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    SainscheidEnde einer Ära: TTC Sainscheid steht vor der Auflösung

    Nach einer mehr als 50-jährigen, zum Teil sehr erfolgreichen Vereinsgeschichte steht der Tischtennisclub Sainscheid kurz vor der Auflösung.

    Ein Bild aus erfolgreicheren Zeiten: Nach mehr als 50-jähriger Vereinsgeschichte steht der TTC Sainscheid jetzt vor dem Aus.
    Ein Bild aus erfolgreicheren Zeiten: Nach mehr als 50-jähriger Vereinsgeschichte steht der TTC Sainscheid jetzt vor dem Aus.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

    Wie der Vorsitzende Rainer Jung in einem Gespräch mit der WZ erläutert, hat in den vergangenen Jahren auch in dem Westerburger Stadtteil das Interesse von Kindern und Jugendlichen an dieser einmal sehr beliebten Sportart stark nachgelassen. Der Vorsitzende bedauert die Entwicklung ausdrücklich. Im Ort ist das mögliche Ende des Tischtennisvereins ein viel und emotional diskutiertes Thema.

    Der aktive Spielbetrieb ruht beim TTC Sainscheid bereits seit Mai 2013. Grund hierfür war, dass damals nicht mehr genügend aktive Spieler zur Verfügung standen. Bis zu diesem Zeitpunkt war nur noch eine Seniorenmannschaft zum Spielbetrieb beim Tischtennisverband gemeldet. Diese Mannschaft spielte zwar engagiert und erfolgreich, die Spieler konnten jedoch wegen Umzug und aus beruflichen Gründen nicht mehr gemeinsam trainieren und regelmäßig an den Meisterschaftsrunden teilnehmen. „Die Entwicklung kam nicht überraschend. Schon seit mehr als zehn Jahre konnten keine neuen Spieler mehr gewonnen werden, und auch die Kinder und Jugendlichen waren nicht mehr wie früher für den Tischtennissport zu begeistern“, berichtet der Vereinsvorsitzenden Rainer Jung.

    Angefangen hat alles in einer Frühstückspause, in der sich Anfang der 1960er-Jahre Hans Hofmann und Heinz Zirfas über die neue Halle des damaligen Gastwirtes Laurenz Zirfas unterhielten und dabei die Idee hatten, dort eine Tischtennisplatte aufzustellen. Der Wirt gab die Erlaubnis, mit einer Spendenaktion wurde dann die neue Platte gekauft, wobei Hans Hofmann noch einen Teil dazu steuerte. Was aber die 280 D-Mark, so viel kostete die Platte damals, in den folgenden Jahrzehnten an Erfolg bescherten, war damals noch nicht abzusehen. Unmittelbar nach Vereinsgründung im Jahr 1962 wurde in Sainscheid erstmals eine Herrenmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet. Der Tischtennissport im Dorfverein erfreute sich in der Folgezeit einer zunehmenden Beliebtheit, was zur Folge hatte, das 1966 auch eine Jugendmannschaft ins Leben gerufen. In den umliegenden Ortschaften merkte man schnell, dass sich der damalige Vorsitzende Berthold Jung sehr für seinen Tischtennisverein engagierte. So konnten auch einige gute Spieler aus den Nachbargemeinden für den jungen Verein gewonnen werden. Bald wurden deshalb eine zweite Mannschaft und darauf sogar eine dritte Seniorenmannschaft zur Meisterschaftsrunde gemeldet.

    Die ersten großen sportlichen Erfolge stellten sich schnell ein. Schon im Jahr 1970 konnte die erste Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga und den Gewinn des Bezirksklassenpokals feiern. Für einen kleinen Dorfverein hatte man ein erstaunliches sportliches Niveau erreicht, das über einen langen Zeitraum gehalten werden konnte. Grundlage dafür war eine erfolgreiche Jugendarbeit. So nahmen über viele Jahre hinweg immer mehrere Jugend-, Schüler- und Schülerinnenmannschaften am Spielbetrieb teil. In seiner Glanzzeit war der TTC Sainscheid mit 112 Mitgliedern der größte Verein des Ortes und beteiligte sich an vielen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen.

    Seit dem Jahr 1986 besteht eine Sportpartnerschaft mit dem Tischtennisverein von Le Cateau/Frankreich, der Partnerstadt von Westerburg. Die Tischtennisaktiven, ihre Familien und viele Jugendliche der beiden Partnervereine fuhren im Wechsel jedes Jahr einmal mit dem Bus nach Le Cateau. Im Gegenzug besuchten die französischen Freunde Sainscheid. „Leider ist diese Vereinspartnerschaft mit Le Cateau seit einigen Jahren eingeschlafen, weil bei der jüngeren Generation das Interesse nachgelassen hat. Doch einige ältere Familien pflegen diese Freundschaft auf privater Ebene bis heute noch“, erzählt Rainer Jung weiter.

    Der Vorsitzende hatte sich gemeinsam mit dem neuen Vorstand dazu entschlossen, die Vereinsauflösung zu verhindern. Mit einem neuen Konzept wollte er das Vereinsleben noch möglichst lange aufrecht erhalten, damit bei entsprechendem Interesse der Spielbetrieb mit Kindern und Jugendlichen wieder aufgenommen werden kann. Bei den Vereinsaktivitäten wurde deshalb mit Vereinsfeiern besonderer Wert auf die „Pflege“ der verbliebenen Vereinsmitglieder gelegt. Den Mitgliedern sollte das Gefühl vermittelt werden, dass der traditionsreiche Verein nach wie vor noch „lebt“. Geplante sportliche Aktivitäten wie ein „Schnupperturnier“ für Kinder konnten jedoch nicht verwirklicht werden, weil ehemalige aktive Spieler aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mithelfen konnten. Aber auch bei dem potenziellen Nachwuchs im Dorf war kein Interesse am Tischtennissport erkennbar. Fußball steht nach wie vor in großer Konkurrenz zum Tischtennis, das ist nicht nur in Sainscheid so. Und dabei zieht der Tischtennissport häufig den kürzeren.

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