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    HachenburgEnde einer Tradition: Drittältester Tennisklub Deutschlands wird aufgelöst

    Ende einer Tradition: Nach 130 Jahren steht der TC Rot-Gelb Hachenburg vor dem Aus.

    Im Jahr 1910 befanden sich die Tennisplätze noch im Bereich des Burggartens. Bei dem Herrn am Netz könnte es sich laut Dr. Manfrid Ehrenwerth (Leiter des Landschaftsmuseum Westerwald) um den Gründer des Vereins, Alexander Graf von Hachenburg, handeln.
    Im Jahr 1910 befanden sich die Tennisplätze noch im Bereich des Burggartens. Bei dem Herrn am Netz könnte es sich laut Dr. Manfrid Ehrenwerth (Leiter des Landschaftsmuseum Westerwald) um den Gründer des Vereins, Alexander Graf von Hachenburg, handeln.
    Foto: Landschaftsmuseum Westerwald Bil

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

    Der Tennisverein, der 1885 von Alexander Graf von Hachenburg gegründet wurde, ist der drittälteste seiner Art in ganz Deutschland und einer der ältesten Vereine in der Löwenstadt. Nachdem die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren aber kontinuierlich zurückgegangen ist, wodurch sämtliche Einnahmen des Klubs weggebrochen sind, haben die letzten verbliebenen Spieler jetzt in einer außerordentlichen Versammlung schweren Herzens die Auflösung beschlossen. Das hat der Vorsitzende Christoph Hilpisch bestätigt. Er und zwei weitere Mitglieder wurden beauftragt, sich um die Abwicklung zu kümmern. Wann genau der Schlusspunkt gesetzt sein wird, steht noch nicht fest.

    Schon im Mai hatte unsere Zeitung über die Probleme des Vereins berichtet. Zu dieser Zeit waren vier der sechs Plätze oberhalb des Burbach-Stadions bereits von Disteln und Löwenzahn überwuchert. Dort, wo noch vor wenigen Jahren spannende Matches ausgetragen wurden und viele Sportbegeisterte gesellige Stunden verbrachten, trat die finanzielle Schieflage des Klubs schon seit Längerem deutlich vor Augen.

    Zudem lastet auf dem massiven und großzügig ausgestatteten Klubhaus (Gemeinschaftsraum mit Theke und Küche, zwei Umkleideräume mit Duschen und Toiletten sowie Abstellräume) noch eine Bauschuld von rund 20 000 Euro. Während sich das Gebäude im Eigentum des Vereins befindet, gehört das Gelände der Stadt. Der Klub hat die Flächen gepachtet.

    Genau an dieser Stelle wird die Frage nach der Zukunft der einst vor allem in den Sommermonaten stark belebten Anlage kompliziert. Der TuS Hachenburg hat sein Interesse bekundet, den Weißen Sport als eigene Abteilung innerhalb des Gesamtvereins zu integrieren. „Allerdings nur, wenn die finanziellen Angelegenheiten stimmen“, so TuS-Vorsitzender Jochen Cramer. Einen Berg Schulden möchte und kann sein Verein nicht übernehmen. Daher stehen nun Gespräche zwischen den TuS-Verantwortlichen, dem Vorstand des TC und der Stadtspitze an. „Um den Tennissport in Hachenburg wieder zukunftsfähig zu machen, müssen mindestens vier Plätze bereitgehalten werden“, berichtet Cramer. Dies bedeutet aber, dass auf der Anlage grundlegende Sanierungsarbeiten erforderlich würden. Auf den zwei dann nicht mehr benötigten Courts könnte möglicherweise ein Beachvolleyball- oder ein Basketballfeld entstehen, so die Vision des TuS-Chefs. Wichtig wäre ihm im Fall einer Übernahme die Reaktivierung der Jugendarbeit – vielleicht in Kooperation mit Kitas und Schulen. Auch eine gemeinsame Nutzung der Plätze mit einem Nachbarverein sei vorstellbar. „Diese Fragen können aber erst beantwortet werden, wenn die finanziellen und rechtlichen Fragen geklärt sind“, betont Cramer. Stadtbürgermeister Karl-Wilhelm Röttig kündigte an, dass sich der Rat mit dem Thema beschäftigen wird.

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