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    Heiligenroth/MontabaurHeiligenroth: Kampf gegen geplanten Autohof geht weiter

    Auf die Wildkatze kommt es jetzt an: Sollte tatsächlich eine Wildkatze in jenem fünf Hektar großen Waldstück an der B 255 bei Heiligenroth leben, könnte sich der dort geplante Bau eines Autohofs verzögern.

    Von unserer Mitarbeiterin Anken Bohnhorst-Vollmer

    Die Pläne könnten sogar scheitern. Darauf setzen die Autohof-Gegner, die Vertreter der Bürgerinitiative „Erhaltet die Natur in unserer Wäller Heimat“ und der BUND. Denn ihren Untersuchungen zufolge leben in diesem Waldstück nicht nur „reproduzierende Wildkatzen“, wie BUND-Mitglied Harry Neumann formuliert. Der Wald sei zudem ein „Wanderkorridor“, der andere naturbelassene Gebiete in der Region miteinander verbinde, betont er.

    Die Wildkatzen-Analyse lediglich auf den Wald an der B 255 zu beschränken, sei daher viel zu kurz gedacht, meinen die Naturschützer. Einzelne Standorte zu betrachten, hält Neumann für unzulänglich. Die Ansiedlung von immer mehr Industriegebieten sowie der Bau von Tank- und Rastanlagen zerstöre den gesamten Lebensraum der Tiere.

    Die Vertreter der Ortsgemeinde Heiligenroth, die ebenfalls ein Naturgutachten in Auftrag gegeben haben, in dem es unter anderem auch um die Existenz der Wildkatze geht, äußern sich dagegen zurückhaltend. Ortsbürgermeister Erich Herbst verweist an die Bauverwaltung, den zuständigen Fachbereich in der Verbandsgemeinde. Dort teilt man mit: „Das Gutachten liegt der Verwaltung im Entwurf vor. Dieses muss jedoch noch geprüft und unter anderem in den Bebauungsplan übernommen werden. Eine Entscheidung im Gemeinderat wird voraussichtlich erst im Februar getroffen. Vor unserer abschließenden Prüfung möchten wir uns zu den Inhalten des Entwurfs nicht äußern.“ Demnach bleibt – vorerst jedenfalls – die Entscheidung des Ortsgemeinderats von Heiligenroth bestehen. Der hatte sich bereits im September 2013 für den Bau des Autohofs mit Tankstelle, 30 Lkw-Stellplätzen, Restaurant und einem 30 Meter hohen Leuchtreklame-Turm entschieden und damit nach Ansicht von Angelika Keil und Mariele Höhn von der Bürgerinitiative „Erhaltet die Natur in unserer Wäller Heimat“ gegen die Erhaltung der Umwelt votiert. Die Sprecherinnen der Bürgerinitiative argumentieren nämlich, „die Insellage macht das Waldstück besonders wertvoll“, und zwar unabhängig von einer möglichen Wildkatzen-Population.

    Dass es sich bei dem Areal, das einer Größe von etwa zwölf Fußballfeldern entspricht, um ein „nicht unattraktives Waldstück“ handelt, bestätigt auch Roland Kreutz, Leiter des Forstamts Neuhäusel. Natürlich gebe man ungern Wald auf, sagt er. Aber man müsse abwägen zwischen wirtschaftlichen und allgemeinen Interessen. Fest stehe aber: „Es wurde noch kein Rodungsantrag gestellt.“ Damit es dazu nicht kommt, hatte die Bürgerinitiative im November zu einem Waldspaziergang eingeladen, um zu zeigen, dass hier Kiefern, Fichten, Lärchen, Buchen und Eichen zu finden seien, ebenso ein „beträchtlicher Anteil an Totholz“, den Insekten und Pilze für ihren Lebensraum brauchen. „Der Wald ist ein Filter für Licht, Lärm und Luft“, resümiert Andrea Keil die gesundheitserhaltende Wirkung des Biotops. Diesen Eindruck wollten die Mitglieder der Bürgerinitiative, die mittlerweile 1000 Unterschriften gegen einen Autohof gesammelt haben, auch den Gemeindevertretern von Heiligenroth vermitteln. Deshalb hatte Keil den Ortsbürgermeister Erich Herbst ausdrücklich zu dem Waldspaziergang eingeladen. „Wir hätten gern mit ihm diskutiert, um ihn zu überzeugen, dass der Wald erhalten werden muss.“ Nur, weder Erich Herbst noch einer seiner Kollegen aus dem Gemeinderat kamen zu der Veranstaltung. Er habe sehr viel zu tun und keine Zeit für den Spaziergang gehabt, begründet Herbst auf Nachfrage unserer Zeitung sein Fernbleiben und bittet um Verständnis. „Ich muss Prioritäten setzen.“

    Was aber könnte wichtiger sein als ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur, fragt Mariele Höhn. „Wir haben nur einen Planeten, und auf dem ist jeder einzelne Baum erhaltenswert.“ Für sie und ihre Mitstreiterin Andrea Keil steht fest, dass sie weiterkämpfen werden – für den Wald an der B 255 und für die Wildkatze. ⋌Anken Bohnhorst-Vollmer

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