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  • NeuwiedVon 33 Gründern zu fast 1000 Mitgliedern

    Es begann mit 30 sportinteressierten jungen Männern, einem viel zu kleinen Trainingsraum und leichten Übungen im Garten einer Gaststätte: Vor 140 Jahren wurde der TV Heddesdorf gegründet, ein Turnverein, der bis heute erfolgreich ist, knapp 1000 Mitglieder zählt und aktuell rund 50 Kursangebote anbietet.

    Ralf Seemann und Heidi Hof-Dinkel blättern in den Protokollbüchern, die bis in die Gründungszeit des TV Heddesdorf zurückreichen.  Foto: Regine Siedlaczek
    Ralf Seemann und Heidi Hof-Dinkel blättern in den Protokollbüchern, die bis in die Gründungszeit des TV Heddesdorf zurückreichen.
    Foto: Regine Siedlaczek

    Eine so lange Vereinsgeschichte aufzuarbeiten, ist nicht ganz einfach, das wissen auch Ralf Seemann und Heidi Hof-Dinkel, die als Vorsitzender beziehungsweise Stellvertreterin seit sieben Jahren die Geschicke des Turnvereins leiten: „Als wir vor kurzem Mitglieder für ihre 75-jährige Vereinszugehörigkeit ehrten, wurde uns bewusst, wie hoch ein solches Jubiläum zu schätzen ist“, erklärt Seemann, der pünktlich zur Bestehensfeier gemeinsam mit Hof-Dinkel in einer Vielzahl von Protokollbüchern blättern kann – und diese reichen bis zu den Anfängen im Jahr 1877 zurück.

    „Damals wurde nicht nur geturnt, sondern auch Leichtathletik betrieben“, weiß der Vorsitzende, und diese Offenheit gegenüber anderen Sportarten habe sich der Verein bis heute erhalten.

    Der Weg zu einem etablierten Turnverein, war allerdings nicht immer einfach. So galt es zunächst, einen geeigneten Ort für den Sport zu finden: „Im Jahr 1890 wurde die erste kleine Halle mit einem kleinen Vorstandszimmer gebaut“, sagt Seemann. Und in dieser, mittlerweile allerdings erweiterten und sanierten Halle wird immer noch geturnt.

    Schwierig wurde es dann 1966, als das nur vier Jahre zuvor neu gestaltete und um Sanitäranlagen und Vereinslokal ergänzte Gebäude an der Bürgermeister-Bidgenbach-Straße abbrannte: „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und alles wieder aufgebaut und zusätzlich vergrößert“, sagt Seemann, und ergänzt, dass die damals getroffenen Organisationsstrukturen samt Hausmeisterwohnung bis heute von Bestand sind.

    In 140 Jahren hat der TV Heddesdorf stets großen Wert auf ein vielfältiges Angebot gelegt, so wurden auch Fechten, Handball oder Schach angeboten. Eine besondere Veränderung, an die sich auch Hof-Dinkel vom Hörensagen noch gut erinnern kann, war dabei die Einrichtung der ersten Damen-Turnriege für Freizeitsport: „Nachdem ursprünglich nur Männer trainieren durften, öffnete sich 1918 der Verein auch abseits des Leistungssports für Frauen.“

    Nachhaltige Auswirkungen auf die Vereinsstruktur hatten vor allem beide Weltkriege. So fielen zahlreiche TV-Mitglieder im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Auch die Tatsache, dass nach 1945 das Turnen zunächst untersagt war, beeinflusste den Verein: „Die Halle wurde als Lebensmittellager beschlagnahmt“, berichtet Seemann. Dennoch habe es auch in dieser Zeit Sportler gegeben, die heimlich an dem letzten vorhandenen Sportgerät, einem Pferd, trainierten: „Unsere Mitglieder ließen sich nicht unterkriegen“, betont der Vorsitzende.

    Nachdem der Vereinssport ab 1948 wieder offiziell erlaubt war, ließen auch weitere Neuerungen nicht mehr lange auf sich warten. So wurde die bis heute aktive Daniel-Kappel-Riege 1951 ins Leben gerufen, und 1952 richtete der TV Heddesdorf das zweite Landesturnfest mit mehr als 10.000 Besuchern aus. „Das hat uns damals an die Grenzen der finanziellen Machbarkeit getrieben, aber wir haben uns rasch wieder erholt“, sagt Seemann.

    Rückblickend, da ist er sich mit Hof-Dinkel einig, werde ihnen klar, wie viel sie ihren Vorgängern zu verdanken habe. „Wir haben vor sieben Jahre einen gut geführten und funktionierenden Verein übernommen“, hält Seemann fest. Daher sei das 140-jährige Bestehen auch entsprechend zu würdigen, um den jungen Männern zu danken, die 1877 den Grundstein für den TV Heddesdorf legten.

    Von unserer Mitarbeiterin
    Regine Siedlaczek

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