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    VielbachAlles begann mit ein paar Betten in einer Turnhalle

    Lange Zeit war unklar, wie die Stadt Frankfurt auf den Gedanken kam, in Vielbach ein Erholungsheim zu bauen. Durch Zufall hat der Ortshistoriker der Gemeinde, Bernd Schrupp, erfahren, dass die ursprüngliche Idee, Schulmädchen aus Frankfurt einen Ferienaufenthalt im Westerwald zu ermöglichen, auf Martha Blümcke zurückgeht.

    Ähnlich wie hier im Juniorischen Erholungsheim werden auch die Betten in der Turnhalle aufgestellt gewesen sein. Die Kinder hatten damals noch nicht viel. Für sie war das aber Urlaub.
    Ähnlich wie hier im Juniorischen Erholungsheim werden auch die Betten in der Turnhalle aufgestellt gewesen sein. Die Kinder hatten damals noch nicht viel. Für sie war das aber Urlaub.
    Foto: honorarfrei

     

    Sie wurde 1892 als Tochter von Emma Christine (geborene Diels) und Ingenieur August Christian Blümcke in Vielbach geboren und nahm als junge Frau eine Stelle als Lehrerin in Frankfurt an. "Ich stehe mit einem Enkel der Familie Blümcke in Verbindung", erzählt Schrupp. "Der hat mir dann die Geschichte von Martha erzählt, wodurch es nun eine Erklärung gibt, wie der Kontakt zustande kam."

    Zunächst musste Martha Blümcke sich gegen ihren Vater durchsetzen, um Lehrerin werden zu können. Er wollte, dass sie in der Vielbacher Mühle mitarbeitete, die er von der Familie Diels erworben hatte. Nach ihrem Abitur hatte ihr Onkel, Gymnasialprofessor Adolf Gustav Blümcke, ihr den Besuch eines Lehrerseminars in Düsseldorf ermöglicht. Nachdem sie dies erfolgreich abgeschlossen hatte, nahm sie 1909 eine Stelle an der Linne- und Wittelsbacher Schule in Frankfurt an. Dort lernte sie Anny Baus kennen, Lehrerin an einer benachbarten Schule. Zusammen entwickelten sie die Idee, Mädchen aus ihren Schulen zur Erholung nach Vielbach zu schicken.

    Zu der Zeit gab es das Erholungsheim aber noch nicht. Daher wurde die damalige Turnhalle in Vielbach kurzerhand als Unterkunft hergerichtet. 1912 konnten hier erstmals bis zu 28 junge Damen in den Oster-, Sommer- und Herbstferien Urlaub machen. "Die Unterkunft war mehr oder weniger umsonst", weiß Schrupp. "Nur ein kleiner Obolus für die Verpflegung musste bezahlt werden."

    Die Idee traf auf eine breite Zustimmung. Etliche Eltern der Mädchen und Freunde des Schulvorstandes reisten in den Westerwald, um sich einen Eindruck von der idyllischen Landschaft zu machen. Auch der Vorsitzende des Schulvorstandes der damaligen Peters-Mittelschule Koblenz, Kommissionsrat J. Carl Jureit, kam zu Besuch. Er war so begeistert, dass er spontan 10 000 Mark aus seinem Privatvermögen anlegte, um die Zinsen den Ferienaufenthalten zu spenden. Durch ihn kam auch Jakob Carl Junior, der Gründer und Namensgeber des Juniorischen Erholungsheimes, in den Westerwald. Damit war die Idee eines eigenen Kurheimes geboren. Die alte Turnhalle gibt es heute nicht mehr. Sie stand in der Nähe, wo heute die Klinik steht.

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