40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Westerwälder Zeitung
  • » Lkw-Fahrer verschuldet tödlichen Unfall bei Vielbach
  • Aus unserem Archiv

    Montabaur/VielbachLkw-Fahrer verschuldet tödlichen Unfall bei Vielbach

    Ein 32-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Raum Altenkirchen trägt die Schuld an einem tödlichen Verkehrsunfall am 3. März 2010 bei Vielbach. Das hat das Amtsgericht in Montabaur festgestellt. Beim Zusammenstoß seines 20 Tonnen schweren Sattelzugs mit einem DRK-Transportwagen war ein 22-jähriger Zivi getötet worden. Der Lastwagenfahrer hatte auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in den Gegenverkehr geraten. Das Opfer am Steuer des Kleintransporters hat keine Chance zu reagieren.

    Beim Zusammenstoß eines Sattelzugs mit einem DRK-Transporter wurde im März ein 22-jähriger Zivi getötet.
    Beim Zusammenstoß eines Sattelzugs mit einem DRK-Transporter wurde im März ein 22-jähriger Zivi getötet.
    Foto: Thomas Huberty

    Montabaur/Vielbach - Ein 32-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Raum Altenkirchen trägt die Schuld an einem tödlichen Verkehrsunfall am 3. März 2010 bei Vielbach. Das hat das Amtsgericht in Montabaur festgestellt. Beim Zusammenstoß seines 20 Tonnen schweren Sattelzugs mit einem DRK-Transportwagen war ein 22-jähriger Zivi getötet worden. Der Lastwagenfahrer hatte auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in den Gegenverkehr geraten. Das Opfer am Steuer des Kleintransporters hat keine Chance zu reagieren.

    In Montabaur ist der 32-Jährige jetzt zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten sowie 2000 Euro Geldbuße verurteilt worden. Zudem sprach Strafrichter Dr. Dennis Graf ein einmonatiges Fahrverbot aus. Trotz einer fahrlässigen Tötung wollte er dem Mann den Führerschein nicht länger entziehen, da der Angeklagte dann wohl seinen Arbeitsplatz verlieren würde. Bis zum Unfalltag hatte er sich nichts zu Schulden kommen lassen, kein einziger Punkt in Flensburg stand in seinem Register. An jenem Morgen im März jedoch hatte sich der erfahrene Berufskraftfahrer sehr leichtsinnig verhalten. Obwohl es draußen spürbar frostig war und auch im Radio vor Glatteis gewarnt wurde, steuerte er seinen Sattelzug mit der gewohnten Geschwindigkeit in Richtung Mogendorf. Nach eigenen Angaben hatte er im Oberwesterwald einige Bremsversuche unternommen und war verhalten losgefahren. Nach einer Weile war er jedoch der Meinung, dass die Straßen nicht glatt sind – ein fataler Irrtum, wie sich bald herausstellen sollte.

    Als der Lkw-Fahrer in Höhe der Fachklinik Vielbach mit etwa 70 km/h eine Rechtskurve ansteuerte, begann der Anhänger wegzurutschen. Beim Bremsen blockierten die Räder. Der Zivildienstleistende im entgegenkommenden Transporter konnte das Unglück nicht kommen sehen. Erst im letzten Moment vor dem Zusammenstoß geriet der Sattelzug auf die Gegenspur und traf genau auf die Fahrerseite des Jumpers, in dem sich keine weiteren Personen befanden. Der Lastwagenfahrer sprang aus seinem Fahrzeug, um nach dem Unfallopfer zu sehen. Doch seine Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Der 22-jährige Zivi türkischer Herkunft verstarb noch an der Unfallstelle in den Armen des Angeklagten. Die erlittenen Kopfverletzungen waren zu schwer.

    Etwa zwei Wochen nach dem Vorfall ging der 32-Jährige wieder arbeiten. Er habe noch heute Albträume, sagte der Mann vor Gericht. „Aber ich muss eine Familie ernähren“, ergänzte der dreifache Vater. Er habe sich deshalb keine lange Auszeit nehmen können. Noch schwerer traf es die Eltern des Getöteten. Sie sind noch immer in ärztlicher Behandlung, berichtete ihr Rechtsanwalt Peter Hülshörster. Die Mutter des Zivis erlitt bei der Gerichtsverhandlung einen Weinkrampf und musste von zwei Männern gestützt aus dem Saal gebracht werden.

    Der Sachverständige Dr. Tobias Steinacker hatte die Fahrzeuge nach dem Unfall untersucht. Technisch war der Lkw demnach in einwandfreiem Zustand. Die Straßenhaftung sei in der glatten Kurve jedoch denkbar schlecht gewesen. Der Angeklagte war bei diesen schwierigen Witterungsbedingungen mindestens 25 km/h zu schnell. Die Geschwindigkeit des DRK-Transporters war hingegen nicht mehr eindeutig zu ermitteln. Da sich der Wagen auf der korrekten Spur befand und der Lastwagen etwa das zehnfache Gewicht hatte, spielte das Tempo des Transporters für die Unfallfolgen im Prinzip keine Rolle. Der verstorbene Zivi trug keine Schuld am Zusammenstoß.

    Der Verteidiger des 32-Jährigen, Rechtsanwalt Reinhold Siemann, stellte das ansonsten gewissenhafte Verhalten seines Mandanten im Straßenverkehr heraus. Der Angeklagte selbst erhob sich vor der Urteilsverkündung von seinem Platz, um den Eltern des Getöteten sein Beleid auszusprechen. Die Enttäuschung, dass dies erst fast ein Jahr nach der Tat geschah, war den Betroffenen jedoch anzumerken. Richter Graf betonte abschließend, dass einem Berufskraftfahrer ein solcher Unfall nicht passieren dürfe. „Das Ganze ist vorhersehbar und vermeidbar gewesen.“ Thorsten Ferdinand

    Montabaur Hachenburg
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Mittwoch

    15°C - 26°C
    Donnerstag

    12°C - 23°C
    Freitag

    15°C - 26°C
    Samstag

    17°C - 28°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerien: Fotos unserer Leser
    &bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

    Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.