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    Kreis NeuwiedZahl der Autodiebstähle ist leicht gestiegen: Mercedes und BMW besonders beliebt

    Die Zahl der Autodiebstähle im Kreis Neuwied hat im vergangenen Jahr gegenüber 2015 leicht zugenommen. 2016 inklusive dem ersten Quartal 2017 sind 23 Fahrzeuge entwendet worden, im Vorjahr waren es 20. Das geht aus den Zahlen der Kriminalinspektion Neuwied hervor. Dabei haben es die Täter, wie Kriminalhauptkommissar Zehrer berichtet, hauptsächlich auf hochwertige Marken abgesehen: den Mercedes Benz ab der C-Klasse sowie die BMW-Modelle X 5 und X 6. An dritter Stelle kommt VW. „Die Autos müssen schon einen gewissen Wert haben, denn die Täter erhalten zwischen 10 und 20 Prozent des Verkaufspreises“, erläutert Zehrer. Aus diesem Grund würde sich der Diebstahl eines günstigeren Autos eben nicht lohnen.

    Bei Autodieben im Kreis besonders beliebt: Teure deutsche Fabrikate von BMW und ab Mercedes C-Klasse aufwärts.  Foto: Robin Brand
    Bei Autodieben im Kreis besonders beliebt: Teure deutsche Fabrikate von BMW und ab Mercedes C-Klasse aufwärts.
    Foto: Robin Brand

    Allein für 2016 beziffert der Leiter des KI 5 der Neuwieder Kriminalinspektion den entstandenen Schaden mit einer knappen halben Million Euro. Aber immerhin konnte die Neuwieder Kriminalpolizei 30 Prozent der Taten aufklären.

    „Die Täter sind mittlerweile in der Lage, durch technische Hilfsmittel die Wegfahrsperre zu umgehen“, sagt Zehrer. Ein Grund, warum die Diebstähle leicht gestiegen sind, sieht er darin, dass mehr höherwertige Fahrzeuge auf den Straßen stehen. „Die Zahl der Zulassungen solcher Autos steigt“, weiß der Kriminalhauptkommissar. Außerdem habe die Kaufkraft in Osteuropa zugenommen. Denn dorthin wird die heiße Ware meist geschafft und verkauft, berichtet Zehrer. Die Diebe bringen die gestohlenen Wagen über den Landweg außerhalb des Schengenraums, damit sie dort „vertickt“ werden können. Dafür werden zuvor gestohlene Blanco-Fahrzeugpapiere auf das jeweilige Auto angefertigt. Es steckt also eine gewisse Logistik dahinter. Darum geht die Kriminalpolizei davon aus, dass es sich bei den Autoknackern um organisierte Banden handelt.

    Die Tatzeit des Diebstahls ist Zehrer zufolge immer nachts. Betroffen sind nicht nur Fahrzeuge, die an der Straße stehen, sondern auch in Hofeinfahrten und unter Carports. Darüber hinaus gibt es auch noch das sogenannte Homechecking. „Das bedeutet, dass in die Wohnung eingebrochen wird, um Fahrzeugschlüssel teilweise inklusive Kfz-Brief zu stehlen“, sagt Zehrer. Dabei haben es die Täter natürlich besonders einfach, wenn die Schlüssel am Schlüsselbrett hängen, der Kfz-Brief bei den Versicherungsunterlagen des Autos liegt und der Fahrzeugschein im Wagen hinter die Sonnenblende geklemmt ist.

    Die Autodiebe treiben ihr Unwesen überall im Kreis: nahe der Autobahn, an der Rheinschiene in Richtung NRW, aber auch in der Stadt Neuwied. Beliebt sind neben den Edelmarken auch Firmenwagen. In der Kategorie stehe ganz vorn der Kastenwagen. „Bei diesen Diebstählen geht es allerdings primär ums Werkzeug“, sagt der Kriminalhauptkommissar.

    Zu den Autodiebstählen hat sich in jüngster Zeit ein neuer Trend gesellt. Der Ausbau und Diebstahl von fest eingebauten Navigationsgeräten. „Damit haben wir derzeit im nördlichen Rheinland-Pfalz ein Problem“, so Zehrer. Die Täter würden Serientaten in verschiedenen Orten begehen. Dabei wären immer gleich drei bis fünf Autos betroffen. 2017 hat es im Kreis Neuwied bereits drei Serien gegeben: in Rheinbreitbach, in Rengsdorf und bei einem Autohaus in der Stadt Neuwied. „Die Navis werden frisiert und verkauft. Die Absatzwege reichen bis nach China“, sagt Zehrer. Die Festeinbauteile werden über Verkaufsportale im Internet angeboten. Zehrer rät deshalb auch davon ab, Navis oder auch Airbags von privat über eine Kleinanzeige im Internet zu kaufen. „Auch wenn der Preis einladend ist“, warnt der Kriminalhauptkommissar. Denn abgesehen davon, dass es womöglich heiße Ware ist, könnten die Teile nicht funktionieren, was bei einem Airbag schon problematisch wäre.

    Die Neuwieder Kriminalbeamten fahnden auf Hochtouren nach den Navi-Dieben und haben bereits Erkenntnisse. „Es handelt sich um litauische Straftäter zwischen 16 und 25 Jahren“, sagt Zehrer. Die Kriminalpolizei bittet die Bevölkerung deshalb um Aufmerksamkeit. Sollten wechselnde Pkw-Transporter mit litauischen Kennzeichen vor Ferienwohnungen oder günstigen Hotels stehen oder häufig wechselnde Personengruppen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren auffallen, werden die Zeugen gebeten, sich bei der Polizei in Neuwied unter Tel. 02631/8780 zu melden.

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

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