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  • Gutachten zum Einzelhandel: Es gibt genug Supermärkte in Montabaur

    Montabaur. Das Vorhaben der Stadt Montabaur, in Allmannshausen einen weiteren Rewe- und einen Aldi-Markt zu gestatten, wird von Gutachtern kritisch gesehen. Grundsätzlich gibt es in der Kreisstadt und im Umland eigentlich schon genug Supermärkte, heißt es in der Auswirkungsanalyse der BBE-Handelsberatung.

     Vor allem der geplante Vollsortimenter in Allmannshausen, ein Rewe-Markt mit 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche, könne bestehende Supermärkte in der Kreisstadt gefährden, meinen die Gutachter. Die Stadt sollte dem Vorhaben deshalb nur dann zustimmen, wenn der langfristige Erhalt eines Lebensmittelmarkts in der Innenstadt garantiert werden kann. Der Supermarkt an der Hospitalstraße übernehme eine wichtige wohnortnahe Versorgungsfunktion und sei zudem ein bedeutsamer Frequenzbringer für die Innenstadt.

    Widersprüchliche Ausgangslage

    Zur Erinnerung: Die Stadt Montabaur möchte mit dem Rewe-Konzern eine vertragliche Vereinbarung treffen, um den Bestand des Markts an der Hospitalstraße für weitere 15 Jahre zu sichern. Nur falls der Lebensmittelkonzern garantiere, dass der Markt in der Innenstadt mindestens bis zum Jahr 2031 erhalten wird, soll ein weiterer Vollsortimenter in der Nähe des ICE-Bahnhofs erlaubt werden (unsere Zeitung berichtete). Der geplante Rewe-Markt in Allmannshausen würde gemeinsam mit dem ebenfalls vorgesehenen Aldi-Markt (circa 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche) sowie den bereits vorhandenen Filialisten Trinkgut und Penny an der Alleestraße künftig den größten Versorgungsbereich in Montabaur bilden.

    Die Ausgangslage für die Stadt ist dabei widersprüchlich: Einerseits meinen die Gutachter nämlich, dass ein zusätzlicher Vollsortimenter in Allmannshausen gerade für den Markt in der Hospitalstraße bedenklich sei. Dieser könne in seiner aktuellen Form nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, weil er dann zu groß und mit dem Auto nur unbequem zu erreichen ist. Schon der Bau des Edeka-Markts im Quartier Süd sei vor diesem Hintergrund bedenklich gewesen. Andererseits will der Rewe-Konzern den Erhalt des Markts in der Hospitalstraße von der Erlaubnis abhängig machen, in Allmannshausen einen weiteren Markt zu eröffnen. Der Rewe in der Hospitalstraße sei nämlich schon jetzt nicht mehr rentabel und müsse auf jeden Fall verkleinert werden.

    Auch für den Rewe-Markt in der Moselstraße und den Edeka-Markt im Quartier Süd sei ein weiterer Vollsortimenter in Montabaur nicht unproblematisch, heißt es in dem Gutachten weiter. Beide müssten sich auf Kaufkraftverluste von etwa 20 Prozent einstellen. Dagegen wirke sich der zusätzliche Aldi voraussichtlich nur auf die Aldi-Filiale in Heiligenroth spürbar aus. Diese müsse mit Kaufkraftabflüssen von mehr als 35 Prozent rechnen, heißt es. Da die Filiale in Heiligenroth bislang aber sehr gut laufe, sei dies nicht betriebsgefährdend, meinen die BBE-Gutachter.

    Einzelhandel hat Bedenken

    Der zusätzliche Rewe-Markt in Allmannshausen wird indes auch von Einzelhändlern kritisch gesehen. Sie befürchten einen weiteren Kaufkraftabfluss, wenn es in der Innenstadt nur noch einen kleinen Lebensmittelmarkt gibt. Die zentrale Versorgungsfunktion der Kernstadt werde weiter ausgehöhlt, kritisieren die Geschäftsleute. Denn Rewe und Aldi werden beispielsweise auch Schreibwaren, Elektroartikel und Bekleidung anbieten. Es gebe künftig noch weniger Grund für die Menschen, die Innenstadt anzusteuern, wenn man am Stadtrand bequem parken und fast alle Produkte erwerben kann, heißt es. Dass ein verkleinerter Lebensmittelmarkt im Stadtzentrum überhaupt noch als Frequenzbringer wirken kann, wird von einigen Einzelhändlern bezweifelt.

    Die Werbegemeinschaft Montabaur aktuell hat ihren Mitgliedern deshalb geraten, schriftliche Einwände gegen die geplante Änderung des Bebauungsplans in Allmannshausen einzureichen. Inzwischen ist diese Frist abgelaufen. Heidrun Fieber, die ihr Geschäft Lederwaren Foss in der Fußgängerzone aus Altersgründen aufgeben muss, konnte keinen Nachfolger finden. Sie spricht vielen innerstädtischen Einzelhändlern aus dem Herzen, wenn sie ihre Sorge über die geplante Ansiedlung weiterer Märkte am Stadtrand zum Ausdruck bringt. "Es ist schade, dass die schöne Altstadt so weiter an Attraktivität verliert", meint sie.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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