40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Westerwälder Zeitung
  • » Versorgung mit Notärzten: Rettung ist in Sicht
  • Versorgung mit Notärzten: Rettung ist in Sicht

    Westerwald. In Mecklenburg-Vorpommern hängt die Notarzt-Versorgung nach einem Urteil des Landessozialgerichts bereits am Tropf. Und auch für die Versorgung im Westerwald droht die höchste Alarmstufe.

    Von unseren Redakteuren Marcelo Peerenboom und Markus Müller

    Landtagsabgeordneter Dr. Peter Enders (Eichen), der selbst als Mediziner früher im Notdienst tätig war, sieht das gegenwärtige System vor dem Zusammenbruch, ist aber guter Hoffnung, dass es noch eine Rettung gibt. Hintergrund ist die Frage, ob Notärzte, die auf Honorarbasis tätig sind, als scheinselbstständig gelten oder nicht (wir berichteten bereits). Das Urteil aus Meck-Pomm hat bundesweit eine erhebliche Verunsicherung unter Notärzten ausgelöst. Die Richter kamen dort nämlich zu der Überzeugung, dass Mediziner, die auf Honorarbasis als Notärzte tätig sind, in Wahrheit scheinselbstständig sind. Die Folge: Die jeweiligen Auftraggeber müssen die Betroffenen nachträglich bei der Sozialversicherung anmelden und Beiträge nachzahlen.

    Zwar ist die Rechtsprechung der Sozialgerichte bundesweit uneinheitlich, doch die Verunsicherung hat vor allem ländliche Bereiche wie den Westerwald erfasst. In der Region wäre eine 24-Stunden-Notarzt-Versorgung ohne Honorarkräfte überhaupt nicht vorstellbar, betont Enders. Sowohl im DRK-Krankenhaus Hachenburg/Altenkirchen als auch im Kirchener Krankenhaus decken hauseigene Ärzte den Notdienst tagsüber ab. Doch abends und an Wochenenden kommen Honorarärzte zum Einsatz. Nach Auskunft von Enders sind zum Beispiel in Altenkirchen acht Kräfte auf Honorarbasis tätig, in Wissen sind es sogar zwölf. Seit es in Wissen kein Allgemeinkrankenhaus mehr gibt, sondern nur ein psychiatrisches Fachkrankenhaus, decken dort nur noch Honorarkräfte den Notarztdienst ab.

    Im Dernbacher Herz-Jesu-Krankenhaus stehen in der Regelarbeitszeit Mediziner der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Palliativmedizin für den Notarztdienst zur Verfügung. In der Nacht und am Wochenende werden auch Honorarkräfte eingesetzt, um die lückenlose Versorgung zu gewährleisten, teilt Sprecherin Dagmar Koppers mit. Etwas anders sieht es am Standort Montabaur aus, der sich den Dienst mit Dernbach teilt: „Wir setzen Honorarärzte nur im äußersten Notfall ein“, sagt Christian Caspari vom Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur, zugleich Ärztlicher Leiter am Notarztstandort und Leitender Notarzt des Kreises Mayen-Koblenz. „Ein solcher Notfall kann die kurzfristige Erkrankung eines eingeteilten Arztes sein. Das passiert vielleicht einmal pro Halbjahr.“

    Sollten auch die hiesigen Ärzte unter die Scheinselbstständigkeit fallen, hat dies laut Enders zur Folge, „dass es zu erheblich mehr Kosten und auch zu mehr Bürokratie führen würde“. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bestätigt, dass vor allem der ländliche Raum betroffen ist. Sie zitiert dazu aus einer Studie des Fraunhofer-Instituts, nach der in Städten unter 50 000 Einwohnern 32,7 Prozent der eingesetzten Notärzte auf Honorarbasis tätig sind. In 23,4 Prozent der Standorte – wie in Wissen – sind ausschließlich freiberufliche Notärzte im Einsatz. Enders, der auch Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Landtag ist, ist daher froh, dass der Mainzer Ministerrat das Thema aufgegriffen und eine Bundesratsinitiative gestartet hat.

    Vorgeschlagen wird dabei das österreichische Modell: Das Land hat sein Gesetz seit Januar dahin gehend geändert, dass nebenberufliche notärztliche Tätigkeiten als selbstständige Arbeit gelten und damit von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen sind. Ministerin Bätzing-Lichtenthäler hat einen entsprechenden Antrag des Landes Rheinland-Pfalz am Freitag im Bundestag eingebracht und begründet. Ziel ist es, dass die Bundesregierung zeitnah einen Gesetzentwurf vorliegt, der die notärztliche Versorgung im ländlichen Raum sichert. Die Signale aus dem Bundeskanzleramt und aus dem Arbeitsministerium von Andrea Nahles sind offenbar positiv. Der Bundesrat hat den Antrag nun erst einmal in die zuständigen Ausschüsse verwiesen.

    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    epaper-startseite
    Westerwälder Zeitung bei Facebook
    Regionalwetter Westerwald
    Dienstag

    1°C - 9°C
    Mittwoch

    0°C - 11°C
    Donnerstag

    -1°C - 10°C
    Freitag

    1°C - 11°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerien: Fotos unserer Leser
    &bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

    Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

    Webcams in der Region Altenkirchen/Betzdorf und Montabaur
    Auch interessant