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    WesterwaldkreisErneute Anklage: Onkel missbraucht Neffen

    Der Prozess am Koblenzer Landgericht gegen einen 49-jährigen Mann aus dem Westerwald, der in den Jahren von 2001 bis 2004 seinen Neffen in annähernd 50 Fällen sexuell missbraucht haben soll, wird neu aufgerollt. Nachdem die vorsitzende Richterin im Vorjahr schwer erkrankte, ist das Verfahren nunmehr unter neuer Zusammensetzung wiedereröffnet worden. Der erste Prozesstag begann mit der Verlesung der Anklageschrift und einigen formalrechtlichen Fragen. Danach vertagte sich das Gericht bis zum 15. Februar.

    Ein Prozess am Koblenzer Landgericht gegen einen 49-jährigen Mann aus dem Westerwald, der in den Jahren von 2001 bis 2004 seinen Neffen in annähernd 50 Fällen sexuell missbraucht haben soll, wird neu aufgerollt.
    Ein Prozess am Koblenzer Landgericht gegen einen 49-jährigen Mann aus dem Westerwald, der in den Jahren von 2001 bis 2004 seinen Neffen in annähernd 50 Fällen sexuell missbraucht haben soll, wird neu aufgerollt.
    Foto: RZ-Archiv

     

    Für einen damals zehnjährigen Jungen war sein Onkel ein Ersatzvater, er spielte Fußball mit ihm und brachte ihm bei, wie man Mofa fährt, doch dann zeigte er laut Anklageschrift sein wahres Gesicht: In annähernd 50 Fällen soll der mittlerweile 49 Jahre alte Mann aus dem oberen Kreisgebiet seinen Neffen in den Jahren von 2001 bis 2004 sexuell missbraucht haben. Während eines Urlaubsaufenthaltes in Mittenwald kam es nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mehrfach zu Übergriffen, ebenso in der Wohnung des Onkels, wo sich der Junge in einzelnen Fällen Kinderpornos mit anschauen musste oder im Badezimmer missbraucht wurde.

    „Er war wie ein Vater zu mir, deshalb ging ich ständig weiter zu ihm hin. Eine Zeit lang empfand ich es so, als ob diese ganzen Dinge völlig normal wären. Doch dann machte es irgendwann „Klick“ und ich begriff, dass es eben nicht normal, ist, was mein Onkel da mit mir macht“, schilderte der 25-Jährige während des ersten Prozesses im vergangenen Jahr unter Tränen. Sein Onkel gestand die Taten unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    „Niemand kann auch nur ansatzweise erahnen, was wir seit dem vergangenen Jahr, seitdem der Prozess begonnen hatte, durchleiden. Wir gehen durch die Hölle“, sagte die Mutter des mutmaßlichen Missbrauchsopfers gegenüber unserer Zeitung. Ihr Sohn brach im vergangenen Jahr während seiner Anhörung am Landgericht Koblenz mehrfach in Tränen aus, einmal musste der Prozess sogar für kurze Zeit unterbrochen werden, weil ihn die Vernehmung zu sehr mitnahm. Wegen der angeklagten Übergriffe hat der junge Mann im August 2015 eine fünfwöchige Therapie gemacht. „Ich will, dass das alles raus aus meinem Kopf geht!“, sagte er vor Gericht. Noch ist unklar, ob dem Opfer möglicherweise eine erneute Befragung durch die Prozessbeteiligten erspart werden kann. Nunmehr ist auch ein psychiatrischer Gutachter mit von der Partie, der eine Aussage darüber treffen soll, inwiefern der Angeklagte bei den Taten möglicherweise über eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit verfügte.

    Der Prozess wird am Mittwoch, 15. Februar, um 9 Uhr fortgesetzt.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

     

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