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    Eitelborn/KölnBlick zurück: Wie die Denzerheide zu ihrem Golfplatz kam

    Noch gut erinnert sich Prof. Dr. h.c. Klaus Feinen an jenen Tag vor fast 40 Jahren, als ihn Günther Zöller, der damalige Präsident des Mittelrheinischen Golf Clubs, anrief. "Zöller, den ich aus der Leasingbranche kannte, fragte mich, ob ich einen Herrn Paul Feinen gekannt hätte, der den Golfplatz als Verwalter der preußischen Staatsdomäne Bad Ems-Denzerheide 50 Jahre zuvor hatte bauen lassen", erzählt Klaus Feinen. "Er war sehr überrascht zu hören, dass Paul Feinen mein Vater war."

    1978 war das, und der Anruf kam keineswegs zufällig: Der Mittelrheinische Golf Club plante ein Gründungsfest - zu dem er nun, da er von den verwandtschaftlichen Beziehungen wusste, auch Klaus Feinen und dessen Mutter Katharina Feinen, geborene Hourtz, einlud. "Es war eine sehr schöne Feier", erinnert sich Klaus Feinen. "Man hatte ein Festzelt aufgebaut, und meine Mutter und ich wurden auf die Bühne gebeten. Günther Zöller erklärte den Gästen, dass es den herrlichen Golfplatz auf der Denzerheide ohne meinen Vater niemals gegeben hätte." Seine Mutter sei übrigens besonders vom alten, heute noch als Klubhaus und Hotel genutzten Domänengebäude angetan gewesen, fügt er hinzu: "1928 hatte sie dort ihrem Verlobten und späteren Ehemann Paul Feinen den Haushalt geführt. Jetzt, 50 Jahre später, stellte sie begeistert fest, dass sich das Domänengebäude kaum verändert hatte."

    Wie es überhaupt dazu kam, dass sein Vater damals den Golfplatz bauen ließ? "Als Angestellter des preußischen Staates hatte er die Aufgabe, etliche in die roten Zahlen geratene Domänenbetriebe in der Rheinprovinz zu sanieren", erklärt Klaus Feinen. "Der preußische Staat hatte sie als Lehr- und Beispielbetriebe gegründet, um den Bauern der Region Kenntnisse der modernen Landwirtschaft zu vermitteln."

    Aus der Domäne Denzerheide einen rentablen landwirtschaftlichen Betrieb zu machen, stellte Paul Feinen angesichts der sauren Wiesen allerdings vor eine kaum zu bewältigende Herausforderung. Doch er hatte eine andere, zündende Idee: "In Bad Ems sah er all die reichen Russen und Engländer, die dort zur Kur waren. Und da der Golfsport damals, in den 1920er-Jahren, gerade populär geworden war, beschloss er als Verwalter, die Wiesen in eine Golfsportanlage umbauen zu lassen, mit deren Planung Karl Hoffmann betraut wurde. Er war sich sicher, dass die Kurgäste in Bad Ems für den Golfsport in der Nähe zu begeistern seien und dass er damit Einnahmen für den klammen preußischen Staat sichern könnte. Und wie man weiß, hat er damit auch recht behalten."

    Erzählt hat ihm sein Vater, der 1965 starb, von der Zeit auf der Denzerheide übrigens nie. "Aber da mein älterer Bruder zurzeit die Familienchronik vervollständigt und ich mich in diesem Zusammenhang wieder an den Besuch des Gründungsfests erinnert habe, sind diese Geschehnisse gerade jetzt sehr nahegerückt."

    Genauso wie vieles andere, was seine Familie vor langer Zeit geprägt hat: "Ich bin wie alle meine sechs Geschwister in Nettersheim auf einer weiteren preußischen Staatsdomäne, die mein Vater saniert hat, geboren", erzählt Klaus Feinen. "Das Gut Heinrich-Sophia-Burg in Nettersheim hatte der preußische Staat im Jahr 1926 erworben, um hier ab Januar 1927 die bäuerliche Beispielsdomäne Burg Nettersheim einzurichten. Hier trat mein Vater beim ersten Verwalter dieser Domäne, Diplom-Landwirt Max Rigaud, eine Volontärstelle an, die er so erfolgreich absolvierte, dass er schon kurze Zeit später die Verwaltung der Domäne Denzerheide übertragen bekam. Die Heinrich-Sophia-Burg war im Jahre 1857 durch den königlichen Steuereinnehmer Heinrich Joseph Meller aus Düren erbaut worden und von 1894 bis 1901 das erste Kneippkurbad der Eifel. Diese Domäne konnte mein Vater in den 30er-Jahren erwerben, weil der Staat das Interesse an den bäuerlichen Beispielbetrieben verloren hatte."

    Nie Zeit zum Golfspielen

    Seit 1978 ist Klaus Feinen übrigens nie wieder in Bad Ems, wo er sich besonders an den "wunderschönen Weg an der Lahn" erinnert, und auf der Denzerheide gewesen. Was weniger an mangelndem Interesse, sondern vielmehr am vollen Terminkalender des Ex-Managers liegt. Der heute "fast 76-Jährige", der sich am Telefon mindestens so energiegeladen wie zwei 30-Jährige anhört, war unter anderem 14 Jahre lang Präsident des Deutschen und später auch des Europäischen Leasingverbandes, hat die Gründung des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität in Köln initiiert, schreibt seit mehr als 40 Jahren Artikel und Bücher zum Leasing und, und, und …

    Trotzdem: Ob ihn das Golfspielen niemals gereizt hat? "Doch, absolut", erwidert er. "Aber ich hatte, genau wie mein Vater früher, einfach nie Zeit dazu." Früher habe er für seine Kunden Turniere auf einem Golfplatz der Deutschen Bank am Tegernsee organisiert, erzählt Klaus Feinen: "Aber der Kontakt mit dem Sport hat sich darauf beschränkt, dass ich morgens die Gäste begrüßt und abends die Turnierpreise überreicht habe."

    Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer

    Montabaur Hachenburg
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