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    Westerburg/KoblenzDritter Prozess zu Ende: Baseballschläger-Angreifer erneut verurteilt

    Drittes Urteil im Prozess um die Baseballschläger-Bluttat von Westerburg: In einer Dezembernacht 2012 prügelten zwei Männer in Westerburg unweit der Disco Cha-Cha mit einem Baseballschläger auf den Kopf eines Passanten ein, ließen den Schwerverletzten bewusstlos im Schnee liegen – und fuhren in eine Spielhalle. Zweimal hat das Landgericht Koblenz die Täter seither zu langen Gefängnisstrafen verurteilt, zweimal hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf.

    Jetzt hat das Landgericht Koblenz die Männer erneut verurteilt: Der Haupttäter, ein heute 29-jähriger Türke, muss unter anderem wegen versuchten Totschlags sieben Jahre hinter Gitter. Sein Komplize, ein heute 26-jähriger Pole, muss unter anderem wegen Beihilfe viereinhalb Jahre in Haft. Doch der Rechtsstreit ist noch nicht abgeschlossen. Es könnte sogar zu einem vierten Prozess kommen.

    Nach der Bluttat behauptete der arbeitslose und vorbestrafte Haupttäter mehrfach, er habe zuvor Whiskey getrunken – mal war es viel, mal sehr viel. Laut einem Gutachten müsste er bis zu 7 Promille gehabt haben. Der Vorsitzende Richter Thomas Metzger machte im Prozess klar, dass er dem Haupttäter nicht glaubt: Dieser habe mit dem Baseballschläger zugeschlagen, weil er „ein aggressiver Schläger“ sei – nicht weil er massiv betrunken war.

    So prügelten die Männer laut dem Urteil auf ihr Opfer ein: Der heute 52-Jährige besucht am 2. Dezember 2012 mit seiner Frau den Pfefferkuchenmarkt in Westerburg, dann allein die Kneipe Die Funzel. Er läuft um 4 Uhr nach Hause und trifft an der Disco Cha-Cha auf die Schläger. Er spricht sie an, weil sie sich an Autos zu schaffen machen. Es kommt zum Streit. Sie rennen ihm nach. Der Haupttäter schlägt viermal mit dem Baseballschläger zu, sein Komplize einmal mit der Faust. Die Polizei findet die Tatwaffe später beim Haupttäter.

    Der 52-Jährige ist seit der Tat zu 70 Prozent schwerbehindert. Er zeigte Zivilcourage – und bezahlte dafür bitter: Sein Kopf wurde nur durch Zufall nicht zertrümmert. Er musste sein Martyrium Ende Mai zum dritten Mal vor Gericht schildern. Er humpelte in den Saal, weil sein rechtes Bein bei der Tat brach, operiert wurde und seither drei Zentimeter kürzer ist. Er kann nicht mehr arbeiten, lebt von einer kleinen Rente, muss regelmäßig zum Arzt, benötigt Schmerzmittel und hat auf einem Auge nur noch knapp 30 Prozent Sehkraft.

    Als er das erzählte, guckten beide Täter gelangweilt im Saal umher. Kein Wort der Reue. Kein Wort der Entschuldigung. Beide behaupten, der jeweils andere habe mit dem Baseballschläger zugeschlagen – und sie selbst hätten versucht, ihn zurückzuhalten.

    Der Haupttäter sitzt seit 2012 in Untersuchungshaft. Sein Komplize kam im Januar 2017 auf freien Fuß. Das neue Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft, die Verteidiger der Täter und der Anwalt des Opfers können es erneut per Revision anfechten.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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