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  • Demos in Westerburg: Diesmal fliegen Eier

    Westerwaldkreis. Asylgegner und -befürworter sind im Westerwald wieder auf die Straße gegangen, diesmal in Westerburg. Während die Pegida-nahen Asylgegner in der Jahnstraße in unmittelbarer Nähe der Stadthalle demonstrierten, setzten beinahe zeitgleich Asylbefürworter des überparteilichen "Wäller Bündnisses für Menschlichkeit und Toleranz" mit einer Kundgebung auf dem Alten Markt erneut ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel und unserer Reporterin Verena Hallermann

    Die Stimmung war zum Teil sehr aufgeheizt, anders als bei den bisherigen Demos im Westerwald. Antifa-Leute warfen Eier und versuchten, auf das Kundgebungsgelände vor der Stadthalle vorzustoßen. Sie wurden jedoch von der Polizei wieder abgedrängt. Schätzungsweise 400 Menschen nahmen an der Kundgebung vor der Stadthalle teil, am Alten Markt sollen es etwa 500 gewesen sein. 150 Polizisten waren im Einsatz, um einen friedlichen und geordneten Ablauf der Veranstaltungen zu garantieren. Mitgebrachte Transparente zeigten am Alten Markt im Herzen der Stadt, wo es langging: "Menschenrechte statt rechte Menschen" war dort zu lesen, oder "Herz statt Hetze". DGB-Regionsgeschäftsführer Sebastian Hebeisen rief in einer engagierten Rede die Teilnehmer dazu auf, Gesicht zu zeigen. Die Rechten seien nach Westerburg geflüchtet, das "Wäller Bündnis" sei hinterhergehechtet, so der Gewerkschafter. Eindringlich zeigte er den Versammlungsteilnehmern die Maschen der Pegida-Bewegung im Internetforum Facebook auf, wobei es stets darum gehe, gesellschaftliche Probleme zu ethnisieren - und das alles ohne Hakenkreuze. Die Autorin Annegret Held bezeichnete das Aufleben des Nationalismus als "eine Katastrophe für unser Land". Weitere Redebeiträge kamen vom Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel aus Lehmen und von Pfarrer Maic Zimmermann. Für Musik sorgten Acoustified, Hilde Fuhs und Somesongs.

    Foto: Röder-Moldenhauer
    Knapp 150 Meter Luftlinie weiter in der Nähe der Stadthalle machte die Pegida-nahe Gruppierung "Bekenntnis zu Deutschland" mit lauten Pfiffen auf sich aufmerksam. Neben Organisator Torsten Frank sprachen Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling, Uwe Land und Dominik Roeseler zu ihren Anhängern, die nach und nach den Platz füllten. Im Fokus ihrer Reden stand die Kritik an der Politik von "Asylmutti" Angela Merkel und der "Masseneinwanderung". Land sprach von der "lebensgefährlichen Bedrohung", die von illegal eingereisten "Gewaltverbrechern" ausgehe. Das Ziel von "Bekenntnis zu Deutschland" sei es, ein zukunftsfähiges Zusammenleben in Deutschland zu ermöglichen. "Das wahre Gesicht der Berliner Politiker ist es doch, Kriminelle zu importieren", rief er. Ihre Heimat und ihre Freiheit ließen sie sich auch nicht von den "roten Teufeln aus Mainz" nehmen.

    Die Menschen jubelten ihnen zu, hoben triumphierend die Fäuste und ihre Plakate hoch mit Forderungen wie "Scheindemokratin Malu Dreyer boykottieren" und "Asylflut stoppen". Roeseler war zum ersten Mal als Redner dabei und lobte die "professionelle Organisation" der Gruppierung. "Wir müssen Parteien wählen, die rechts von der CDU stehen", forderte er. "Egal, welche. Und die Grenzen müssen dicht gemacht werden."

    Die Stimmung war aufgeheizt, als die Demonstranten mit schwarz-rot-goldenen Fahnen bei ihrem sechsten "Spaziergang" durch die Innenstadt Westerburgs zogen. "Raus mit den Schmarotzern" und "Volksverräter" riefen einige von ihnen - obwohl Frank zuvor dazu aufgerufen hatte, aufzupassen, um den "Medien nicht in die Hände zu spielen".

    Am Straßenrand hatten sich einige Interessierte versammelt, die sich dem Protestzug anschlossen. Aber nicht nur Anhänger vom "Bekenntnis zu Deutschland" waren dabei. Auch mutige Gegendemonstranten stellten sich mit ihren Schildern an den Rand. Darunter eine 55-jährige Frau aus Norken. "Ich habe lieber 1000 Flüchtlinge in meiner Nachbarschaft als einen Nazi", sagte sie. "Ich habe keine Angst, mich denen zu stellen."

    Als die beiden Kundgebungen zu Ende waren, hielten die etwa 100 Antifa-Leute immer noch die Stellung und wurden von der Polizei abgeriegelt. Zwei vermummte Protestler wurden zu einer Identitätsüberprüfung kurz mitgenommen.

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