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    WesterwaldkreisChaos nach Schlüsseldienst-Pleite

    Ein Schlüsseldienst macht pleite - und der Firmenchef lässt einen Berg von Schlüsseln samt Adressen der dazu gehörigen Wohnhäuser und Unternehmen ungesichert in den Geschäftsräumen zurück. Auch die Schlüsselkarten gibt er nicht an die Kunden weiter - er bewahrt sie zu Hause auf. Eine großzügige Einladung für Langfinger. Undenkbar? Nein, in Wirges ist genau dies passiert. Nur durch das beherzte Einschreiten engagierter Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Wirges konnte Schlimmeres verhindert werden. Uwe Hübinger vom Ordnungsamt Wirges hat alle Sicherungskarten und Schlüssel an sich genommen und verwahrt sie nun im Aktenschrank auf. Der Fall betrifft Kunden im gesamten Westerwaldkreis, aber auch im Koblenzer und Limburger Raum. Der Ordnungsamt-Mitarbeiter hofft nun, dass viele Kunden hellhörig werden und sich bei ihm melden.

    Uwe Hübinger vom Wirgeser Ordnungsamt hat alle Schlüsselkarten und lose Schlüssel unter Verschluss genommen.
    Uwe Hübinger vom Wirgeser Ordnungsamt hat alle Schlüsselkarten und lose Schlüssel unter Verschluss genommen.
    Foto: Stephanie Kühr

    Der Reihe nach: Ein Schlüsseldienst in der Bahnhofstraße in Wirges geht Ende 2010 in Insolvenz. Der Firmenchef hinterlässt die Geschäftsräume in chaotischem Zustand. Vor allem lässt er genau beschriftete Schlüssel zurück. "Der Besitzer des Hauses wandte sich an uns und bat um Hilfe. Er wusste nicht, was er mit den brisanten Fundstücken in den vermieteten Geschäftsräumen machen sollte. Er wollte nicht, dass sie in falsche Hände gelangen", schildert Uwe Hübinger. "Gott sei Dank hat der Eigentümer so besonnen reagiert und uns eingeschaltet", ist Hübinger froh. In Wirges zögerte man nicht lange und nahm sich der Sache an - dies obwohl die VG eigentlich nicht zuständig ist. "Die Verwaltung ist schließlich für den Bürger da. Es war selbstverständlich, dass wir tätig werden", betont Bürgermeister Michael Ortseifen.

    Und Uwe Hübinger nahm sich der Sache an. Ein wahres Schlüsselerlebnis: Gemeinsam mit dem Hauseigentümer stellte er den brisanten Fund sicher und ließ nicht locker, bis er auch die Sicherungskarten für die Schlüssel unter Verschluss nehmen konnte. "Der Chef des Schlüsseldienstes war so verantwortlich, die Karten mit nach Hause zu nehmen, aber bei uns sind sie besser aufbewahrt", sagt Hübinger. Denn unter den Kunden des früheren Schlüsseldienstes sind nicht nur Familien, sondern auch Kliniken, Krankenversicherungen, Kreditinstitute, Unternehmen, Tankstellen, große Elektromärkte, Restaurants, Hotels, Autohäuser, Dorfgemeinschafts- und Kulturhäuser, Schulen, Schwimmbäder sowie Ärzte. Ein Sicherheitsrisiko: Schließlich geht es nicht nur um Wertgegenstände, sondern auch um streng vertrauliche Daten. "Nicht auszudenken, wenn das in falsche Hände gelangt wäre. Am Frankfurter Bahnhof wären die Karten und Schlüssel Gold wert gewesen", sagt Hübinger kopfschüttelnd. Deshalb war es für ihn eine Herzensangelegenheit zu helfen. "Die Bürger haben Vertrauen zu Polizei und Ordnungsamt. Das wollte ich nicht enttäuschen."

    Nun hat Hübinger die rund 150 Schlüsselkarten im Aktenordner abgeheftet und sämtliche Karten im PC mit Schlüsselcode, Namen und Wohnort des Kunden, falls lesbar, erfasst. "Ich habe versucht, die Besitzer der Karten mit Hilfe von Telefonbuch und Internet ausfindig zu machen", schildert Hübinger. Doch nicht immer mit Erfolg. "Ich hoffe, dass sich jetzt viele Bürger melden", wünscht sich der Ordnungsamtsmitarbeiter. Informationen gibt es direkt bei Uwe Hübinger, Ordnungsamt der VG Wirges, Telefon 02602/ 689 129.

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