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  • Gemeinschaftsaktion Umweltministerin Höfken und viele Partner unterzeichnen in Marienstatt Vertrag zum Gewässerschutz

    Ministerin unterzeichnet Vertrag: Nisterprogramm soll Flussperlmuschel retten

    Marienstatt. Vor rund einem Jahr wurde ein Nister-Komitee gegründet, das Maßnahmen zum Erhalt des in Schieflage geratenen Flusses erarbeiten und somit die Grundlagen für einen Nister-Vertrag schaffen sollte.

    Zum Schutz der Nister unterzeichneten Umweltministerin Ulrike Höfken (sitzend, 2. von rechts) und viele Partner einen Vertrag.
    Zum Schutz der Nister unterzeichneten Umweltministerin Ulrike Höfken (sitzend, 2. von rechts) und viele Partner einen Vertrag.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Gestern war es nun so weit: In festlichem Rahmen unterzeichneten in Marienstatt Landesumweltministerin Ulrike Höfken, die Präsidenten verschiedener Behörden, die Landräte der beiden Kreise Westerwald und Altenkirchen, Achim Schwickert und Michael Lieber, die Vertreter der sechs Anrainer-Verbandsgemeinden, der Land- und Forstwirtschaft, der Umweltschutzverbände BUND und NABU sowie der Arge Nister offiziell das Nisterprogramm.

    Zum Symbol dieser breit aufgestellten Initiative ist die Flussperlmuschel geworden. Die letzten Exemplare dieser Art in Rheinland-Pfalz sind in der Nister beheimatet. Aber auch hier sind die für die Säuberung eines Gewässers so wichtigen Tiere stark gefährdet, nachdem sie bereits 1985 als ausgestorben galten und dann vor gut zehn Jahren im Fluss wiederentdeckt wurden. „Diese Wiederentdeckung kann uns uns bei unserem Engagement gegen das Artensterben ermutigen. Denn es gibt noch viel zu tun: Jedes Jahr sterben 58.000 Arten weltweit aus“, sagte Umweltministerin Höfken. Das Nisterprogramm setze hiergegen ein wichtiges regionales Zeichen. Sie betonte ebenso, dass von einer Verbesserung der Gewässerökologie auch andere Arten und schließlich auch der Mensch profitieren. Der Vertrag sei ein bedeutender Schritt, „um den einzigartigen Lebensraum direkt vor unserer Haustüre zu erhalten“, erklärte Höfken. „Wir wollen dem Artensterben nicht tatenlos zusehen.“ In diesem Zusammenhang lobte sie das große Engagement zahlreicher Akteure vor Ort, die mit großem Enthusiasmus für die Nister kämpfen.

    Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Ulrich Kleemann, dessen Haus das Projekt als Obere Wasserbehörde koordiniert, sagte in der Annakapelle des Gymnasiums Marienstatt: „Die Nister und ihre Nebengewässer bieten vielen Arten ein Refugium. Im Fokus steht dabei der Erhalt der Flussperlmuschel. Ich freue mich, dass die Vereinbarung zum Nisterprogramm nach einem Jahr intensiver Vorbereitung nun unterschriftsreif ist.“

    Als Konsequenz dieses Vertragswerks soll jetzt verschiedene Maßnahmen am und im Gewässer umgesetzt werden. Wissenschaftlich begleitet werden diese von Mitarbeitern der Universität Koblenz-Landau, die bereits eine Vielzahl von Forschungsprojekten an der Nister begleitet (hat). Um das Ziel, ein gesunder Fluss, zu erreichen, müssten alle an einem Strang ziehen, unterstrich Manfred Fetthauer, Initiator und Vorsitzender der Arge Nister, der das Gewässer wie kein zweiter kennt. Der Fluss habe sich in den vergangenen Jahren zum Negativen hin entwickelt, sei aber dennoch ein Schatzkistchen. Die Bedeutung der Flussperlmuschel etwa machte er anhand einer Berechnung deutlich, dass ein erwachsenes Tier dieser Art 50 Liter Wasser pro Stunde filtriert und somit eine wichtige Rolle bei der Gewässerreinigung spielt. Für unverzichtbar für eine gesunde Nister sind nach Auskunft Fetthauers auch die verschiedenen algenfressenden Fischarten, deren Zahl jedoch ebenfalls stark zurückgegangen ist. Ohne den Vogel beim Namen zu nennen, ließ der Arge-Vorsitzende keinen Zweifel daran, dass es hierbei einen Zusammenhang mit der starken Zunahme des fischfressenden Kormorans gibt – eine Theorie, die allerdings nicht unumstritten ist. Fetthauer fügte jedoch hinzu, dass man im Sinne des gemeinsamen Ziels – dem Schutz der Nister – auch darüber reden müsse.

    Im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung nahmen die Teilnehmer eine der ersten, bereits umgesetzten Maßnahmen des Programms in Augenschein: Durch den Bau der neuen Pumpstation Marienstatt durch die VG-Werke Hachenburg konnte eine alte Teichkläranlage außer Betrieb genommen werden. Das anfallende Abwasser wird künftig zur Kläranlage in den Ort Nister gefördert. Dadurch gelangen weniger Nährstoffe in die Nister, was zur Verbesserung der Gewässerqualität beiträgt. Auf dem Weg zur Pumpstation erläuterte Pater Dominikus Söhngen, der die Besucher im Namen der Abtei Marienstatt empfing, dass der Ort zur Vertragsunterzeichnung eine historische Symbolkraft hat. Einige Zisterzienserklöster, die oft in Flussnähe errichtet wurden, hätten schon früh besonderes Talent in der Fischerei gezeigt, da die Mönche früher nur Fisch essen durften.

    Weitere Infos unter dem Titel „Die Nister – Ein Bündnis für die Flussperlmuschel“ im Internet unter: http://sgdnord.rlp.de/de/wasser-und-abfall/wasser/aktion-blau-plus/nisterprogramm

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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