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  • Ein Zeichen gesetzt: Görgeshausen steigt aus Windkraft aus

    Görgeshausen. Die Gemeinde Görgeshausen steigt aus der Windkraft aus. Wollte sie noch bis vor Kurzem zwei Anlagen in der Nähe des Löwensteins bauen, will der Gemeinderat nun aber ein deutliches Zeichen setzen und mit dem Ausstieg auf eine für die Gemeinde prekäre Situation aufmerksam machen: In ihrem Umfeld könnten sich bald mindestens 36 Windkrafträder drehen.

    Die neuen Windkrafträder der Gemeinde Elz stehen direkt vor den Toren der Westerwaldgemeinde Görgeshausen.
    Die neuen Windkrafträder der Gemeinde Elz stehen direkt vor den Toren der Westerwaldgemeinde Görgeshausen.
    Foto: Sascha Ditscher

    Sechs Windkraftanlagen (WKA) baute die Gemeinde Elz erst kürzlich direkt im Wald neben Görgeshausen. "Das ist ein Vorgeschmack darauf, was uns aus Richtung Eppenrod noch blüht", sagt Ortsbürgermeister Jürgen Kindler. Denn dort stehen bereits fünf Anlagen mit einer Nabenhöhe von 80 Metern. Diese Anlagen sollen "repowered" werden. Das heißt, die Nabenhöhe der aufgerüsteten WKA würde auf 150 Meter ansteigen, damit der Wirkungsgrad der Rotorblätter höher ist. "Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen aus diesem Wahnsinn auszusteigen und sich ausdrücklich zu distanzieren", so Kindler weiter.

    Einige der noch geplanten Windräder im Umkreis von rund neun Kilometern stünden sogar im Naturpark Nassau. Um den Wohnwert in Görgeshausen zu erhalten, will die Gemeinde stattdessen jetzt versuchen, noch "das ein oder andere geplante Windrad zu verhindern". Es sei nicht schön, wenn man in jede Richtung auf Windräder schauen würde. Außerdem sei der Aufwand für den Bau der Anlagen sehr hoch. Viele Hektar Wald müssten gerodet werden, und allein die Zufahrten für die Baufahrzeuge seien mittlerweile fünf Meter breit.

    In diesem Zusammenhang hätte insbesondere der Bau von acht Anlagen zwischen Altendiez und Hirschberg große Auswirkungen auf die 865-Seelen-Gemeinde Görgeshausen. Denn die Zufahrt für die Baufahrzeuge liefe quer durch das Dorf zu den acht WKA-Standorten in der Verbandsgemeinde Diez. Pro WKA müssten allein 15 Schwertransporte durch den Ort fahren und auch wieder zurück. Das allein ergäbe schon 240 Fahrten. Dazu kämen nach ersten Berechnungen 1000 Fahrten Schottertransporte und 1376 Betontransporte. Alle Fahrten würden sich auf vier Monate Bauzeit verteilen. "Viele Male pro Woche würde der Bauverkehr den Ort mit schweren Fahrzeugen belasten, zusätzlich zu dem ohnehin schon hohen Verkehrsaufkommen", rechnet Kindler vor. In anderen extrem betroffenen Ortschaften wie Altendiez brodele es schon mächtig, berichtet Kindler. Aber auch in Görgeshausen wächst nach den ersten Erfahrungen mit den WKA der Gemeinde Elz der Widerstand. Schlagschatten wandern durch die Küchen, das Rauschen der Rotorblätter und die roten Lichter irritieren. "Wir verzichten lieber auf die Einnahmen. Wir haben unseren Solarpark", sagt Kindler, "der ist zwar auch nicht der Allerschönste, aber der wächst irgendwann zu". Die Verbandsgemeinde Montabaur weiß bereits über die Kehrtwende Bescheid und stellt die Änderung des Flächennutzungsplanes Windenergie für diesen Fall ein.

    In der Summe fühlt sich die Gemeinde Görgeshausen von zu vielen Bauvorhaben umzingelt. Dazu gehören folgende Projekte: Im Staatswald zwischen Altendiez und Hirschberg (VG Diez) könnten gemäß einer Kooperation zwischen Altendiez und Heistenbach acht WKA entstehen; auf dem "Höchst" bei Horhausen (VG Diez) möchte ein privater Bauherr in seinem Wald neun WKA bauen; bis zu sechs WKA könnten gemäß eines Solidarpakts zwischen Girod, Großholbach, Nomborn und Heilberscheid (VG Montabaur) auf den Eisenbachhöhen entstehen; in der "Dick Heck" (Gemarkung Großholbach) möchte die Gemeinde Steinefrenz (VG Wallmerod), die dort eine Exklave besitzt, zwei WKA bauen.

    Von unserer Redakteurin Susanne Willke

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