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    MontabaurMontabaur: Neue Chance für Kunst in alten Munitionsbunkern

    Plastiken statt Patronen: Ehemalige Nato-Bunker im Stadtwald von Montabaur könnten demnächst Schauplatz für Kunstausstellungen werden.

    Jan Nebgen vor den ehemaligen Nato-Bunkern im Montabaurer Stadtwald: Zusammen mit seinem Onkel Markus Wild und weiteren Partnern will der 39-Jährige das vor zwei Jahren geschlossene Kunst- und Kulturzentrum b-05 wieder eröffnen. Foto: Thorsten Ferdinand
    Jan Nebgen vor den ehemaligen Nato-Bunkern im Montabaurer Stadtwald: Zusammen mit seinem Onkel Markus Wild und weiteren Partnern will der 39-Jährige das vor zwei Jahren geschlossene Kunst- und Kulturzentrum b-05 wieder eröffnen.
    Foto: Thorsten Ferdinand

    Von Michael Bock und
    Thorsten Ferdinand

    In wenigen Monaten soll das Kunst- und Kulturzentrum b-05 im Wald bei Horressen wieder öffnen. Der Montabaurer Stadtrat hat kürzlich grundsätzlich grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Nun arbeiten Initiator Jan Nebgen (39) und seine Partner mit Hochdruck an der Neuauflage des Kulturprojekts. Schon in den Jahren 2008 bis 2013 gab es regelmäßig Kunstausstellungen in den ehemaligen Nato-Munitionsbunkern. Nach dem Absprung des Hauptsponsors Skoda mussten die für 2014 geplanten Veranstaltungen allerdings abgesagt werden. Seitdem war es ruhig geworden um das ehemalige Vorzeigeprojekt für Konversion.

    Nun also soll es weitergehen: Jan Nebgen hat zwar immer noch keinen großen Privatsponsor gefunden. Die Arbeitslast wurde aber inzwischen auf mehr Schultern verteilt, und der Aufwand für die geplanten Kulturveranstaltungen wurde etwas reduziert, um das Ganze zumindest in der Anfangsphase kostengünstiger stemmen zu können. Zum neuen b-05-Team zählt unter anderem Markus Wild aus Montabaur. Der 51-jährige Kunstsachverständige wird sich darum kümmern, dass künftig auch klassische Werke wie zum Beispiel Gemälde gezeigt werden, erklärt sein Neffe Jan Nebgen. Außerdem soll Wild als Ansprechpartner für Vereine und Naturschutzverbände dienen, um mehr regionale Akteure in das Projekt einzubinden. Aktiver Naturschutz wird ein wesentlicher Baustein bei der Neueröffnung sein, macht der 39-Jährige klar. Nebgen selbst bleibt die wichtigste Kontaktperson für Kunsthochschulen und Universitäten.

    Damit endet eine Phase von zehn Jahren, in denen Nebgen das Projekt b-05 überwiegend alleine schulterte. Die Vorbereitungen liefen schon seit 2005. Drei Jahre später öffnete die erste Ausstellung mit dem Namen „Melancholie – schwarze Galle, roter Saft.“ Sogar renommierte internationale Künstler wie der politisch verfolgte Bildhauer Ai Weiwei aus China konnten in den Folgejahren für einen Beitrag gewonnen werden. Immer mehr Schulklassen, Studenten und Kunstinteressierte kamen nach Montabaur. Das Projekt war gerade dabei, sich in der Region zu etablieren, als plötzlich der Hauptsponsor absprang.

    Für die Zukunft ist Nebgen allerdings guter Dinge. Die Stadt Montabaur habe sich in den vergangenen Jahren nicht nur wirtschaftlich weiterentwickelt, sagt der 39-Jährige. Auch kulturell zeichne sich eine steigende Nachfrage ab. Die Ausstellungen sollen deshalb auch weiterhin hochkarätige Kunst zeigen. Große Massenveranstaltungen sind allerdings nicht geplant. „Die Leute kamen sonntags hierher, aßen ein Stück Kuchen, genossen die Ruhe und sahen sich Kunst an. So soll es wieder werden“, sagt Nebgen. Die Integration des Naturschutzes sei dabei ein elementarer Bestandteil. Das Grundstück im Stadtwald dürfe nicht übermäßig belastet werden. Man könne es aber auch nicht einfach sich selbst überlassen, meint Nebgen. Ein Teil des Geländes ist durch die Entforstung zu einer Magerwiese geworden. Heute blühen dort, wo früher Waffen lagerten, seltene Blumen. Zudem wird gefährdeten Tierarten wie zum Beispiel dem Blaufalter eine Heimat gegeben. Irgendjemand müsse sich um das Gelände kümmern, meint Nebgen. Durch das b-05 spare die Stadt die Kosten für die Pflege. Für die Kulturschaffenden und die Kommune kann sich im Idealfall also eine Win-win-Situation ergeben.

    Nach derzeitigem Stand wird das b-05 ab dem kommenden Jahr wieder an einigen Wochenenden im Sommer geöffnet sein. Für Schulen oder auch größere Besuchergruppen werden voraussichtlich Sonderöffnungstermine möglich sein. „Wenn wir sehr schnell sind, kriegen wir vielleicht für dieses Jahr noch etwas hin“, ergänzt Nebgen. Versprechen möchte er das aber nicht.

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