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  • Dorferneuerung: Pottum steigt zur Schwerpunktgemeinde auf

    Mainz/Pottum. Innenminister Roger Lewentz hat im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms 2016 insgesamt 22 Ortsgemeinden in Rheinland-Pfalz als Schwerpunktgemeinden anerkannt. Mit dabei: die Ortsgemeinde Pottum in der Verbandsgemeinde Westerburg. In Pottum soll im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms eine neue, attraktive Dorfmitte entstehen (die WZ berichtete). Wie diese einmal aussehen wird, dazu wurden viele Ideen im Rahmen der Dorfmoderation entwickelt. Ziel ist es, ein neues Zentrum für alle Generationen zu errichten, das eine kirchliche und dorfgemeinschaftliche Nutzung vereint und zur Begegnungsstätte wird. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, soll die 1965 errichtete St.-Bartholomäus-Kirche einem Neubau weichen.

    Foto: Röder-Moldenhau

     

    Ab dem Programmjahr 2016 werden insgesamt 124 Dörfer von einer Schwerpunktanerkennung profitieren. Rund 17 Millionen Euro stehen dafür in diesem Jahr zur Förderung von Dorferneuerungsmaßnahmen zur Verfügung. "Mit dieser Summe können wichtige Projekte realisiert werden, die zur weiteren Verbesserung der Infrastruktur in unseren Dörfern beitragen werden", betonte Lewentz. Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde erfolgt auf die Dauer von sechs Jahren. Für die Stärkung der Innenentwicklung steht eine qualifizierte Bauberatung privaten und öffentlichen Bauherrn zur Verfügung. Zusammen mit der Dorfmoderation wird damit ein umfassender Beteiligungsprozess in Gang gesetzt, und es kann ein zukunftsbeständiges Leitbild entwickelt werden.

    Die Ergebnisse dieser breit angelegten Informations-, Bildungs- und Beratungsarbeit sind elementare Bestandteile der zu erarbeitenden Entwicklungskonzepte. "Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Durchführung einer Dorfmoderation, der kostenfreien Bauberatung und der Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für die Dorferneuerung wurden deren Fördermöglichkeiten bereits im Jahr 2009 nochmals deutlich verbessert", informierte Lewentz.

    Mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde sei eine Art Selbstverpflichtung verbunden, sich der Dorferneuerung im besonderen Maße anzunehmen, erläuterte Lewentz. "Nur wer Bereitschaft zeigt, für die eigene Ortsgemeinde Verantwortung zu übernehmen, und wer mitbestimmen und mitgestalten darf, der identifiziert sich mit der geleisteten Arbeit", sagte der Minister. Nur so könne man den Wohnstandort Dorf noch attraktiver und lebensfähiger gestalten. Schwerpunkte der Dorferneuerung sind struktur- und funktionsverbessernde Maßnahmen, die die Ortskerne stärken und wiederbeleben und damit die unverwechselbare Siedlungs- und Kulturlandschaft erhalten. Dazu zählen insbesondere auch Maßnahmen, die einer Grundversorgungssicherung und der sozialen Daseinsvorsorge im Dorf dienen.

    Fast 90 Prozent der Gemeinden im Land haben weniger als 2000 Einwohner und sind dem ländlichen Raum zuzurechnen. Mittlerweile haben rund 80 Prozent der Gemeinden ein Dorferneuerungskonzept erarbeitet. "Erfreulich ist dabei die Bereitschaft der Gemeinden, ihre Konzepte fortzuschreiben und der aktuellen Entwicklung und Veränderungen anzupassen. Die Dorferneuerung hat sich zu einer der größten Bürgerinitiativen des Landes entwickelt", so Lewentz.

    Allein im Programmjahr 2015 seien in der Dorferneuerung 41 Dorfmoderationen mit einer Gesamtzuwendung in Höhe von rund 515 400 Euro gefördert worden, betonte der Minister. Insgesamt 158 öffentliche und 972 private Maßnahmen wurden durch die Dorferneuerung unterstützt. Mit der Gesamtfördersumme in Höhe von 17,5 Millionen Euro sind Investitionen in Höhe von 96,25 Millionen Euro ausgelöst worden.

    "Das ist ein klarer Beleg auch für die volkswirtschaftliche Bedeutung der Dorferneuerung", sagte Lewentz. Gerade kleinere orts- und regionsansässige Handwerks- und Gewerbebetriebe würden von diesen vielfältigen und qualitativ anspruchsvolleren Arbeiten der Dorferneuerung profitieren. wez

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