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    WesterwaldAufregung in JVA: Westerwälder Wetterballon mit Kamera landet im Knast

    Es müssen Szenen wie in einem James-Bond-Film gewesen sein, als plötzlich eine Box an einem Fallschirm auf dem Dach Justizvollzugsanstalt in der Nähe von Pforzheim landet. Aufregung und Sorge vor Sprengstoff in der JVA - wegen eines gut 200 Kilometer entfernt aufgestiegenen Wetterballons von Westerwälder Jugendlichen.

    Die Jugendgruppe mit der Box, die, am Fallschirm hängend, auf dem Dach der Justizvollzugsanstalt landete. Die Wärter behandelten das Objekt mit größter Vorsicht, glaubten zunächst, es sollte etwas ins Gefängnis geschmuggelt werden und untersuchten das Behältnis auf Sprengstoff. Foto: Röder-Moldenhauer
    Die Jugendgruppe mit der Box, die, am Fallschirm hängend, auf dem Dach der Justizvollzugsanstalt landete. Die Wärter behandelten das Objekt mit größter Vorsicht, glaubten zunächst, es sollte etwas ins Gefängnis geschmuggelt werden und untersuchten das Behältnis auf Sprengstoff.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Die Spannung war groß, als die Jugendlichen eines christlichen Jugendprojektes an diesem Morgen im Westerwald alles für die weite Reise des Ballons in die Stratosphäre startbereit machen. Sie ahnen da nicht, dass die Aufregung noch größer wird und Beamte der JVA Heimsheim Alarm schlagen und an den Versuch glauben werden, etwas in den Knast zu schmuggeln. 

    Monate der Vorbereitung waren vergangen. 600 Euro hatte Daniel Degenhardt, Gemeindereferent der evangelischen Gemeinde am Hilserberg in Westerburg, für das Jugendprojekt erhalten. Besorgt wurden ein Wetterballon, eine Gasflasche mit Helium, ein Fallschirm, eine Filmkamera, ein GPS-Tracker und ein Handy.

    Gegen 11 Uhr steigt der Ballon am Wiesensee langsam auf. Er tut dies zunächst nur sehr langsam, die Gruppe fürchtet schon ein Scheitern. Nur ein laues Lüftchen weht. Doch dann gewinnt der Ballon zunehmend an Höhe. Er steigt höher und höher, bis er schließlich dem Blickfeld gänzlich entschwindet.

    Diese Aufnahme schoss die Kamera auf ihrem Weg vom Wiesensee nach Heimsheim, wo sie letztlich in der örtlichen Justizvollzugsanstalt landete.
    Diese Aufnahme schoss die Kamera auf ihrem Weg vom Wiesensee nach Heimsheim, wo sie letztlich in der örtlichen Justizvollzugsanstalt landete.

    Schon jetzt freuen sich die Akteure auf die spektakulären Aufnahmen, die ihre Kamera aus rund 30 Kilometern Höhe machen wird. Nachdem der mit Helium gefüllte Ballon schließlich in der Stratosphäre platzt, so die Planungen, wird die Styropor-Box an einen Fallschirm zur Erde zurückgleiten.

    Und genau das geschieht. "Nach endlosen Stunden erhielten wir endlich von unserem GPS-Tracker ein Signal, wo die Box´ gelandet` war", schildert Daniel Degenhardt die damalige Situation. Auf Google Maps machte die Crew schließlich den Standort ausfindig, und die jungen Leute trauten ihren Augen kaum: Die Box war doch aus 30 Kilometern Höhe tatsächlich auf dem Dach der JVA Heimsheim bei Pforzheim gelandet.

    Der Fallschirm mit der verdächtigen Box war dort keinesfalls unbeobachtet geblieben. So glaubten die Wärter zunächst, es handelte sich um einen "Überwurf", um Gegenstände also, die jemand für einen Häftling über die Gefängnismauern geschmuggelt hatte. Die Box mit dem möglicherweise brisanten Inhalt wurde vom Dach in einen Dienstraum der JVA gebracht. Dort betrachtete man das Objekt argwöhnisch von allen Seiten. Als einer der Wärter schließlich allen Mut zusammenfasste und die Styroporbox öffnete, fiel das Handy heraus. Ein "Inspektionstrupp" rückte an und untersuchte die Box auf Sprengstoff und andere Gefahren. Dann die Entwarnung: Die Box barg keinerlei Risiken für die Sicherheitslage der Justizvollzugsanstalt.

    Daniel Degenhardt telefonierte mit der JVA, nachdem er sich sicher sein konnte, dass die Box tatsächlich auf dem Gefängnisgelände herunter gekommen war. Er reiste nach Heimsheim, um die Gefängnisleitung von der friedlichen Absicht dieser Aktion zu überzeugen - was ihm auch gelang.

    Landeanflug - direkt auf das Gefängnisdach. Dort sorgte der Ballon für Aufregung.
    Landeanflug - direkt auf das Gefängnisdach. Dort sorgte der Ballon für Aufregung.

    Die Gerätschaften erhielt er wieder zurück, nachdem er die Flugerlaubnis für den Ballon, die für das Projekt extra eingeholt werden musste, vorgezeigt hatte. Auch sonst blieb die Landung auf dem Gefängnisdach ohne negative Folgen. Im Gegenteil, die Wächter legten ein Riesen-Interesse an den tollen Bildaufnahmen an den Tag und hatten das Filmmaterial vor der Ankunft des Gemeindereferenten bereits kopiert und unter den Kollegen verteilt.

    So ganz unglücklich mit dem Ort der Landung waren die Wetterballonexperten aus dem Westerwald nicht, denn wie es sich für junge Christen gehört, sollen sie vor dem Beginn des Ballonstarts darum gebetet haben, dass er den rechten Weg finden möge.Dass es ausgerechnet ein Gefängnis war, wo die Geschichte ihr Ende fand, war für sie nur die Bestätigung: Ihre Gebete, man hatte sie ganz offensichtlich erhört. Michael Wenzel

    Die spektakulären Aufnahmen und alles weitere zu dieser kuriosen Geschichte werden die Akteure in einem Spezial-Gottesdienst am Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr, Hilserberg 4, in Westerburg zeigen.

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