis nach innen und außen

    Montabaur. Am 7. Mai wird er gewählt. Der Landrat. Wie ein Tag in seinem Job aussieht, verrät uns Amtsinhaber Achim Schwickert und gewährt einen exklusiven Einblick in seinen Tagesablauf.

    Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes Westerburger sprach Landrat Achim Schwickert in Höhn zum Thema „Die Entwicklung des ländlichen Raumes, wohin steuert der Westerwaldkreis?“.  Foto: Röder-Moldenhauer
    Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes Westerburger sprach Landrat Achim Schwickert in Höhn zum Thema „Die Entwicklung des ländlichen Raumes, wohin steuert der Westerwaldkreis?“.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    „Kein Tag ist wie der andere. Den typischen Tag gibt es nicht“, erklärt Schwickert. Ohne Planung und gutes Zeitmanagement geht es nicht. So beginnt sein Morgen in der Regel um 6.30 Uhr. Er frühstückt mit der Familie und liest die Tageszeitung, um gut informiert zu starten.

    Der erste Termin des Tages führt ihn heute nach Westerburg. Hier ist er als Ehrengast zu einer Spendenübergabe an die Grundschule eingeladen. Um 11 Uhr muss er zu einem Gesprächstermin in der Kreisverwaltung zurück sein. Thema: die Entwicklung einer Schule in einer der zehn Westerwälder Verbandsgemeinden.

    Auf den vielen Autofahrten quer durch den Landkreis und darüber hinaus führt Schwickert viele Telefonate und bearbeitet seine Akten aus der Kreisverwaltung. Bis zu 45.000 Kilometer Dienstfahrten können das jährlich werden, erzählt der Landrat. Da muss jede Minute sinnvoll genutzt werden.

    Als Hauptverwaltungsbeamter der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises ist er zugleich oberster Kommunalbeamter. In dieser Funktion verabschiedet er um 11.45 Uhr einen langjährigen Mitarbeiter in der Verwaltung. Danach stehen Telefonate und Aktenbearbeitung an. Der Landrat ist die Schnitt- und Kommunikationsstelle zwischen innen und außen, sowohl in Bezug auf die Verwaltung und den Westerwaldkreis wie auch auf den Kreis und sein Umfeld. Das erfordert sowohl Fach- als auch eine hohe Sozialkompetenz.

    Es ist Schwickerts Aufgabe Orts-, Verbands- und Kreisinteressen unter einen Hut zu bekommen und dabei die Finanzlage nicht aus den Augen zu verlieren. Mittagessen ist daher eher Zufall in der 60- bis 75-Stunden-Woche. Daran habe er sich aber in den Jahren gewöhnt, schmunzelt der Landrat.

    Etwa zwei Mal wöchentlich steht seit etwa anderthalb Jahren eine Ortsbereisung an. Viele der 192 Ortsgemeinden des Kreises freuen sich auf den Besuch des Landrates, um ihm die Anliegen Ihres Ortes nahe zu bringen. Mehr als ein Viertel hat er bereits besucht und sich in der Regel von 18 Uhr an im Bürgergespräch die Bedürfnisse der Einwohner angehört. Gegen 21 Uhr tritt er seine Heimfahrt an. Inklusive Telefonaten und Aktenarbeit in seinem rollenden Büro, das vom Chauffeur gesteuert wird. Sollten abends noch Vorgänge offen sein, werden diese auf dem heimischen Wohnzimmertisch erledigt. Der nächste Tag ist bereits gefüllt mit Gesprächen mit Vereinen, Gremien und Verbänden. Auch am Wochenende ist der Landrat unterwegs zu überregionalen Veranstaltungen, Ehrungen, Sitzungen und Festen.

    Wenn er die Zeit findet, entspannt sich Schwickert gerne beim Tischtennis oder geht mit seinem Hund spazieren. Landrat ist er aber 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr und möchte es auch gerne die nächsten acht Jahre noch bleiben.

    Von unserer Mitarbeiterin Hanna Olbrich

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