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    WesterwaldkreisDeutlicher Rückgang: Gründerstimmung im Kreis ebbt ab

    Anhaltendes Wirtschaftswachstum, weniger Arbeitslose - es sind positive Konjunkturdaten, die sich derzeit verfestigen. Blickt man allerdings auf Betriebsgründungen und Gewerbeanmeldungen, so muss der Westerwaldkreis 2015 einen deutlichen Rückgang verkraften.

    Symbolbild: dpa
    Symbolbild: dpa

    Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

    Mit anderen Worten: Die Gründerstimmung ebbt spürbar ab. Waren es 2014 noch 1862 Gewerbeanmeldungen, sank die Zahl im vergangenen Jahr um 10,5 Prozent auf 1667. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Im Vergleich dazu blieb die Zahl der Gewerbeanmeldungen in ganz Rheinland-Pfalz nahezu konstant. 34 985 Anmeldungen bedeuten einen Rückgang von lediglich 0,5 Prozent im Vergleich zu 2014 (siehe auch Tabelle).

    Prozentual ähnlich gravierend fällt der Rückgang im Kreis bei den Betriebsgründungen aus. Diese Zahl sank binnen eines Jahres von 262 auf 233, was einem Minus von 11 Prozent entspricht. Hier vermeldet das Land mit 5697 Betriebsgründungen sogar ein Plus von knapp 2 Prozent gegenüber 2014. Auch wenn im Westerwaldkreis die Zahl der Gewerbeabmeldungen von 1791 auf 1707 sank (minus 4,7 Prozent) und die Zahl der Betriebsaufgaben sich von 275 auf 245 (minus 10,9 Prozent) reduzierte, bleibt auf beiden Feldern ein negativer Saldo. Unter Betrieb versteht die Statistik Kapital- und Personengesellschaften sowie Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt oder die mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.

    Für Richard Hover, Regionalgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz und in dieser Funktion zuständig für den Westerwaldkreis und den Rhein-Lahn-Kreis, sind die Gründe für die negativen Zahlen auch in der Entwicklung der Bevölkerungszahlen zu suchen. "Die Gründungsintensität in den Ballungsräumen liegt teilweise deutlich höher als im ländlichen Raum. Hier machen sich die Auswirkungen des demografischen Wandels bemerkbar", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Für ihn sind es aber auch nach wie vor zu hohe bürokratische Hürden, die die Existenzgründungen erschweren.

    Zum einen führt er "unverhältnismäßige Belastungen" in kommunalen Satzungen an. "In manchen Städten sind Gebühren für die Parkplatzablöse - einem vom Gründer zu entrichtenden Betrag, wenn die Niederlassung nicht über ausreichend Kundenparkplätze verfügt - von 10 000 Euro und mehr pro Stellplatz nicht selten. Solche Regelungen engen Finanzierungsspielräume von Gründern und jungen Unternehmen zusätzlich ein", so Hover.

    Zum anderen beklagt der IHK-Experte "hohe Anforderungen" an die Informationspflicht bei einem Betriebsübergang. Für den Fall, dass der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer nur fehlerhaft über Zeitpunkt und Grund des Betriebsübergangs informiere, bleibe ein Widerspruch über Jahre hinaus möglich. Dieses Widerspruchsrecht will Hover auf sechs Monate begrenzt sehen. Eine Heraufsetzung der steuerlichen Kleinunternehmergrenze, eine vierteljährliche statt monatliche Umsatzsteuervoranmeldung für Existenzgründer sowie der Wegfall der zusätzlichen Meldepflicht bei der Berufsgenossenschaft wären für Hover weitere bürokratische Erleichterungen.

    Der Regionalgeschäftsführer legt den Finger aber noch in eine andere Wunde: "Nach wie vor wagen zu viele Existenzgründer den Schritt in die Selbstständigkeit, ohne sich vorher kompetent beraten zu lassen", stellt er fest. Hier wirbt er für das landesweite Netzwerk von 31 Starterzentren, das sich unter der Trägerschaft der Wirtschaftskammern in Rheinland-Pfalz gebildet hat. "Die IHK-Geschäftsstelle Montabaur ist Teil dieses Netzwerkes und bietet als eine zentrale Anlaufstelle für Existenzgründer und junge Betriebe in der Aufbauphase entsprechende Beratungen an." Diese Botschaft scheint aber noch nicht überall angekommen zu sein. Denn 2015 sank hier die Zahl der Beratungen von Gründerinnen und Gründern aus dem Westerwaldkreis und dem Rhein-Lahn-Kreis um gut 20 Prozent.

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