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    Wäller ist Techniker bei Paralympics

    Stockum-Püschen/London - Wenn am 29. August die 150 deutschen Athleten zu den Paralympics in London ins Stadion einmarschieren, werden sie von einem Orthopädietechnikermeister aus dem Westerwald begleitet. Thomas Kipping, 42 Jahre alt und Geschäftsführer der Firma APT aus Stockum-Püschen, ist als Betreuer für die Prothesenträger und Rollstuhlfahrer Leichtathletikteam der deutschen Nationalmannschaft berufen worden.

    Orthopädietechnikermeister Thomas Kipping (42) aus Stockum-Püschen ist als Betreuer für die Prothesenträger und Rollstuhlfahrer ins Leichtathletikteam der deutschen Nationalmannschaft berufen worden. 
Foto: Röder-Moldenhauer
    Orthopädietechnikermeister Thomas Kipping (42) aus Stockum-Püschen ist als Betreuer für die Prothesenträger und Rollstuhlfahrer ins Leichtathletikteam der deutschen Nationalmannschaft berufen worden.
    Foto: Röder-Moldenhauer - roe

    Stockum-Püschen/London - Wenn am 29. August die 150 deutschen Athleten zu den Paralympics in London ins Stadion einmarschieren, werden sie von einem Orthopädietechnikermeister aus dem Westerwald begleitet.

    Thomas Kipping, 42 Jahre alt und Geschäftsführer der Firma APT aus Stockum-Püschen, ist als Betreuer für die Prothesenträger und Rollstuhlfahrer Leichtathletikteam der deutschen Nationalmannschaft berufen worden.

    Mehr als 4200 Sportler aus 160 Nationen werden in London an den Start gehen, eine Rekordzahl, denn es sind rund 250 mehr als noch vor vier Jahren in Peking. Die Paralympics 2012 könnten nicht nur aufgrund der großen Teilnehmerzahl zu einem Meilenstein für den Behindertensport werden. Die Sportler nutzen gleichberechtigt die Infrastruktur der XXX. Olympischen Sommerspiele, und die Berichterstattung der internationalen Medien ist so umfassend wie nie zuvor.

    Auch für den Orthopädietechnikermeister aus Stockum-Püschen sind die Paralympics in London etwas ganz Besonderes. "Es ist schon eine große Sache für mich, dabei sein zu können. Mein Ziel war es schon 2004, damals habe ich für einen Anbieter bei den Paralympics in Athen Behindertensportler aus aller Welt betreut, im Jahr 2012 in London mit der deutschen Mannschaft ins Stadion einzulaufen. Jeder sagte: Wie willst du das denn schaffen? Am 29. ist es nun so weit", freut sich der Westerwälder.

    Thomas Kipping kann bereits auf internationale Erfahrung zurückgreifen. In den Jahren 2009 und 2011 begleitete er deutsche Athleten bei den Weltmeisterschaften in Indien und Neuseeland. "Dort wurde getestet, ob es für das deutsche Team überhaupt Sinn hat, eigene Mechaniker zu benennen. Große Nationen wie die USA oder Südafrika beispielsweise hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Biomechaniker während der Wettkämpfe dabei. Da ich ja für Bayer Leverkusen, für die eh die meisten Athleten starten, betreue, lag es nahe, mich ins Funktionsteam berufen", erläutert Kipping. Der Bundestrainer bei den Leichtathleten hatte den Westerwälder empfohlen, eine Kommission folgte schließlich seinen Empfehlungen und nominierte den 42-Jährigen. Insgesamt 97 Funktionäre begleiten die deutschen Sportler: Ärzte, Trainer, Physiotherapeuten und Techniker.

    Auch das Begleitpersonal ist für die Paralympics bereits entsprechend eingekleidet worden. 25 Kilogramm Kleidung und Schuhe erhielt Thomas Kipping für den offiziellen Anlass: Vier Paar Schuhe, ein Anzug von Bogner für den Einmarsch ins Stadion, T-Shirts von Adidas, und, und, und.

    Der Westerwälder wird bereits am 25. August nach London anreisen, um gemeinsam mit dem Bundestrainer die örtlichen Gegebenheiten auszuloten. Eine frühe Anreise ist unumgänglich, will man nicht das Nachsehen haben. "Man muss sich beispielsweise für sein Team am Warmlaufplatz ein Warmlaufzelt sichern. Jeder will natürlich den besten Platz ergattern. Aber ich muss zunächst einmal sehen, wie ich mit meinem ganzen Werkzeug ins Olympische Dorf hineinkomme. Der Hauptsponsor hat zwar alle Werkzeuge in den Werkzeugzelten vorrätig. Allerdings können 4200 Sportler darauf zurückgreifen. Und wenn man Pech hat, dann fehlt gerade alles, was man braucht", erläutert Thomas Kipping. Er organisiert sich die Sachen daher lieber selbst im Vorfeld, fährt deshalb extra ins Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft, um dort aufzulisten, was er an Arbeitsmaterialien braucht. Bei den vergangenen Weltmeisterschaften hatte er jeweils drei schwere Alukisten mit insgesamt 80 Kilogramm Gewicht dabei.

    Thomas Kipping ist mit Herzblut in seinem Metier. Er beschäftigt sich seit zwölf Jahren mit Sportprothetik, und es begeistert ihn immer wieder aufs Neue, wenn sich Behindertensportler im Wettkampf stellen. Dass behinderte Menschen sich auf diese Weise mit anderen messen können und die ganze Welt dabei zusieht, das ist auch schon etwas ganz Besonderes.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

    Hintergrund: APT (Aktiv Prothesen Technik)
    Montabaur Hachenburg
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