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  • Energiewende beflügelt Selterser Schütz-Gruppe

    Siershahn. Die Energiewende beflügelt auch die heimische Wirtschaft: Die Selterser Firma Schütz hat am Standort Siershahn bis jetzt insgesamt gut 50 Millionen Euro in die Entwicklung und Fertigung von Windkraftanlagen investiert. Nach Anlauf der Serienproduktion ab Mitte 2012 und dem weiteren Kapazitätsausbau sollen hier in naher Zukunft jährlich 50 Anlagen gebaut werden und vorwiegend in Deutschland und Europa vermarktet werden. Davon profitiert auch der heimische Arbeitsmarkt. Läuft alles nach Plan, dann schafft das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren in Siershahn weitere 170 Arbeitsplätze. Das hat Winfried Heibel, Mitglied der Geschäftsführung, gegenüber der WZ bestätigt.

    Auf Einladung von Udo Schütz (links) informierte sich der SPD-Fraktionschef im Mainzer Landtag, Hendrik Hering (Mitte), jüngst über die künftige Produktion von Windkraftanlagen bei Schütz in Siershahn. Ingenieur Lars Böger erläuterte die Details.
    Auf Einladung von Udo Schütz (links) informierte sich der SPD-Fraktionschef im Mainzer Landtag, Hendrik Hering (Mitte), jüngst über die künftige Produktion von Windkraftanlagen bei Schütz in Siershahn. Ingenieur Lars Böger erläuterte die Details.
    Foto: Stephanie Kühr

    Siershahn - Die Energiewende beflügelt auch die heimische Wirtschaft: Die Selterser Firma Schütz hat am Standort Siershahn bis jetzt insgesamt gut 50 Millionen Euro in die Entwicklung und Fertigung von Windkraftanlagen investiert. Nach Anlauf der Serienproduktion ab Mitte 2012 und dem weiteren Kapazitätsausbau sollen hier in naher Zukunft jährlich 50 Anlagen gebaut werden und vorwiegend in Deutschland und Europa vermarktet werden. Davon profitiert auch der heimische Arbeitsmarkt. Läuft alles nach Plan, dann schafft das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren in Siershahn weitere 170 Arbeitsplätze. Das hat Winfried Heibel, Mitglied der Geschäftsführung, gegenüber der WZ bestätigt.

    Keine Frage: Das Westerwälder Familienunternehmen Schütz, das von Udo Schütz 1958 gegründet wurde und in diesem Jahr voraussichtlich weltweit erstmals einen Umsatz von einer Milliarde Euro erwirtschaften wird, setzt mit der Windkraft auf einen zukunftsträchtigen Wirtschaftsbereich. Doch als Udo Schütz vor vier Jahren beschloss, die Geschäftsbereiche der Schütz-Gruppe zu erweitern und künftig Windkraftanlagen zu produzieren, war dies ein unternehmerisches Wagnis. Die Atomwirtschaft florierte, an einen Atomausstieg war damals keineswegs zu denken. Ende 2008 kam die Krise der globalen Wirtschafts- und Kapitalmärkte hinzu. Doch der Westerwälder Unternehmer setzte beharrlich auf seine Vision, Windanlagen zu bauen und hier künftig mit den großen Marktführern der Branche, etwa mit Vestas, Nordex und Enercon, zu konkurrieren.

    „Wir sind der Auffassung, dass dies ein Geschäft mit hohem Wachstum in der Zukunft sein wird“, erläutert Heibel die Unternehmensstrategie. Vor gut zwei Jahren gelang es der Schütz-Gruppe, ein Unternehmen zu erwerben, das gerade dabei war, eine getriebelose Windanlage mit einer Leistung von 3,2 Megawatt zu entwickeln. Der erste Schritt, die Vision in die Realität umzusetzen, war getan. Da sich die Firma Schütz auf dem Gelände am Stammsitz in Selters nicht weiter ausdehnen konnte, erwarb sie schließlich im Siershahner Industriegebiet „Im Berggarten“ ein Areal von rund 90 000 Quadratmetern Fläche. Die Wahl fiel auf den Standort Siershahn, weil es hier ein Anschlussgleis gibt. Die meisten Transporte können so per Bahn abgewickelt werden und müssen nicht über die Straße erfolgen.

    Als erste Ausbaustufe wurde hier ein sogenanntes "Stahl Service Center" für die Versorgung der eigenen Fertigung in Selters aber auch für die Kundenbelieferung errichtet. Nach dem anschließenden Bau der rund 23 000 Quadratmeter großen Hallen für die Fertigung der Windkraftanlagen, die wie ein Hangar anmuten, gingen die Ingenieure und Mitarbeiter von Schütz ans Werk. Seit zwei Jahren arbeiten sie daran, die Konstruktionspläne für die Rotorblätter in die Realität umzusetzen. Auch der Modell- und Formenbau wurde in Siershahn entwickelt. Mit Erfolg: Das erste Rotorblatt liegt in der Fertigungshalle. Im Oktober soll der mächtige Flügel zum Stresstest ins Fraunhofer Institut.

    Die erste Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 137 Metern und einen Rotorblattdurchmesser von 110 Metern wird im März, spätestens im April 2012 fertig sein und soll in Mündersbach in der Verbandsgemeinde Hachenburg installiert werden. Berechnungen zufolge können jährlich rund acht Millionen Kilowattstunden in das örtliche Stromnetz eingespeist werden. Dabei wird Schütz die ersten Anlagen in Eigenregie betreiben, um sie entsprechend zu beobachten. Nach einer Laufzeit von etwa einem Jahr können die Leistungsdaten der Anlage nachgewiesen werden. Eine Zertifizierung durch Institute wie etwa der TÜV ist dann ebenfalls erforderlich. Denn erst mit diesen Gütesiegeln und Nachweisen kann Schütz mit den Windkraftanlagen gezielt auf den Markt gehen, erläutert Heibel im WZ-Gespräch. Mit anderen Worten: Es dauert, bis sich der hohe Kapitalaufwand für die Schütz-Gruppe rechnet und bis sich die Umsätze einstellen. Dennoch die Unternehmensführung ist sicher: Die Energiewende gibt einen Schub, viele Kommunen auch in der Region denken derzeit um.

    Rund 30 Mitarbeiter sind zurzeit im Bereich der Produktion von Windkraftanlagen beschäftigt, weitere 25 arbeiten im 2008 gebauten „Stahl Service Center“. Wenn in den kommenden Jahren in der Endausbaustufe eine Anlage pro Woche gebaut werden soll, sind weitere 150 Mitarbeiter nötig, um die Produktion zu sichern und die Kapazitäten auszulasten. Für den Werkzeug- und Formenbau braucht das Unternehmen 40 zusätzliche Mitarbeiter. Damit entstehen am Standort Siershahn in den kommenden Jahren rund 170 neue Arbeitsplätze.

    Schütz wurde mit dem „Intermediate Bulk Container“ groß

    Das Unternehmen Schütz mit Stammsitz in Selters hat weltweit rund 3500 Mitarbeiter an insgesamt 27 Standorten. Das 1958 von Udo Schütz gegründete Familienunternehmen ist im Bereich der Kunststoff- und Metallverarbeitung tätig und hat sich vor allem durch seine Verpackungssysteme („Schütz Industrial Packaging“) einen Namen gemacht. Udo Schütz aus Selters begann Ende der 50er-Jahre mit dem Bau von Heizöltanks aus Stahl. In den 70er-Jahren begann das Unternehmen mit der Produktion von Verpackungen und fertigte 30 bis 220 Liter fassende Kunststofffässer, vorwiegend für die chemische Industrie.

    Im Jahr 1974 entwickelte Udo Schütz den „Container“ – der Behälter hat 1000 Liter Inhalt und ist heute das Hauptprodukt der Firma. Er besteht aus einem Kunststoff-Innenbehälter, der in ein Stahlrohrgitter eingebettet ist. Dieser Behälter ist weltweit unter der Bezeichnung „IBC“ („Intermediate Bulk Container“) für den Transport von chemischen Produkten, Lebensmitteln und anderen Flüssigkeiten im Einsatz. Schütz ist mit diesem Produkt weltweit Markführer. Im Geschäftsbereich „Schütz Energy Systems“ produziert das Unternehmen Heizöltanks, Regenwasserbehälter, Fußbodenheizungenssysteme sowie ein Aircon-System zum Heizen, Kühlen und Lüften. In der Sparte „Schütz Industry Services“ werden Fertigungsmaschinen und Werkzeuge für den eigenen Bedarf an allen Unternehmensstandorten entwickelt und hergestellt. Die Herstellung von Leichtbauwerkstoffen hauptsächlich für den Flugzeugbau zählt ebenfalls zu diesem Bereich. Der Bau von Windkraftanlagen ist nun ein völlig neues Geschäftsfeld des Unternehmens.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

     

     

     

     

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