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  • Gericht: Junge Frau verursachte tödlichen Unfall bei Selters

    Montabaur/Selters. Es war nur ein kleiner Konzentrationsfehler im Straßenverkehr, doch er hatte dramatische Folgen: Eine 22-jährige Frau aus Hessen hat im vergangenen März einen tödlichen Unfall bei Selters verursacht.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

    Sie war am Ortsausgang in Richtung Krümmel auf die Dierdorfer Landstraße aufgefahren, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten. Als sie nach wenigen Metern schon wieder nach links in einen Feldweg abbiegen wollte, kam es zum Zusammenstoß mit einem weißen Audi. Der junge Mann am Steuer starb, als sein Wagen gegen einen Baum am Fahrbahnrand geschleudert wurde. Für diese fahrlässige Tötung ist die 22-jährige Frau nun im Montabaurer Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2250 Euro (90 Tagessätze) verurteilt worden.

    Rückblick: Es ist der 17. März 2015, kurz nach 15 Uhr. Die junge Frau aus dem Raum Marburg ist beruflich im Westerwald unterwegs. Nach einem Termin bei einem Unternehmen am Ortsrand von Selters will sie noch kurz mit ihrem Hund spazieren gehen. Sie ist offenbar nicht richtig konzentriert, als sie mit ihrem Kleinwagen die L 267 überqueren möchte, um einen nahen Waldweg zu erreichen. Eine Erinnerung an die folgenden Minuten hat sie nicht. Ihr Psychotherapeut bescheinigt ihr eine Amnesie.

    Fakt ist jedoch, dass genau in diesem Moment ein junger Mann mit einem weißen Audi aus Richtung Selters kommt. Er hat gerade beschleunigt, als der Wagen der jungen Frau langsam vor ihm auf die Straße auffährt. Der 20-Jährige hat nur wenige Sekunden, um sich für ein starkes Bremsmanöver oder das Überholen des anderen Autos zu entscheiden. Weil die Gegenfahrbahn frei ist, entscheidet er sich vorbeizufahren.

    In diesem Moment biegt die junge Frau nach links ab. Nach hinten gesehen hat sie zuvor offenbar nicht. Die Autos berühren sich. Der weiße Audi hebt ab und knallt mit der Fahrerseite gegen einen Baum am Straßenrand. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von fast 90 km/h hat der junge Mann am Steuer keine Chance. Er stirbt noch an der Unfallstelle. Die 22-jährige Frau wird nur leicht verletzt.

    Vor Gericht ging es nun vor allem um die Frage, ob die 22-Jährige die alleinige Verantwortung für den Unfall trägt oder ob auch der Getötete falsch reagiert hat. Dazu hatte Unfallgutachter Tobias Steinacker aus Koblenz eine klare Meinung: Der 20-Jährige war demnach ohne jede Chance. Er war angeschnallt, fuhr die erlaubten 100 km/h und war auch nicht durchs Handy abgelenkt, wie die Polizei zunächst vermutet hatte. Der junge Mann sei völlig normal gefahren, sagte Steinacker. Die große Mehrheit der Verkehrsteilnehmer hätte sich in dieser Situation ebenfalls für ein Überholmanöver entschieden, folgerte der Experte.

    Zwar konnte beim Untersuchen der Wracks noch festgestellt werden, dass die junge Frau den Blinker gesetzt hatte. Das wurde vom Gericht schuldmindernd berücksichtigt. Wie lange der Blinker eingeschaltet war, ließ sich jedoch nicht mehr rekonstruieren. Der Anwalt der Unfallverursacherin forderte trotz der Versäumnisse, das Gerichtsverfahren einzustellen. Niemand trage die juristische Verantwortung für diesen Zusammenstoß, meinte er. Das Ganze sei letztlich ein tragischer Schicksalsschlag, unter dem alle Beteiligten nun zu leiden hätten.

    Diese Auffassung teilten das Gericht und die Staatsanwaltschaft allerdings nicht. Sie sahen die Verantwortung eindeutig bei der jungen Frau, die den Unfall durch höhere Aufmerksamkeit und einen Schulterblick hätte vermeiden können. Die Folgen dieses Konzentrationsfehlers seien entsetzlich und mit einer Geldstrafe natürlich nicht aufzuwiegen, waren sich letztlich alle Beteiligten einig.

    Zusammenstoß: 20-Jähriger stirbt bei Selters [Update]
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