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  • Eltern üben scharfe Kritik: Volle Schulbusse sind nervliche Belastung

    Westerwaldkreis. Gedränge in den Gängen und kaum Möglichkeiten zum Festhalten - diese unangenehmen Situationen kennen Schulkinder auch im Westerwald aus eigener Erfahrung. Die Schulbusse sind auf einigen Linien chronisch überfüllt.

    Wenn der Linienbus morgens in Nordhofen hält, ist er in der Regel bereits gut gefüllt. Die Knirpse aus dem Ort müssen sich dann irgendwo im Gang ein beengtes Plätzchen suchen – kein Einzelfall in der Schülerbeförderung.
    Wenn der Linienbus morgens in Nordhofen hält, ist er in der Regel bereits gut gefüllt. Die Knirpse aus dem Ort müssen sich dann irgendwo im Gang ein beengtes Plätzchen suchen – kein Einzelfall in der Schülerbeförderung.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

    Wenn an den letzten Haltestellen noch Schüler zusteigen müssen, bleibt oft nur noch ein gefährlicher Stehplatz im Fahrerraum. Bei einem Unfall oder einer Vollbremsung würden die Kinder ungesichert gegen die Frontscheibe knallen. Solche Situationen erleben zum Beispiel die Eltern in Nordhofen bei Selters derzeit täglich. Wenn der Linienbus morgens um 7.10 Uhr in der kleinen Gemeinde hält, sind die Sitzplätze allesamt schon mit Grundschülern und IGS-Schülern aus Quirnbach und Vielbach belegt. Für die Knirpse aus Nordhofen bleibt dann nur noch ein enger Stehplatz. Bei jedem Bremsmanöver und in jeder Kurve kann ein Ranzen eines größeren Jugendlichen gegen den Kopf knallen. Für einige Sechsjährige ist das unzumutbar, sagen ihre Eltern. Die Schützlinge haben teilweise Panikattacken und weigern sich, in den Bus zu steigen. Doch trotz eines Ortstermins mit der Polizei und der Kreisverwaltung ist in Nordhofen keine Besserung in Sicht.

    Der Grund: Die Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft (RMV) und der Westerwaldkreis halten sich an die gesetzlich vorgegebenen Richtlinien. Demnach dürfen in einem regulären Linienbus bis zu 100 Menschen transportiert werden. Üblich sind nach Angaben der DB-Pressestelle 20 bis 40 Sitzplätze und 50 bis 70 Stehplätze. Die 100er-Marke wird auf der Linie zwischen Quirnbach und Selters normalerweise nicht erreicht. Im Durchschnitt müssen dort morgens 76 Schüler transportiert werden. Dass die meisten Kinder einen Ranzen auf dem Rücken tragen, spielt dabei keine Rolle.

    Bis vor anderthalb Jahren wurden auf der Linie morgens zwei Busse eingesetzt. Zu dieser Zeit hatten auch die Schüler aus Nordhofen regelmäßig einen Sitzplatz. Weil der Bus aufgrund steigender Schülerzahlen inzwischen dringender in der Haiderbach benötigt wird, entschied sich die RMV, einen der beiden Linienbusse zwischen Quirnbach und Selters zu streichen. Die Schüler dort müssen nun alle in einem Fahrzeug transportiert werden. Rechtlich ist das zulässig und auch kein Einzelfall. Für Grundschüler, die sich nun stehend mit ihren Ranzen zwischen deutlich größeren Jugendlichen ein Plätzchen suchen müssen, ist es dennoch eine nervliche Belastung. Selbst Sechsjährige haben keinen Rechtsanspruch auf einen Sitzplatz. Sie sind allerdings zu klein, um die Halteschlaufen an der Decke zu erreichen. Man könne nur an die älteren IGS-Schüler appellieren, dass diese freiwillig auf einen Sitzplatz verzichten und sich in den Gang stellen, wurde den Eltern gesagt.

    Der Gesetzgeber hat die Richtlinien für Autofahrer in den vergangenen Jahren zwar immer weiter verschärft. Wer sein Kind unangeschnallt im Privat-Pkw transportiert, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Auch in Kleinbussen gilt mittlerweile die Anschnallpflicht. Für öffentliche Verkehrsmittel wie Linienbusse oder auch Züge gelten hingegen weiterhin die wesentlich lascheren Vorgaben der Straßenverkehrszulassungsordnung. Statistisch gesehen ist die tägliche Fahrt mit dem Schulbus jedoch trotz überfüllter Gänge noch immer sicherer als die private Autofahrt. Dies ist in vielen Fällen aber nur dem umsichtigen Verhalten der Busfahrer zu verdanken, sagen die Eltern. "Schade, dass immer erst etwas passieren muss", klagen die Nordhofener.

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