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    Norken"Wald statt Basalt" lautet der Protest

    Wer in Wahlkampfzeiten konkrete Sachverhalte vor Ort auf seiner Agenda stehen hat, darf sich der Aufmerksamkeit der Bürger gewiss sein. Dementsprechend verzeichneten die Bürgerinitiative „Erhaltet den Nauberg“ und der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ein großes Interesse an ihrer Informationsveranstaltung in Norken – Motto: „Wald vor Basalt“.

    BI-Sprecher Klaus Wilhelm schilderte vor Ort im Naturwaldreservat am Nauberg, welche Verluste der erweiterte Basaltabbau bedeuten würde.
    BI-Sprecher Klaus Wilhelm schilderte vor Ort im Naturwaldreservat am Nauberg, welche Verluste der erweiterte Basaltabbau bedeuten würde.

    Norken - Wer in Wahlkampfzeiten konkrete Sachverhalte vor Ort auf seiner Agenda stehen hat, darf sich der Aufmerksamkeit der Bürger gewiss sein. Dementsprechend verzeichneten die Bürgerinitiative „Erhaltet den Nauberg“ und der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ein großes Interesse an ihrer Informationsveranstaltung in Norken – Motto: „Wald vor Basalt“.

    Rund 200 Teilnehmer demonstrierten einen starken Bürgerwillen gegen die Erweiterung des Basaltabbaus im Bereich „Welsche Hütte“.Der Infotag sprach sowohl die rationale als auch die emotionale Ebene an. Details zum aktuellen wissenschaftlichen, politischen und verwaltungstechnischen Sachstand wurden ergänzt durch einen berührenden Vortrag von Harry Neumann (Kreisgruppe Westerwald im BUND) zum Thema „Mut zur Wildnis“. Darüber hinaus beteiligten sich mehrere Dutzend Gäste an einem Spaziergang durch das Naturwaldreservat am Nauberg.

    BUND, BI und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) haben eine Unterschriftenaktion initiiert, die auf den gesamten Westerwald ausgedehnt wird. Bereits jetzt liegen mehrere Hundert Unterschriften gegen den erweiterten Basaltabbau am Nauberg vor, die der künftigen Landesregierung nach den Wahlen überreicht werden sollen. Ute Beckhaus vom BUND und Klaus Wilhelm, Sprecher der Bürgerinitiative, erinnerten an den seit Jahren betriebenen Widerstand und appellierten, dass die Unterstützung nicht nachlassen dürfe. Bei Bedarf würden die Naturschutzverbände und die BI gerichtlich gegen eine Genehmigung durch die Landesregierung vorgehen. Roger Best, Leiter des Naturschutzzentrums Westerwald, sprach über das „Einzigartige Naturwaldreservat auf Basalt.“

    In den Wahlkampf passte das Ergebnis einer Umfrage der BI bei allen 15 Landtagskandidaten im Kreis Altenkirchen und im Westerwaldkreis. Nur eine Minderheit sagte der BI ihre Unterstützung zu, einige hatten gar nicht geantwortet, andere legten sich nicht fest. Andreas Hartenfels (Bündnis90/Die Grünen) versprach einen „massiven politischen Einsatz im Landtag“. Seit längerem wollen die Grünen das Bergrecht reformieren und damit unter anderem eine bessere Beteiligung der Öffentlichkeit erreichen. Rückenwind erhalten die Forderungen der Bürgerinitiative und der Verbände durch den großen Naturschutzverband WWF (World Wide Fund For Nature), der den Protest gegen die Eingriffe am Nauberg mittragen will.

    Sabine Yacoub vom rheinland-pfälzischen BUND zeigte auf, welche Rolle der Artenschutz am Nauberg spielt, betroffene Tierarten sind zum Beispiel Zwergfledermaus, Feuersalamander sowie verschiedene Käfer- und Spechtarten. Die umgebenden Vogelschutz- und FFH-Gebiete sollen Flora und Fauna schützen. Das geplante Abbaugebiet der Basalt-AG im Bereich „Welsche Hütte“ und das mehr als einen Kilometer lange Förderband zum alten Naubergbrecher würden diese Gebiete jedoch zerstören, so Yacoub.
    Sehenswert war der Multivisionsvortrag von Harry Neumann, in dem er mit Musik, Fotos und Worten die Sehnsucht nach Natur und Wildnis thematisierte. Rund eine halbe Stunde lang legte er dar, welche Bereicherung und Inspiration der Wald für den Menschen sein kann, wenn er nicht als Ware betrachtet und zum Rohstofflager degradiert wird. Neumann fasste als griffige Maxime zusammen: „Wir wollen keinen Naturschutz durch Nutzung, sondern Naturschutz durch Nichtstun.“

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