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  • Stadtentwicklung Workshop gibt viele Impulse - Einzelhandelskonzept und mehr Parkraum gewünscht - Bauruinen sollen weg

    Stadtentwicklung: Bürger diskutieren über Unkels Zukunft

    Unkel. Jetzt sind die Unkeler Bürger gefragt: Rund 60 Interessierte waren zum „Bürgerworkshop Innenstadtprojekt“ ins Rheinhotel Schulz gekommen, um gemeinsam zu diskutieren, wie die Zukunft von Unkel aussehen soll. Die Chancen sind gut, dass ihre Ideen auch umgesetzt werden können. Denn im Rahmen des Förderprogramms „Historische Stadtbereiche“ fließt Geld in die Stadt, und Projekte könnten trotz angespannter Haushaltslage realisiert werden.

    Die Bürger diskutieren beim Workshop intensiv, wie es mit Unkel weitergehen soll.  Foto: Sabine Nitsch
    Die Bürger diskutieren beim Workshop intensiv, wie es mit Unkel weitergehen soll.
    Foto: Sabine Nitsch

    Planer Klaus Zimmermann vom Ingenieurbüro ISU aus Bitburg gab zunächst einen Überblick über die ersten Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen für die städtebauliche Erneuerung des Gebiets „Altstadt Unkel“. Zusammen mit den Bürgern sollen jetzt die Ziele festgelegt und Handlungsfelder ermittelt werden, die später in ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept münden.

    „Das ist ein wichtiger Schritt und eine große Chance für die Weiterentwicklung von Unkel“, betonte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen zu Beginn des Abends. Und Rex Stephenson von der Unkeler Entwicklungsagentur ließ noch einmal Revue passieren, was bisher schon auf den Weg gebracht wurde: angefangen von dem Leitbild, das die Unkeler bereits in Eigenregie entwickelt haben, über das Pilotprojekt Unkel bis hin zur Gründung der Entwicklungsagentur, deren 50 Mitglieder sich auf die Fahne geschrieben haben, die Stadt mit ehrenamtlichem Engagement zukunftsfähig zu machen.

    Im Rheinhotel sollten die Bürger nun konkret benennen, welche Wünsche ganz oben auf ihrer Prioritätenliste stehen. Aber sie formulierten auch Kritik und Gründe, die nach ihrer Ansicht zum Beispiel zu den Leerständen in der Stadt geführt haben.

    Drei Arbeitsgruppen formierten sich zu den Schwerpunktthemen, die sich bereits herauskristallisierten: Verkehr, Leerstände und Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen.

    Die Arbeitsgruppe Leerstände mahnte ein Einzelhandelskonzept an und wünschte sich ein Leerstandsmanagement. Auch mehr Parkplätze in der Innenstadt sollten entstehen. „Niemand läuft 300 Meter von dem großen Parkplatz an der Schule bis in die Innenstadt, nur um ein paar Brötchen zu kaufen“, umriss Zimmermann das Problem hinter diesem Wunsch. Ein Café an der Rheinpromenade, aber auch mehr Fachärzte stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Ein „Kümmerer“ könnte, so die Idee, einiges auf den Weg bringen.

    Als weitere Ziele nannten die Teilnehmer, dass junge Familien gefördert, Künstler und Kunsthandwerker unterstützt werden, damit Unkel eine attraktive Zukunft hat. Darüber hinaus forderten sie, dass „die Zwangsmittel des Baugesetzbuches ausgenutzt werden“, um Bauruinen und Gebäude, die es bald sind, zu beseitigen. Wobei sie die Ruine des ehemaligen Hotels Löwenburg meinten und den Unkeler Hof, bei dem sich, wie es ein Bürger formulierte, ein „progressiver Verfall“ abzeichne. Leider seien die betroffenen Immobilienbesitzer nicht anwesend, bedauerte eine Teilnehmerin in diesem Zusammenhang.

    Rund ums Thema Verkehr wurde eine mancherorts fehlende, aber auch irreführende Beschilderung beklagt. Andere bemängelten, dass es keine Fähre nach Unkelbach mehr gibt, forderten die Schaffung barrierefreier Straßenübergänge oder wünschten sich Lösungen im Hinblick auf die Falschparker oder zu schnelles Fahren in der Innenstadt, insbesondere auf dem Willy-Brandt-Platz und in der Frankfurter Straße.

    Weitere Anregungen bezogen sich auf eine verbesserte Aufenthaltsqualität durch Kunst im öffentlichen Raum, die Aufstellung weiterer Bänke, vor allem auch für ältere Leute, und mehr Müllbehälter in der Stadt. Ein weiterer Schritt zur Steigerung der Attraktivität Unkels sei es sicher, die Rheinpromenade barrierefrei zu machen. Auch eine teilbefestigte Promenade sei denkbar.

    Von unserem Reporterin Sabine Nitsch

    Planungen sollen bis Ende 2017 stehen

    Bis Ende des Jahres sollen die Planungen in Unkel stehen. Bevor auch Privatleute Anträge auf Förderung stellen können, muss das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept in Form eines Rahmenplanes auf dem Tisch liegen. Nach der Offenlage wird eine erste Kosten- und Finanzierungsübersicht erstellt.

    Die Ergebnisse und Planungen müssen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abgestimmt werden, bevor der Stadtrat – voraussichtlich Ende 2017 – die Sanierungssatzung beschließen und dann eine Modernisierungsrichtlinie für Sanierungsmaßnahmen auf den Weg bringen kann.

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