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  • Afghane misshandelt Ehefrau: Bewährungsstrafe

    Westerburg. Nachdem sich seine deutsche Frau von ihm trennen wollte, rastete ein gebürtiger Afghane aus, sperrte sie in der Wohnung, schlug sie und zerrte sie, ihr Kind in den Armen, am Boden liegend an den Haaren durch die Küche. Wegen dieser Tat und weil der Mann mit Migrationshintergrund in zwei Fällen ohne gültige Fahrerlaubnis ein Auto steuerte, verurteilte ihn ein Westerburger Strafgericht zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

    Im Verfahren zeigte der 27-Jährige sich einsichtig. So zahm wie am Verhandlungstag hatte sich der Angeklagte zuvor nicht verhalten. Weil er im familienrechtlichen Streit, bei dem es um das Sorgerecht für das gemeinsame Kind geht, regelrecht austickte, erhielt er ein Hausverbot am Westerburger Amtsgericht. Als er sich anschließend wegen der Misshandlung an seiner Frau verantworten sollte, bezog er sich auf das Verbot und blieb der Verhandlung fern. Daraufhin ließ ihn der Richter in Sicherungshaft nehmen. Auf diese Weise war gewährleistet, dass dem Mann der Prozess gemacht werden konnte, denn er wurde nunmehr unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und in Handschellen am Amtsgericht in Westerburg vorgeführt. Erst nachdem sich herausstellte, dass keine Gefahr mehr von ihm ausgeht, wurden ihm die Handfesseln gelöst.

    Elf Vorstrafen hat der 27-Jährige bereits für sich verbucht. Er war mehrfach mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten, wurde unter anderem wegen gemeinschaftlichen Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls in einem besonders schweren Fall verurteilt. Wegen der Delikte saß er mehrere Jahre im Gefängnis. Die ihm jetzt vorgeworfenen Taten, die er unter laufender Bewährung begangen hatte, gab er unumwunden zu. Demnach hatte er seine Frau über Stunden hinweg einer regelrechten Tortur ausgesetzt und sie misshandelt. Er sperrte sie in der gemeinsamen Wohnung ein und zog sie an den Haaren quer durch die Küche, wobei sie ihr eineinhalb Jahre altes Kleinkind im Arm hielt. Mehrfach schlug er seiner Frau mit der flachen Hand auf den Kopf und mit der Faust in die Rippen, bezeichnete sie als "Hure" und "Nutte". "Bitte lass mich hier raus", soll die junge Mutter ihren Ehemann angebettelt haben, doch der drohte ihr offenbar, dass sie die Wohnung nicht mehr lebend verlassen werde. "Heute ist der Tag, an dem du sterben wirst", kündigte er an. Die Ehefrau empfand die Bedrohung als äußerst ernst. Erst als sie ihm versprach, nicht zur Polizei zu gehen, ließ er von ihr ab. Am Tag nach dem Vorfall erstattete sie Anzeige. Es sei zu einer Entfremdung der Eheleute gekommen, machte einer der beiden Pflichtverteidiger deutlich. Von Trennung und Scheidung sei die Rede gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt sei der 27-Jährige "voll auf Kurs gewesen und habe sich in der Gesellschaft integriert. "Bedingt durch seine plötzliche Arbeitslosigkeit, war genug Sprengkraft vorhanden, und es kam zu emotionalen Ausbrüchen", schilderte der Rechtsanwalt die Situation im Februar dieses Jahres. Sein Mandant bedauere den Vorfall wirklich sehr, dieser habe seiner Frau nichts antun wollen, er sei lediglich mit der Situation total überfordert gewesen, habe sich falsch verhalten und möchte sich den Folgen nun stellen.

    Die Folgen, das sind zunächst einmal eine zehnmonatige Bewährungsstrafe, 200 Stunden gemeinnützige Arbeit und ein Näherungsverbot gegenüber Frau und Kind. Doch immerhin: Der Mann muss nicht in Haft. Er bekam von Richter Hans Helmut Strüder eine letztmalige Chance und darf sich nun vier Jahre lang nichts zu Schulden kommen lassen. "Der Angeklagte muss sich an die hiesigen Regeln halten, sonst ist er hier fehl am Platz", mahnte der Richter. Doch er habe ein Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung abgelegt, wolle sich fortan an rechtliche Verfügungen halten und mit den Mitteln des Rechtsstaates um das Sorgerecht für sein Kind kämpfen. Er habe verstanden, dass er sich das Kind nicht einfach nehmen kann, versicherte die Verteidigung. Eine Postkarte, die der 27-Jährige seiner Frau aus dem Gefängnis sandte, könnte dieses vermeintlich veränderte Verhalten, je nach Lesart, infrage stellen. Darin schrieb er: "Bald bin ich draußen. Du glaubst doch nicht, dass du mich daran hindern wirst, meine Prinzessin zu mir zu holen!"

    Der Sicherungshaftbefehl wurde vom Gericht aufgehoben. Der Mann befindet sich wieder auf freiem Fuß.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

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