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  • Schritt in die Selbstständigkeit: Maria Roßbach kocht ihr eigenes Süppchen

    Montabaur. Auf dem Herd brodeln acht große Töpfe vor sich hin. Ein würziger Geruch liegt in der Luft. Das Reich von Maria Roßbach. Ihr siebter Suppenhimmel. Manchmal steht sie Stunden hier, um neue Gerichte zu kreieren. Ohne Rezeptbuch. "Ich messe auch nie ab", sagt die 64-Jährige. "Es wird so lange ausprobiert, bis es schmeckt." Gekocht hat sie schon immer gern. Und gegessen, betont sie. Aber dann doch eher in haushaltsüblichen Mengen. Für die Familie. Für Freunde und Verwandte.

    Schnippeln, braten, abschmecken: Jeden Morgen steht Maria Roßbach am Herd ihres kleinen Ladens in Montabaur, um ihre Suppen in großen Töpfen köcheln zu lassen. Gerade jetzt in der Winterzeit sind die Tische voll. Bei den Westerwäldern stehen Suppen immer noch hoch im Kurs.  Foto: Sascha Ditscher
    Schnippeln, braten, abschmecken: Jeden Morgen steht Maria Roßbach am Herd ihres kleinen Ladens in Montabaur, um ihre Suppen in großen Töpfen köcheln zu lassen. Gerade jetzt in der Winterzeit sind die Tische voll. Bei den Westerwäldern stehen Suppen immer noch hoch im Kurs.
    Foto: Sascha Ditscher

    Jetzt hat sie es mit Riesenpötten zu tun. Zehn Liter passen in jeden rein. In den mit Erbsensuppe sogar 20. Der Klassiker. Geht immer. Genauso wie Linsensuppe. "Anfangs wusste ich gar nicht, wann so ein Riesentopf überhaupt kocht", sagt Maria Roßbach. Das war vor knapp 15 Jahren. Mittlerweile hat sie ihr Angebot deutlich erweitert und beschäftigt drei Aushilfskräfte. Hausfrauen wie sie. "Wenn ich jemanden suche, hänge ich ein Schild draußen hin und habe meistens am selben Tag jemanden Passendes gefunden." Ein gutes Team.

    Maria Roßbach ist Ende 40, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus, als sie den Sprung in die Selbstständigkeit macht. Ein Neuanfang. Damals hört sie von reinen Suppenrestaurants. "Die gab's in New York und Berlin", erinnert sie sich. Warum nicht auch in Montabaur? "Ich dachte mir, das kannst du auch", sagt die gelernte Friseurin, die lange auch in der Gastronomie gearbeitet hat. Warum nicht das Hobby zum Beruf machen? Im wahrsten Sinne ihr eigenes Süppchen kochen? Der Weg zu "Rossis Suppenhimmel" in Montabaur führt allerdings zunächst einmal über Bau-, Gewerbe- und Gesundheitsamt. Ihr Mann, selbst Unternehmer, hilft ihr bei den obligatorischen Behördengängen.

    Geschäft läuft schleppend an

    Dann wird eine Immobilie der Familie umgebaut. Rund 15 000 Euro investiert die damals 49-Jährige. Eine stolze Summe. "Wenn ich Pacht hätte zahlen müssen, wäre ich wohl anfangs nicht über die Runden gekommen", erinnert sie sich. Obwohl sie von morgens bis abends schuftet. "Da war ich fix und fertig." Der Laden läuft zunächst eher schleppend an. Fünf Jahre dauert es, bis die Kosten wieder eingespielt sind. "Ich habe keine Werbung gemacht", sagt Maria Roßbach. "Das ging alles über Mund-zu-Mund-Propaganda."

    Mittlerweile sind um die Mittagszeit meist alle Tische besetzt. "Vor allem jetzt im Winter", sagt sie. "Da wird deutlich mehr Suppe gegessen." 50, 60 Gäste hat sie dann am Tag, obwohl sie nur knapp drei Stunden geöffnet hat. Meist sind es Stammkunden. Im Sommer lässt der Andrang allerdings meist deutlich nach. "Bei mehr als 30 Grad kann man das Geschäft vergessen." Dann macht sie Urlaub. Aber die 64-Jährige hat ihre Nische gefunden. Sogar im Fernsehen war sie schon. "Die waren vier Stunden im Laden und haben gedreht", erinnert sie sich stolz.

    Im Internet gibt's Rossis Suppenhimmel übrigens auch. Da geht Maria Roßbach mit der Zeit. Den Speiseplan gibt's täglich aktuell. "Das macht mein Mann morgens beim Frühstück." Immer zwei Nudel- oder Reisgerichte und neun Suppen. Heute hat sie unter anderem Schnippelbohnen verarbeitet. Wie bei Oma. Aber auch mit Gyros- und Pizzasuppe hat sie erfolgreich experimentiert. Oder Curry-Kokos. Das Wildschweinragout hat ihr Mann beigesteuert.

    Schnippeln für die Kunden

    Aber vor allem Suppen sind bei den Westerwäldern beliebt. "Es nimmt sich aber kaum noch jemand die Zeit zu kochen", vermutet Maria Roßbach. "Ich kaufe jeden Morgen frisch ein." Dann schleppt sie kiloweise Gemüse und Hackfleisch in ihre Küche. Morgens um sieben geht's los. Danach wird der Herd angeworfen, geschnippelt und gebraten, bevor der Laden um 11.30 Uhr öffnet. Ein langer Arbeitstag, der sich längst rechnet. "Nur zum Spaß mache ich das auch nicht", sagt die 64-Jährige. An Rente denkt sie noch lange nicht. "Ich mache das, solange es geht", erklärt sie. "Zu Hause vergammelt man doch nur".

    Von unserem Redakteur Dirk Eberz 

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